Eichstätt: "Bonusspiel" gegen Schweinfurt
Trotz seiner Tor-Krise stärkt Eichstätts Trainer Markus Mattes seinem Torjäger Yomi Scintu (links) den Rücken. Der 20-Jährige war mit sieben Treffern an den ersten elf Spieltagen furios in die Saison gestartet, zuletzt fehlte dem ehemaligen Ingolstädter aber das Glück. - Foto: Traub
Eichstätt

Meisterschaft, DFB- und Totopokal: Die Schweinfurter haben bis vor wenigen Wochen noch auf drei Hochzeiten getanzt. Nach dem 0:4 vor über 15 000 Zuschauern in der zweiten Hauptrunde gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt ist die Truppe um Trainer Gerd Klaus in den Alltag zurückkehrt - und da hinken die Unterfranken ihren eigenen Ansprüchen hinterher.

Man hatte zu Saisonbeginn auf Profitum umgestellt und den Aufstieg in die 3. Liga ins Visier genommen. Die professionellen Strukturen des ehemaligen Zweitligisten spiegeln sich beispielsweise darin, dass sie zum Auswärtsspiel beim FC Pipinsried während der Woche bereits einen Tag vorher angereist sind, um nach rund 270 Kilometer Fahrtstrecke keine müden Beine zu haben und sich optimal auf das Spiel vorbereiten zu können.

Für Eichstätter Verhältnisse ist das ein undenkbarer Vorgang. Trotz alledem läuft es beim 1. FC Schweinfurt, der sich nach einem 2:1 über den Drittligisten SpVgg Unterhaching für das Halbfinale des Bayerischen Totopokals qualifiziert hat, nicht nach Wunsch. "Der TSV 1860 München hat uns durch den Zwangsabstieg einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Klaus. Der Rückstand zu den Münchner Löwen beträgt mittlerweile nämlich satte neun Zähler - unter anderem aber auch, weil die Schweinfurter wie zuletzt beim 1:1 gegen den Tabellenletzten FC Unterföhring unnötig Punkte liegengelassen haben.

Am Montag stellten die "Schnüdel" ihre Qualität jedoch einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis und gewannen das Spitzenspiel gegen den 1. FC Nürnberg II verdient mit 3:0. Mit dem zehnten Saisonsieg verbesserte man sich auf den dritten Rang und hat nur noch einen Punkt Rückstand auf den FC Ingolstadt II, der am Wochenende spielfrei ist.

Beim VfB Eichstätt sieht man dem Heimspiel gegen den Tabellendritten gelassen entgegen. "Für uns ist das ein Bonusspiel. Den Druck haben die Gäste", sagt Trainer Markus Mattes. Der 42-Jährige hält den Ball bewusst flach, "auch wenn wir mit viel Selbstvertrauen auftreten können. Denn unsere sieben Punkte aus der Englischen Woche sind bei dieser Belastung aller Ehren wert."

Am viertletzten Spieltag vor der Winterpause kommt es auch zum Duell zweier offensivstarker Sturmreihen. Adam Jabiri (11) und Steffen Krautschneider (9) haben für die Schweinfurter zusammen 20 Treffer erzielt, Fabian Eberle und Yomi Scintu trafen jeweils siebenmal für die Eichstätter. Scintu, der furios in die Spielzeit gestartet war, steckt in einer Torkrise; er wartet bereits seit acht Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Mattes nimmt seinen Schützling jedoch in Schutz: "Es ist zuletzt viel auf ihn eingeprasselt und inzwischen stellen sich die Mannschaften auch auf ihn ein. Es ist der Wahnsinn, wie er manchmal attackiert wird."