Die Geschichte des Sports findet ihren Anfang im 19. Jahrhundert. Auf Jahrmärkten fanden damals Kämpfe statt, bei denen Besucher gegen einen starken Gegner antreten durften. Erste kleinere Ligen bildeten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In der Folge professionalisierte sich die Sportart und wurde letztlich auch als solche anerkannt. Mit der Entwicklung des Fernsehens steigerte sich die Bekanntheit des Wrestlings weiter. Die bekannteste heutige Vertriebsfirma im Wrestling ist die in den USA beheimatete WWE (World Wrestling Entertainment), bei der Stars wie Dwayne "The Rock" Johnson, Steve Austin, Bret Hart oder der wohl populärste Akteur Hulk Hogan unter Vertrag standen.

Wrestling ist in erster Linie eine Kampfsportart. Die Wrestler duellieren sich mit Sprüngen, Würfen, Schlägen oder Tritten. Der feine Unterschied zu anderen Kampfsportarten: Die Duelle sind inszeniert, der Ausgang der Kämpfe im Vorfeld festgelegt. Das Ziel ist es, den Gegner nicht zu verletzen und den Zuschauern dennoch ein Spektakel bieten zu können. Die Show ist somit ein unverzichtbares Element des Sports - Tausende Zuschauer strömen nach wie vor in die Hallen bei den etablierten Veranstaltungen.

Die große Show, die um den Kampf gestaltet wird, hat dabei manchmal sogar Seriencharakter: Die Kämpfer nehmen bestimmte (gute oder böse) Charakterzüge an, feinden sich untereinander an -- und versöhnen sich wieder. Die Athleten haben eigene Erkennungslieder, die beim Einlauf in die Arena abgespielt werden. Der Zuschauer kann sich so bestens mit bestimmten Wrestlern identifizieren.

Damit der Spagat zwischen Sport und Spektakel gelingt, müssen die Wrestler zunächst natürlich sportliche Voraussetzungen erfüllen. Ein durchtrainierter Körper und permanente Aufenthalte in Fitnessstudios reichen jedoch nicht zum guten Wrestler: Auch ein gewisses Schauspieltalent müssen die Kämpfer mitbringen. Schließlich sollen die Aktionen im Ring für das Publikum authentisch wirken. Das Zauberwort hierzu lautet "Selling". Diese wichtige Fähigkeit eines Wrestlers beschreibt das richtige "Verkaufen" (Englisch "to sell" = verkaufen) von Szenen, als seien sie echt und eben nicht inszeniert.

Ebenso wichtig beim Wrestling ist das richtige Fallen. Zwar sollen Sprünge und Stürze möglichst realistisch wirken, doch um Verletzungen zu vermeiden, müssen die Sportler verschiedene Techniken beherrschen, um auch aus mehreren Metern Höhe auf dem hölzernen Ringboden abzurollen und zu -federn.

Die Gefahr, körperliche Schäden davonzutragen, ist beim Wrestling dennoch hoch, Gehirnerschütterungen oder Knochenbrüche sind üblich. Diverse Profis sind im Ring auch bereits ums Leben gekommen. Ein zusätzliches Problem für die Sportart ist der Missbrauch von Steroiden zum schnelleren Muskelaufbau.

Wrestling-Schulen, die es mittlerweile auch in Deutschland gibt, bieten die Möglichkeit, die Sportart zu erlernen und zu trainieren. Von einer Nachahmung der Kämpfe durch Amateure wird aufgrund der Verletzungsgefahr jedoch abgeraten.