Joshofen: Die Ziele sind kleiner geworden
Er gehört zu den Verletzten: Christopher Eichel (links) kann derzeit nicht für seine SpVgg Joshofen-Bergheim spielen. Auch gegen den BSV Neuburg am Sonntag wird er nicht auflaufen. ‹ŒArch - foto: J. Mattick
Joshofen

Nach dem elften Spieltag der Kreisklasse Neuburg wird beim Blick auf die Tabelle eindeutig ersichtlich, dass sich das Spitzentrio immer mehr von der Konkurrenz absetzen kann. So steht der TSV Burgheim mit 30 Punkten weiterhin an der Tabellenspitze, der SV Echsheim-Reicherstein und der SV Klingsmoos (beide 27 Punkte) bleiben jedoch auf Tuchfühlung. Verfolger sind der FC Rennertshofen und der BSV Neuburg mit je 20 Zählern. Das Mittelfeld führt auf Rang sechs der SV Grasheim an, außerdem befinden sich darin noch die SpVgg Joshofen-Bergheim, der SV Steingriff und der SC Rohrenfels. Einigermaßen komfortabel über dem Tabellenkeller steht zudem der SC Ried mit zehn Punkten, auch Kreisligaabsteiger SV Straß und der FC Staudheim bleiben mit sieben beziehungsweise fünf Zählern noch über dem Strich. Jeweils nur vier Punkte sammeln konnten bisher der FC Illdorf und die zweite Mannschaft aus Langenmosen, wodurch diese beiden Teams am Tabellenende stehen.

Alles auf Anfang? In diesem Sommer entschied sich Tobias Bauer nach einem Jahr Pause, wieder auf die Trainerbank zurückzukehren und eine Mannschaft zu übernehmen. Dies führte ihn zu seinen Ursprüngen als Trainer und Fußballer zurück. Er unterschrieb nämlich bei der SpVgg Joshofen-Bergheim, dem Verein, mit dem Bauer eine gemeinsame Vergangenheit verbindet. Zwischen 2008 und 2012, damals noch als SpVgg Unterstall-Joshofen, erlebte Tobias Bauer mit seiner damaligen Mannschaft vier erfolgreiche Jahre, in denen er einige Erfolge, wie zum Beispiel den Aufstieg aus der A-Klasse und einen dritten Platz in der Debütsaison in der Kreisklasse feiern konnte. Aufgrund dieser gemeinsamen Erfahrungen gelang Bauer die Eingewöhnung nach seiner Rückkehr sehr schnell. "Mir wurde eine verjüngte Truppe zur Verfügung gestellt, mit der ich gut arbeiten kann. Das gefällt mir."

Der Saisonstart verlief für seine Mannen sehr erfolgreich: So rangierte man bis zum achten Spieltag mit fünf Siegen auf Position vier und hielt Kontakt zur Tabellenspitze. Mittlerweile rutschte die SpVgg nach drei Niederlagen in Serie jedoch bis auf Rang sieben ab. "Ein Grund für diese Niederlagen ist mit Sicherheit der Ausfall einiger unserer Stammspieler, was uns natürlich sehr wehtut", spricht Bauer die Verletzungen an. Mit Christopher Eichel, der seit vier Wochen an einer Schulterverletzung laboriert, und Nico Beßle, der durch eine Meniskusverletzung bereits seit dem fünften Spieltag ausfällt, gilt es für den Trainer in der Tat, zwei Schlüsselfiguren zu ersetzen. Bisher gelang ihm das jedoch nur mit bedingtem Erfolg.

Verletzungen allein für die Niederlagen verantwortlich zu machen, wäre für Bauer jedoch zu leicht: "Das ist nicht der Hauptgrund. Auch wenn wir unter anderem mit Klingsmoos und Burgheim gegen die Tabellenspitze antreten mussten, konnten wir über weite Strecken mithalten, haben uns unseren Lohn dann aber durch teilweise schwerwiegende individuelle Fehler zunichte gemacht." Negativer Höhepunkt war laut Bauer das jüngste Heimspiel gegen Rohrenfels, das die SpVgg mit 3:4 verlor. Der Trainer findet harsche Worte für die erbrachte Leistung: "Wenn du bis zur 70. Minute 3:1 führst und dann noch 3:4 verlierst, dann kann ich nur sagen, dass das absolut peinlich war und mir unsere Fans leidtun."

Am diesem Wochenende empfängt Joshofen-Bergheim den BSV Neuburg, der das Gegenbeispiel zu Bauers Truppe darstellt und alle drei Spiele der englischen Woche gewinnen konnte. "Der BSV ist eine der Überraschungen dieser Saison, er hat sich seine Siege, wie letzte Woche, hart erkämpft. Wir dürfen ihn nicht unterschätzen. Dennoch wollen wir dieses Spiel unbedingt gewinnen, allein schon wegen unserer Fans, bei denen wir nach der bescheidenen Partie gegen Rohrenfels etwas gutzumachen haben", nimmt der Trainer die Mannschaft ins Gebet. Ein Sieg in dieser Partie ist Pflicht, möchte man das selbsterklärte Ziel, vor der Winterpause auf Rang sechs zu klettern, noch verwirklichen können.

Vor der Saison galt noch die Prämisse, oben mitzuspielen. Mittlerweile sieht man vereinsintern jedoch ein, dass dies nicht realistisch war. "Da die Top-Drei wohl bis auf weiteres außer Reichweite sind, haben wir unsere Erwartungen dahingehend auch zurückgeschraubt. Vor uns stehen Grasheim, Rennertshofen und der BSV. Gegen die zwei Letztgenannten spielen wir noch vor der Winterpause. Das heißt kurz: Zwei Siege, und dann mit einem Punktepolster in die Winterpause gehen. So stelle ich mir das vor", sagt Trainer Tobias Bauer abschließend.