Neuburg: "Wir sind noch zu grün hinter den Ohren"
Foto: Sebastian Hofmann
Neuburg

Herr Schäfer, vor Beginn der Saison wurde Ihr Team oft als Mitfavorit für die Aufstiegsplätze genannt. Sie selbst gaben konstantere Leistungen als Hauptziel aus. Zwei Siegen stehen ein Remis und drei Niederlagen gegenüber. Welches Zwischenfazit ziehen Sie nach sechs Partien?

Patrick Schäffer: Dass es eine schwierige Saison wird, war uns von Anfang an bewusst. Wir sind etwas unterm Soll. In den Spielen gegen Waidhofen, Sinning und Untermaxfeld hatten wir viel Ballbesitz, nagelten den Gegner in der eigenen Hälfte fest, machten aber einfach keine Tore. Unsere große Baustelle ist die Effektivität.

Am vergangenen Wochenende kassierte Ihre Mannschaft eine 0:3-Niederlage beim bis dato sieglosen TSV Ober-/Unterhausen. Woran lag's?

Schäffer: Vor allem an unserem Zweikampfverhalten. Wir waren permanent zweiter Sieger. Da die Partie Freitagabend stattfand, mussten wir auf dem kleinen Nebenplatz spielen. Hinzu kommt die Chancenverwertung. Positiv war aber auf jeden Fall, dass wir nicht aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft und gearbeitet haben.

 

Ein Blick auf Ihren Kader zeigt, dass von den bisher eingesetzten Spielern wenige älter als 22 Jahre sind . . .

Schäffer: Wir profitieren absolut von unserer eigenen Jugendarbeit. Das ist super und macht uns stolz. Die Trainingsbeteiligung ist gut, wir sind aber noch zu grün hinter den Ohren, agieren oft zu übermotiviert, müssen immer wieder Lehrgeld bezahlen. Das wirft uns aber nicht um. Auf der anderen Seite machen die jungen Spieler bereits vieles richtig.

 

Neuzugang Marcel Wagner kam bisher noch nicht zum Einsatz, Vorjahrestorjäger Florian Barf traf erst einmal . . .

Schäffer: Marcel ist nach wie vor verletzt und fällt noch länger aus. Als abgebrühter Goalgetter würde er uns auf dem Platz sehr helfen. Florian ging angeschlagen in die Saison und kam urlaubsbedingt erst zu drei Einsätzen. Dass er noch nicht so oft getroffen hat, liegt daran, dass ihn die Gegner mittlerweile kennen und gut zustellen.

 

Am Sonntag gastiert der SV Hörhausen im Zeller Eichele. Mit fünf Siegen aus sechs Partien rangiert die Gazdag-Elf auf Platz zwei. Bereits vor der Saison haben Sie den SVH als mögliches Überraschungsteam aufgezählt. Was haben Sie sich mittlerweile für ein Bild vom nächsten Gegner gemacht?

Schäffer: Im Vergleich mit unserer Mannschaft sehe ich Hörzhausen eingespielter, erfahrener und effektiver. Sie sind körperlich sehr präsent, aber nicht unfair. Technisch gibt es jedoch stärkere Teams in der A-Klasse.

 

Apropos A-Klasse. Wie beurteilen Sie die Liga?

Schäffer: Ich sehe Sie sehr ausgeglichen, jedoch nicht stärker als letztes Jahr. Mannschaften mit routinierteren Spielern finden sich in der Tabelle oben wieder.

 

Mit welchem Ziel gehen Sie in das kommende Heimspiel gegen Hörzhausen?

Schäffer: Die Rollen sind klar verteilt. Wir müssen das machen, was wir am besten können: alles in die Waagschale werfen. Wenn wir hinten gut stehen und effektiver werden, ist auf jeden Fall ein Punkt machbar. Wichtiger ist aber die Art und Weise, wie wir auftreten.

 

Könnte die Tatsache, dass Ihr Team in den zurückliegenden vier Spielen nur einen Sieg einfuhr, zum Hemmnis werden?

Schäffer: Nein, dass müssen wir abschütteln.

 

Die Fragen stellte Marek Hajduczek.