Ingolstadt: Der Bann ist gebrochen
Es ist vollbracht: Die Handballerinnen vom Bayernliga-Aufsteiger HG Ingolstadt haben im siebten Anlauf den ersten Saisonerfolg gefeiert. ‹ŒArch - foto: Rimmelspacher
Ingolstadt

Es war vergangene Saison gut gelebte Tradition der Damen der HG Ingolstadt, nach siegreichen Spielen noch in der Halle ein Gruppenbild oder "Siegerselfie" zu machen. Als Landesliga-Meister gab es dazu naturgemäß zahlreiche Anlässe. In dieser Saison gab es bislang noch keines dieser Bilder voller strahlender Gesichter. Bislang. Bis zum vergangenen Samstag: Denn im siebten Anlauf hat es nun geklappt mit dem ersten Sieg in der Bayernliga - und das obligatorische Jubelbild tat besonders gut.

Dabei startete die Mannschaft von HG-Trainer Peter Geier zunächst verhalten in die Partie. Vor allem die defensive 6:0-Abwehrreihe hatte ihre Probleme mit den wendigen Rückraumspielerinnen aus Mittelfranken. "Wir haben bei nahezu jedem gegnerischen Angriff ein Tor kassiert", erklärte Geier. Die SG führte so zwischenzeitlich mit vier Toren (10:6), nach gut 14 Spielminuten sah sich Geier beim Stand von 8:12 genötigt, eine Auszeit zu nehmen. "Wir waren in der Abwehr zu passiv und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen." Deshalb stellte der Trainer auf eine offensivere 3:2:1-Deckung um, ohnehin seine präferierte Verteidigungsvariante.

Von da an lief es besser. Bis zur Halbzeit verkürzten die Schanzerinnen auf 15:17, auch weil der Angriff flüssiger spielte als zuletzt. Der Rückraum agierte beweglich, das Zusammenspiel funktionierte gut. Entscheidender Vorteil war aber auch die Rückkehr von Kreisläuferin Simone Jens in den Kader. "Simone ist ein ganz wichtiger Faktor", sagte Geier. "Mit ihr gewinnt man die knappen Spiele." Neuzugang Maria Regensburger stand zwar im Kader, wird aber erst langsam an die Mannschaft herangeführt und soll in den kommenden Wochen den Rückraum unterstützen.

Für den zweiten Durchgang war die Ansage klar: Die HG wollte weiter am Drücker bleiben. Die Schanzerinnen agierten folglich weiter mit einer 3:2:1-Abwehr und variablem Spiel im Angriff. In der 38. Minute gelang erstmals der Ausgleich, über 21:20, 23:21 und 25:21 spielte sich die HG schließlich sogar einen 29:24-Vorsprung heraus.

Dabei agierten die Ingolstädterinnen in der Abwehr äußerst flexibel. Sobald der Gegner eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe kassierte, wurden einzelne Spielerinnen der SG in die Manndeckung genommen, ansonsten war die HG durch die 3:2:1-Abwehr sehr präsent in den Zweikämpfen, wodurch einige Ballgewinne erzwungen werden konnten. Auch die Gäste aus Mittelfranken versuchten immer wieder, Rückraumspielerin Melanie Pöschmann durch eine Manndeckung aus dem Spiel zu nehmen, doch Geier wechselte im Angriff eine siebte Feldspielerin für die Torhüterin ein. So agierten die Gastgeberinnen in der Offensive in Überzahl, hatten aber das Risiko, dass der Gegner bei Ballgewinn auf das leere Tor werfen könnte. "Die Abläufe haben aber sehr gut funktioniert, wir haben nie ein Gegentor ins leere Tor hinnehmen müssen", sagte Geier.

In der Schlussphase kamen die Gäste allerdings wieder etwas heran, es drohte der Ausgleich. Doch da Ingolstadt mehr Wechselmöglichkeiten hatte, blieben für die letzten Minuten mehr Körner übrig - und die HG brachte einen Drei-Tore-Vorsprung über die Ziellinie. So brachte der Sieg dreierlei Gutes. Zwei Punkte in der Tabelle, die Erkenntnis, in der Bayernliga Spiele gewinnen zu können, und 60 Minuten, in denen verschiedene Abläufe unter Wettkampfbedingungen gefestigt werden konnten. Am kommenden Samstag treten die Ingolstädterinnen beim Tabellenschlusslicht DJK Rimpar an. Dann bietet sich eine gute Gelegenheit, diese drei Dinge zu wiederholen.

 

HG Ingolstadt: Hesse - Regensburger, Jens (6), Edelsbrunner, Ulisch (6), Pöschmann (15/4), Geier (5), Wunsch, Remy (1), Häußler, Günther (2), Jozak.