Die Kellerkinder
Ingolstadt (DK) Eine Blutauffrischung zum Nulltarif als Lebensversicherung: Mit einer Vielzahl neuer Spieler starten die fünf Kellerkinder der Zweiten Fußball-Bundesliga aus der Winterpause und wollen den Abstieg noch verhindern. Schlusslicht Karlsruher SC, Hansa Rostock, der FSV Frankfurt und der FC Ingolstadt sowie Alemannia Aachen verpflichteten insgesamt 18 neue Spieler und waren damit für fast die Hälfte alles Transfers der Liga zuständig. Dabei kamen alle Neuzugänge ablösefrei.
Karlsruher SC
Gleich sechs neue Spieler holte Jörn Andersen nach Karlsruhe. Der Trainer ist zum Erfolg verdammt, steht er doch nach fünf Niederlagen in den fünf Spielen seit seinem Amtsantritt unter Druck. Sportdirektor Oliver Kreuzer stellt sich noch vor Andersen: „Die Bilanz ist bitter. Aber Jörn ist ein sehr guter Trainer. Ich gehe davon aus, dass wir mit ihm in die neue Zweitliga-Saison gehen.“ Die Generalprobe für die letzten 15 Spiele der Rückrunde ging jedoch gehörig daneben. Bei Drittligist Darmstadt 98 verlor der KSC 2:5.
Fazit: Es wird ganz schwer für die Karlsruher. Das Selbstbewusstsein ist nach der Vorbereitung extrem angeschlagen. Folgt nicht zum Auftakt der Befreiungsschlag droht die Drittklassigkeit.
Hansa Rostock
Bei Hansa Rostock, punktgleich mit dem KSC ebenfalls auf einem Abstiegsplatz, war die Sache mit den Neuverpflichtungen nicht so einfach. Wegen einer Steuernachzahlung in Millionenhöhe musste der Deutschen Fußball Liga (DFL) erst die Liquidität nachgewiesen und dann bei jedem Transfer die Erlaubnis eingeholt werden. Unterm Strich begrüßte Trainer Wolfgang Wolf nur zwei neue Spieler beim Training.
Fazit: Abstiegskandidat Nummer eins. Rostock fehlt es an Geld und Potenzial.
FSV Frankfurt
Etwas umtriebiger war man beim FSV Frankfurt, derzeit auf dem Relegationsplatz. Vier neue Spieler, darunter der Bundesliga-Profi Chadli Amri, sollen Trainer Benno Möhlmann einen Start nach Maß bescheren. „Wir müssen bei den Spielern auch im Kopf einiges ändern. Wenn man so lange mit nur wenig Erfolg Fußball gespielt hat, strotzt man nicht vor Selbstvertrauen“, sagte Möhlmann bei Amtsantritt. Erste Änderung: Handyverbot in der Kabine.
Fazit: Mit dem erfahrenen Trainer Möhlmann halten die Frankfurter den Relegationsplatz.
FC Ingolstadt
Bis Anfang November stand Benno Möhlmann noch in Ingolstadt unter Vertrag. In der vergangenen Saison war er der Retter, doch in der Hinrunde trennte man sich von Möhlmann. Tomas Oral soll den Abstieg verhindern und den Verein schnell nach oben führen. Schließlich wünscht man sich zum zehnten Jubiläum 2014 die erste Bundesliga-Partie in Ingolstadt. Zur Umsetzung der Mission gab es im Winter fünf neue Spieler.
Fazit: Der FC Ingolstadt hat gute Spieler verpflichtet. Die Schanzer brauchen zwar einen langen Atem, aber der Abstieg wird wohl erneut vermieden.
Alemannia Aachen
Der Tabellen-14., nur einen Punkt über dem Relegationsplatz, fiel ein wenig aus der Reihe. Von Quantität hielt man dort wenig und setzte zur Qualitätsoffensive an. Der einzige Neuzugang Albert Streit ist fußballerisch wohl zu gut für die Zweiten Liga, hat sich aber in den vergangenen Jahren dem Vernehmen nach menschlich als Amateur erwiesen. In Aachen geht man nun das Risiko Streit ein. Schließlich steht der Klassenerhalt auf dem Spiel.
Fazit: Integriert sich Neuzugang Streit, wird die Alemannia mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Von Timo Schoch








