Illdorf: Furcht vor der Zwei-Klassen-Gesellschaft
Der Anfang war für Spielertrainer Reinhold Armbrust (vorne) und den FC Illdorf bislang schwer. Das Team wartet immer noch auf den ersten Saisonsieg in der diesjährigen Kreisklassensaison. ‹ŒArch - foto: J. Mattick
Illdorf

Anpfiff in Grasheim ist am Samstag um 17 Uhr.

 

Mit 39 Toren war der vergangene sechste Spieltag der Kreisklasse mit reichlich Action vollgepackt. Das torreiche Wochenende brachte zudem einige Änderungen in der Tabelle mit sich. So konnte der TSV Burgheim mit einem 3:0-Sieg gegen SV Steingriff selbigen von Platz zwei verdrängen und liegt aufgrund des 2:2 des Spitzenreiters SV Echsheim-Reicherstein mit mittlerweile 15 Punkten nur noch einen Zähler hinter dem Klassenprimus. Auf den Rängen drei bis sechs folgen der SV Klingsmoos, die SpVgg Joshofen-Bergheim, der SV Steingriff und der FC Rennertshofen mit je zwölf Punkten. Dahinter stehen der BSV Neuburg und der SV Grasheim mit zehn beziehungsweise neun Punkten.

Ab Position neun beginnt quasi die Abstiegszone, in der sich die Mannschaften aus Staudheim, Langenmosen, Straß und Ried mit je vier Zählern derzeit noch über dem Strich befinden. Der FC Illdorf mit drei Zählern findet sich auf dem Relegationsplatz wieder, Schlusslicht bleibt weiterhin der SC Rohrenfels, der durch das 4:4 gegen Ried immerhin seinen ersten Punktgewinn vorweisen kann. Das oft schwierige zweite Jahr scheint auch dem FC Illdorf Ärger zu bereiten. Natürlich ist hierbei nicht die Rede von einer kriselnden Ehe, sondern einer häufig zutreffenden Fußballphrase, die besagt, dass es viele Mannschaften im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in eine höhere Liga besonders schwer haben, das Niveau aus dem Vorjahr zu halten und oftmals in akute Abstiegsgefahr geraten. Große Vereine wie der FC Ingolstadt und der SV Darmstadt waren davon betroffen, am Saisonende waren diese beiden Mannschaften sogar aus Bundesliga abgestiegen.

Dieses Schicksal könnte auch dem FC Illdorf drohen, der im vergangenen Jahr als Aufsteiger auf ganzer Linie überraschte und sich letztlich über Rang acht am Ende der Saison freuen durfte. In der aktuellen Spielzeit fällt das Fazit nach den ersten sechs Spieltagen jedoch ernüchternd aus: drei magere Zähler, dazu noch kein Sieg. Das hatte man sich anders vorgestellt, was der Illdorfer Abteilungsleiter Ullrich Birkmeir bestätigt: "Da kann man schon von einem verpatzten Einstand sprechen. Allerdings hatten wir bereits damit gerechnet, dass es in diesem Jahr deutlich schwieriger wird als in der letzten Saison, da sich einige Vereine gut verstärkt haben, weshalb die Liga auch deutlich stärker ist als im vergangenen Jahr. Von daher war klar, dass wir wohl kaum eine so gute Hinrunde wie zuletzt spielen." Entsprechend gering fällt daher auch die Erwartungshaltung der Vereinsführung aus: "Wir wollen, dass unsere zahlreichen Jugendspieler gut integriert werden und gleichzeitig die Stabilität der Mannschaft gefördert wird, damit sie gefestigt wird. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir eine stressfreie Saison ohne Abstiegskampf spielen."

An diesem Samstag gastieren die Illdorfer beim SV Grasheim, der seinerseits ebenfalls keinen sonderlich guten Saisonstart hatte und von vielen weiter oben in der Tabelle als Platz neun getippt wurde. Dennoch warnt Birkmeir vor dem kommenden Gegner, dem er in dieser Saison noch einiges zutraut. "Grasheim besitzt eine junge, aggressive Mannschaft mit jeder Menge Potenzial. Das bekam Staudheim auch ordentlich zu spüren, von daher sind wir gewarnt!", spricht der Abteilungsleiter den 8:1-Kantersieg der Grasheimer am vergangenen Wochenende an. Birkmeir befürchtet aufgrund des gestiegenen Niveaus der Liga zudem, dass eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht, bei der die ersten acht Teams den anderen enteilen. "Dazu zählt für mich auch der SV Grasheim, den ich persönlich in den Top fünf sehe", schätzt er den Gegner hoch ein und schraubt die Erwartungen an seine Mannschaft herunter: "Wenn die Jungs am Samstag gegen Grasheim etwas Zählbares mitnehmen, in welcher Form auch immer, dann unterschreibe ich das so."

Sollte es nicht mit dem erhofften "Zählbaren" klappen, wäre das für den Illdorfer Abteilungsleiter noch kein Grund zur Sorge: "Unsere Punkte kommen schon noch, da bin ich mir absolut sicher."