Halbmarathon Ingolstadt:
Favoriten laufen einsame Rennen
Ingolstadt (DK) Man wusste nicht so recht, über was Heiko Middelhoff mehr staunte. Darüber, dass er beim Ingolstädter Halbmarathon mit so gewaltigem Vorsprung ins Ziel lief oder über das riesige Weizenglas mit alkoholfreiem Bier, das ihm fast gleichzeitig mit der Medaille in die Hände gedrückt wurde.
"Doch es ging ganz gut", meinte Middelhoff später: "Man hatte mir gesagt, dass der Lauf nicht der Schnellste ist, da man auf sehr unterschiedlichen Belägen läuft und es um einige Kurven geht." Letztlich konnte das alles Middelhoff nicht bremsen: "Nur der Wendepunkt hinter der Staustufe war ein bisschen scharf. Aber es ging schon."
Nach der ersten Runde hatte es noch nicht nach einem so klaren Sieg für den Studenten ausgesehen. "Da waren wir noch zu Dritt", erinnerte sich Middelhoff, "erst in der zweiten Runde konnte ich mich langsam absetzen." Christian Dirscherl und Thomas Straßmeir, der Sieger der vergangenen beiden Jahre, waren in dieser Phase Middelhoffs ständige Begleiter. Der Rest des Spitzenfeldes spielte – mit Ausnahme des unerwartet starken Klaus Moosandl – beim Kampf um die ersten drei Plätze keine Rolle. Der Mann mit dem Spitzbart, der spätere Fünfte Michael Sailer aus Neuburg, hatte schon fast eine Minute Rückstand auf den Vierten.
Rundum zufrieden war trotz seines dritten Platzes der sonst so kritische Thomas Straßmeir. Der Aichacher hatte bereits am vergangenen Samstag die bayerischen Halbmarathon-Meisterschaften in 1:10:28 Stunden gewonnen, und war deshalb mit seinen 1:11:44 Stunden in Ingolstadt zufrieden. "Wenn man nicht Erster wird, kommt es immer darauf an, gegen wen man verliert. Und gegen Heiko kann man verlieren. Der ist bayerische Spitze."
Persönliche Bestzeit
Eine klare Angelegenheit war der Zieleinlauf auch bei den Frauen. Anna Kovalenko lief allen Konkurrentinnen weit voraus und siegte letztlich in 1:18:09 Stunden. "Das ist meine neue persönliche Bestzeit", freute sie sich und lobte außerdem die fröhliche Stimmung während der gesamten Veranstaltung: "Ingolstadt ist wirklich ein sehr schöner Lauf."
Die Siegerin der vergangenen beiden Jahre, Katharina Kaufmann von der LG Regensburg, war zwar gut 30 Sekunden schneller als 2007, konnte der Ukrainerin mit 1:21:21 aber zu wenig entgegensetzen. Überglücklich war dagegen Birgit Nixdorf. Für die Läuferin des MTV Ingolstadt ging "ein Traum in Erfüllung." In der Zeit von 1:26:16 wurde sie Dritte: "Bis auf einen Lauf war ich in Ingolstadt bei allen bisherigen Halbmarathons dabei. Aber auf einen der drei ersten Plätze kam ich noch nie."
Wie Nixdorf hatten auch die anderen gut 3300 Läufer einen stimmungsvollen Nachmittag erlebt. "Da standen Bierbänke an der Strecke, die Zuschauer haben gefeiert, gegrillt und uns angefeuert. So viele waren noch nie da", meinte Wolfgang Schöberl, der mit einer zehnköpfigen DONAUKURIER-Mannschaft gestartet war. "Vor allem auf der Schleife an der Donau entlang waren diesmal sehr viele Leute", freute er sich und verließ, wie die anderen 3300 Teilnehmer auch, mit einem zufriedenen Lächeln den Zielbereich. Halbmarathon kann glücklich machen – vielleicht sollte man im nächsten Jahr doch selbst mit dabei sein . . .
Von Gerhard von Kapff
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