Zurück in die Balance finden: Max Käser und der TSV Rain haben nach drei Niederlagen in Serie durch das 3:3 in Dachau wieder gepunktet..
Zurück in die Balance finden: Max Käser und der TSV Rain haben nach drei Niederlagen in Serie durch das 3:3 in Dachau wieder gepunktet.
R. Lüger
Dachau
Der TSV Rain hat sich am Samstag mit einem 3:3-Unentschieden aus Dachau verabschiedet. Dank des besseren Torverhältnisses kann er auch den zweiten Tabellenplatz in der Bayernliga Süd vor Kottern und Vilzing behaupten.

 

 

Bayernliga Süd

TSV 1865 Dachau – TSV Rain 3:3: Immer, wenn der TSV Rain beim TSV 1865 Dachau zu Gast ist, sind die Spiele von allerhöchstem Unterhaltungswert – und mit eingebauter Torgarantie. Im Juli 2014 etwa gewann Rain an der Jahnstraße nach einem Festival Sebastian Kinzels (fünf Tore) mit 6:0. Vor vier Monaten drehte 1865 den Spieß um und gewann an gleicher Stelle mit 5:2. Logisch, dass sich der geneigte Fußballfan auf das erneute Aufeinandertreffen beider Teams wieder richtig freuen konnte. Sofern man neutraler Fan war, wurde man am Samstag beim 3:3-Unentschieden wieder bestens bedient.

Aus Sicht der Trainer sah dies naturgemäß anders aus. Unisono beklagten sich die beiden Übungsleiter über ein schlechtes Abwehrverhalten ihrer jeweiligen Teams bei den Gegentoren. Sei’s drum – Rain zeigte in der zweiten Halbzeit eine hervorragende Moral und hat sich den Punkt redlich verdient. Zudem konnte die unheilvolle, drei Spiele andauernde Niederlagenserie beendet werden.

Kaum hatten die letzten der nur 140 Zuschauer ihren Platz eingenommen, lag der TSV Rain schon mit 1:0 in Führung: Nach einem Freistoß Johannes Müllers in der dritten Spielminute kam der Ball via Dachaus Akteur Fabian Negele zu Rains Mannschaftskapitän Fabian Triebel. Der Innenverteidiger lief noch ein paar Meter und schlenzte den Ball, technisch sauber, halbhoch neben den rechten Pfosten zum 0:1 ins Netz. Welch ein Auftakt. Doch nur vier Minuten später glich der TSV Dachau zum 1:1 aus: Vorausgegangen war ein Konzentrationsfehler an der Außenposition. Der ehemalige Rainer Christian Doll erkannte die Situation am schnellsten und passte sofort nach innen, wo Mario Maric völlig freistehend den Ball nur mehr über die Linie schieben brauchte.

In Gedanken beim zuvor erzielten 1:1-Ausgleich, patzte die 1865-Abwehr erneut. Nach einem schnellen Angriff der Rainer wollte Spielertrainer Fabian Lamotte den Ball zu seinem Torhüter Maximilian Mayer zurückspielen. Doch das Spielgerät kullerte zur erneuten Rainer Führung ins Netz. Drei Tore in nur fünf Minuten – diese Konstellation gab es vor vier Monaten schon einmal, damals kurz vor der Pause. Nach diesem fulminanten Auftakt beruhigte sich das Spiel. In der 26. Minute hätte dann der TSV Rain für die Vorentscheidung sorgen können. Johannes Müller bediente Fatlum Talla. Freistehend scheiterte das Rainer Eigengewächs am glänzend reagierenden Dachauer Keeper Maximilian Mayer. Kurz danach musste Konstantin Flassak wegen einer leichten Gehirnerschütterung, die er sich im Kopfballduell gegen Fabian Negele zugezogen hatte, ausgewechselt werden. Für ihn kam Johannes Rothgang in die Mannschaft.

Wie die ersten drei Tore auch, konnte man den 2:2-Ausgleich durch Christian Doll in der 27. Minute in die Kategorie „unnötig“ einordnen. Aus der Drehung zog Doll ansatzlos aus spitzem Winkel ab. Der Ball kullerte zum 2:2 ins kurze Eck. In der Folgezeit ließ der TSV Rain noch zwei Möglichkeiten durch die Müller-Brüder liegen. In der 34. Minute scheiterte Stefan Müller an 1865-Torhüter Maximilian Mayer. Vier Minuten später setzte Johannes Müller einen Freistoß knapp über das Tor. So lief alles auf den 2:2-Pausenstand hinaus. Doch dann kam die Nachspielzeit. In der Rainer Defensive wurde der Ball nicht konsequent aus der Gefahrenzone befördert, was zu einem Eckball führte. Offensichtlich fühlte sich kein Rainer für Dachaus Kapitän Alexander Weiser zuständig. Mutterseelenallein köpfte der Defensivspieler zum 3:2-Pausenstand ein.

Um der Offensive mehr Stärke zu verleihen, brachte Rains Trainer Karl Schreitmüller Serge Yohoua für Maximilian Käser. Rain gab mächtig Gas und drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Doch der Ausgleich wollte zunächst nicht gelingen. Fatlum Talla hatte dazu in der 59. Minute eine sehr gute Gelegenheit: Nachdem sich die Rainer sauber durch die Dachauer Reihen kombiniert hatten, vergab Talla allerdings. Doch in der 70. Minute machte er es besser: Nach einem Dachauer Ballverlust bediente Stefan Müller Talla, der den Ball zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich über die Torlinie beförderte. Danach gab Rain in der Schlussphase noch mächtig Gas und wollte den Sieg. Für diese gute Charaktereigenschaft und die tolle Moral verdiente sich die Mannschaft ein Sonderlob. Doch zum Siegtreffer hat es nicht mehr gereicht. Nun empfangen die Rainer am kommenden Samstag den ASV Neumarkt zum Spitzenspiel.

 

TSV Rain: Maschke, Flassak (26. Rothgang), Triebel, Posselt, Götz, Knötzinger, J. Müller, Talla, S. Müller, Käser (46. Yohoua), Cosic (75. Friedl). – Tore: 0:1 Fabian Triebel (3.), 1:1 Mario Maric (7.), 1:2 Fabian Lamotte (8./Eigentor), 2:2 Christian Doll (27.), 3:2 Alexander Weiser (45.+1), 3:3 Fatlum Talla (70.). – Gelb-Rote Karte: Alexander Buch (TSV Dachau/86./wiederholtes Foulspiel). – Schiedsrichter: Quirin Demlehner (FC Julbach-Kirchdorf). – Zuschauer: 140.