Der Publikumsliebling geht: Richard Samuel wird künftig nicht mehr für die Ingolstadt Dukes auflaufen.
Der Publikumsliebling geht: Richard Samuel wird künftig nicht mehr für die Ingolstadt Dukes auflaufen.
Rimmelspacher
Ingolstadt

Zahlreiche Spieler, die Interesse daran haben, künftig für die Herzöge aktiv zu sein, hatten sich auf der Anlage des TV eingefunden, um sich für das Erstliga-Team zu empfehlen.

Die wichtigsten personellen Fragen waren jedoch schon im Vorfeld geklärt worden. Und dabei hat sich herauskristallisiert, dass die Dukes runderneuert in ihre zweite GFL 1-Saison gehen werden. Vor allem das verletzungsbedingte Karriereende des Quarterbacks Rick Webster, der künftig als Offense-Koordinator für den Liga-Rivalen Stuttgart Scorpions tätig sein wird, hat den Ausschlag dafür gegeben, dem Team jetzt ein neues Gesicht zu geben.

Colton Korn war schon frühzeitig als neuer Offense-Koordinator geholt worden, dazu wurde mit dem früheren Dukes-Quarterback Travis Harvey der Posten des Jugend-Headcoaches neu besetzt. Und mit der Verpflichtung von Nelson Hughes als neuem Quarterback setzte ein rasantes Wechselspiel auf den Positionen der US-Importspieler ein.

Middle-Linebacker Cory Magwood machte den Anfang, jetzt wurden auch die beiden restlichen Importplätze vergeben. Das heißt, neben Webster werden künftig auch Joshua Morgan, Richard Samuel und Andrew Berg nicht mehr im Kader der Dukes stehen. Neu dazugekommen sind jetzt Sterry Codrington und Richie Sanders.

"Die Position des Defense Back war unsere große Schwachstelle in der vergangenen Saison. Deshalb mussten wir da nachlegen", begründet Headcoach Eugen Haaf die Verpflichtung Codringtons. Der in Houston im US-Bundesstaat Texas geborene Modellathlet begann in der Highschool als Quarterback, spielte zudem als Wide Receiver und Linebacker, wurde später aber zum Safety umgeschult. "Er wird unsere Defense weiter verstärken", hält Haaf große Stücke auf den Neuzugang, der mit seinem Highschool-Team zwei nationale Meistertitel erringen konnte. Für das Stonehill College (Division II) machte der 24-Jährige über 200 Tackles in drei Jahren und führte damit die Statistik an. Ebenso wie für geblockte Kicks, mit denen er in der NCAA einen Rekord aufstellte.

"Seit ich mit dem Football begonnen habe, habe ich hart gearbeitet, um in Topform zu sein, wenn sich mir eine solche Chance bietet. Ich kann es kaum erwarten, für die Dukes an den Start zu gehen und in der GFL 1 gut abzuschneiden", fiebert er seinem Debüt bei den Herzögen entgegen.

Mit Richie Sanders wurde die Position des Slot Receivers besetzt. Er kommt aus Cleveland im Bundesstaat Ohio und hat sich dort besonders als Kick- und Punt-Returner hervorgetan. Nachdem er seine Karriere als Running Back begann, ist er vielseitig einsetzbar, was Haafs Philosophie entgegenkommt, der gern Spieler im Team hat, die er auf verschiedenen Positionen einsetzen kann. "Er ist sehr wichtig für uns", freut sich der Coach, "in den Staaten hat er in der Division II über 200 Yards pro Spiel gemacht. Das ist eine Kampfansage." Zuletzt spielte Sanders für die Mercyhurst-Universität und war dort mit 2220 erlaufenen Yards landesweit der erfolgreichste Receiver in der Division II. Zudem stehen 20 Touchdowns für ihn zu Buche.

Leicht ist den Verantwortlichen die Entscheidung, das Team so drastisch umzubauen, nicht gefallen, zumal sie mit ihren bisherigen, teilweise langjährigen Importspielern überaus zufrieden waren und diese auch bei den Fans hohes Ansehen genießen. "Aber", so Haaf, "alle Trainer waren sich nach vielen Gesprächen einig, dass wir jetzt durch die personellen Wechsel frischen Wind reinbringen können. Bei anderen Klubs ist so etwas an der Tagesordnung."

Dass alles so schnell über die Bühne ging, hat den Grund, dass die Spieler nicht nur in Ingolstadt auf der Wunschliste ganz oben standen. "Wenn wir da nicht schnell gehandelt hätten, wären die Spieler weg gewesen", macht Haaf deutlich. "Wir haben lange und intensiv gescoutet, zumal wir in den vergangenen Monaten zahllose Anfragen hatten", verdeutlicht Haaf, dass sich die Dukes inzwischen auch für Top-Spieler interessant geworden sind.

Im Vordergrund stand bei der Auswahl in erster Linie die Suche nach Spielern, die das Laufspiel verbessern können. "Da standen wir in der Liga ziemlich weit unten, während wir beim Passspiel zu den stärksten Teams zählen. Deshalb haben wir auch Leute wie Sanders geholt, der uns als Running Back sicher weiterbringen kann."