Untermaxfeld: Der Betriebsunfall ist korrigiert
Einer von den jungen Wilden bei der TSG Untermaxfeld ist Max Koschig. Er bestreitet heuer sein zweites Jahr mit den Donaumöslern und im Seniorenbereich. ‹ŒArch - foto: S. Hofmann
Untermaxfeld

Die Geschichte der TSG Untermaxfeld in der jüngeren Vergangenheit ist so kurios wie einzigartig. Nachdem die Donaumösler unter Christian Bolzer am Ende der Saison 2013/2014 überraschend Kreisliga-Meister geworden waren und das Ticket zur Bezirksliga gelöst hatten, hatten sie im Herbst darauf eine schwere Spielzeit in Schwabens höchster Spielklasse begonnen. Unter Trainer Sepp Lösch gelang es nicht, die Spielklasse zu halten. Die Enttäuschung über den direkten Wiederabstieg war im Donaumoos nicht all zu groß. Bei der TSG, wo man Wert auf möglichst viele Eigengewächse in der Herrenmannschaft legt, sah man die Saison in der Bezirksliga als Abenteuer, den Klassenerhalt hatten viele für unwahrscheinlich gehalten.

Dann allerdings kam die Spielzeit 2015/2016. Der Trainer hieß immer noch Sepp Lösch, man hatte sich das Ziel gesetzt, in der Kreisliga Ost wieder unter den besten Teams vorne mitzuspielen und zählte, wie das bei Absteigern so üblich ist, zum Kreis der neuerlichen Titelanwärter. Was zuerst nur wie ein Stotterstart ausgesehen hatte, entwickelte sich im Laufe der hart umkämpften Saison zu einem wahren Desaster. Trainer Lösch schmiss kurz vor Saisonende des Handtuch in der Hoffnung, dadurch würde ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Lösch fürchtete den schlimmsten Fall - und er sollte recht behalten. Am letzten Spieltag, nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den SV Thierhaupten, stand die TSG Untermaxfeld als Tabellenvorletzter und somit als Absteiger fest. Binnen eines guten Jahres waren die Donaumösler also von der Bezirksliga in die Kreisklasse durchgereicht worden.

Das Spielchen wiederholte sich teilweise vor Beginn der abgelaufenen Spielzeit 2016/2017: Die TSG Untermaxfeld galt bei allen anderen Teams als zukünftiger Meister der Kreisklasse Neuburg. Viele Spieler, Trainer und Beobachter der Liga nahmen gerne das geflügelte Wort des "Betriebsunfalls" in den Mund, den es auszubügeln galt.

Mit dem Trainerneuling Thomas Böld legten die Donaumösler los wie die Feuerwehr und eroberten am vierten Spieltag die Tabellenspitze der Kreisklasse. Mit dem Beginn der Frühjahrsrunde hielt allerdings der Schlendrian Einzug. Der große Vorsprung von fünf Punkten auf den Tabellenzweiten schmolz nach einem Unentschieden und vier Niederlagen binnen vier Wochen zusammen, bis sich die TSG schließlich nach internen Streitigkeiten von Thomas Böld trennte und auch noch den ersten Tabellenplatz am 20. Spieltag verlor und auf Rang drei abrutschte. Ludwig Müller, Trainer der TSG-Reserve, sollte es richten. Er führte die Mannschaft mit kleinen Schritten zurück in die Spur, sie erreichte letztlich den zweiten Tabellenplatz, der für die Aufstiegsrelegation qualifizierte. In der zweiten Runde genügte schließlich ein Tor des Angreifers Michael Beck, um das TSG-Glück pünktlich zum 50- Gründungsjubiläum des Vereins perfekt zu machen: Am 13. Juni besiegten die Untermaxfelder den TSV Firnhaberau und dürfen sich seitdem wieder als Kreisligisten bezeichnen. Der Betriebsunfall ist korrigiert.

Vor Beginn der aktuellen Saison hat Wolfgang Rückel das Kommando als Trainer übernommen. In Untermaxfeld ist der 48-Jährige kein Unbekannter, es ist bereits sein zweites Engagement als Coach, außerdem spielt er in der AH-Mannschaft der Donaumösler. Einen ersten Erfolg hat der Rückkehrer mit den Schwarz-Gelben bereits feiern dürfen: Am 30. Juli verhinderte die TSG Untermaxfeld, dass die DJK Langenmosen zum dritten Mal in Serie den Donaumoos-Wanderpokal holte. Beim diesjährigen Turnier in Klingsmoos hatte es die Rückel-Elf trotz zahlreicher absenter Stammspieler ins Finale geschafft und dort den Gewinner der Jahre 2016 und 2015 im Elfmeterschießen besiegt und damit gleichzeitig einen aktuellen Ligakonkurrenten geschlagen. Davor hatte ein Untermaxfelder Team zuletzt im Jahr 2005 den prestigeträchtigen Wettbewerb gewonnen.

In Sachen sonstige Testspiele hat es die TSG Untermaxfeld in diesem Jahr ruhiger angehen lassen: Lediglich drei Partien sind zu notieren: Als erstes traf man auf den Donau/Isar-Kreisligisten DJK Ingolstadt um Trainer Michael Dittenhauser, von dem man sich mit einem 1:1-Unentschieden trennte. Mit Suryoye Augsburg aus der Kreisklasse Augsburg Mitte stand dann ein in dieser Gegend eher exotischer Testspielpartner bereit. Gegen das Team des Trainers Rasit Ciftcibasi gewann die Rückel-Truppe mit 3:1, die Tore für die TSG schossen Simon Drittenpreis, Neuling Manuel Kies und Routinier André Ruf. Partie Nummer drei war ein Match gegen den Donau/Isar-Kreisligisten TSV Gaimersheim, das mit 0:2 verloren ging.

Was die Mannschaft betrifft, so hat sich nur wenig im Vergleich zu den Vorjahren getan. Manuel Berger (Rohrenfels), Fabian Fröhlich (Grasheim), Maximilian Wenger (pausiert) und Florian Gläser (Ludwigsmoos) haben den Verein verlassen. Neu hinzugekommen sind neben Trainer Rückel Andreas Beck (Wagenhofen) und Manuel Kies (JFG Neuburg).