Bis zuletzt hoffen die zahlreichen Zuschauer auf einen Sieg von Dennis Dickhardt im Duell mit Jülichs Brian Afanador. Der Hilpoltsteiner muss sich im letzten Duell des Tages aber knapp geschlagen geben und so reicht es "nur" zu einem 5:5..
Bis zuletzt hoffen die zahlreichen Zuschauer auf einen Sieg von Dennis Dickhardt im Duell mit Jülichs Brian Afanador. Der Hilpoltsteiner muss sich im letzten Duell des Tages aber knapp geschlagen geben und so reicht es "nur" zu einem 5:5.
Enzmann
Hilpoltstein

Für die Tabellenführung hat es also nicht ganz gereicht, auch nicht zum ersten Ligaerfolg gegen die Rheinländer. Doch bei einer Bilanz von 18:20 Sätzen und 346:358 Bällen kann Hilpoltstein mit dem Unentschieden ganz gut leben.

Zur Einordnung: Jülich belegt in der "ewigen" Bundesliga-Tabelle noch immer einen hervorragenden dritten Rang. Und auch, wenn die großen Zeiten vorbei sind - für exzellente Platzierungen waren die Rheinländer in der 2. Bundesliga immer gut. Auch heuer wollte der amtierende Vizemeister durchstarten, doch nach mehreren Abgängen vor dieser Saison müssen es nun die Jungen richten. Der Belgier Martin Allegro etwa, Brian Afanador (20), der Mann aus Puerto Rico oder der 19-jährige Weißrusse Aliaksandr Khanin. In der Mannschaft steckt viel Potenzial, doch reicht das, um die Liga zu halten?

Ein schwieriges Unterfangen für die erfolgsverwöhnten Rheinländer, nicht zuletzt in den Doppeln, wo Erfahrung und Feinabstimmung eine große Rolle spielen. Die Bilanz von 1:7 kommt nicht von ungefähr. Egal, es war eine Steilvorlage für die Hilpoltsteiner, die dieses Gastgeschenk jedoch nur teilweise annahmen. Während Petr David und Dennis Dickhardt locker gewannen, agierten Alexander Flemming und Nico Christ viel zu passiv. Das war zu wenig, um gegen die Links/Links-Kombination mit Tobias Rasmussen und Martin Allegro eine Chance zu haben. Mit 1:1 ging es in die Einzel.

Es war eine Art Blaupause für jeden e Hilpoltsteiner an diesem kurzweiligen Nachmittag, Und zwar auf geradezu typische Weise. Alexander Flemming absolvierte gegen Tobias Rasmussen mal wieder fünf Sätze, um schließlich mit 11:9 die Oberhand zu behalten und konnte auch lange gegen Jülichs herausragenden Akteur den Allegro mithalten, um dann doch zu verlieren.

Deutlicher waren die Ergebnisse bei Petr David. Der hatte zwar gegen Allegro nicht den Hauch einer Chance, machte dafür aber mit Rasmussen kurzen Prozess. Rauf und runter ging es bei Dennis Dickhardt, der gegen Khanin schnell mit 0:2 in Rückstand geriet. Danach musste Dickhardt erst einmal seine gerissenen Socken tauschen. Als der Hilpoltsteiner die Partie schließlich drehte und in fünf dramatischen Durchgang mit 13:11 die Oberhand behielt, waren die 340 Besucher in der Stadthalle völlig von den Socken. Schade dass Dickhardt gegen den Puerto Ricaner Brian Afanador den Sack nicht zumachen konnte.

Genau umgekehrt verliefen die Matches bei Rechtshänder Nico Christ, der Afandor niederhielt, wobei er während einer Spielsituation den Schläger von der rechten in die linke Hand wechselte und damit für einen der Glanzpunkte sorgte. In seiner zweiten Partie hatte Christ gegen Khanin dann keine Chance mehr. Auch wenn der TV damit eine 5:3-Führung verspielte, den Besuchern in der Stadthalle dürften die Darbietungen gefallen haben.

TV Hilpoltstein - indeland Jülich 5:5 - Dennis Dickhardt/Petr David - Afanador/Khanin 11:7, 11:3, 11:8, Alexander Flemming/Nico Christ - Rasmussen/Allegro 8:11, 6:11, 11:6, 9:11, Flemming Rasmussen 9:11, 11:8, 8:11, 11:8, 11:9, David - Allegro 6:11, 5:11, 7:11, Dickhardt - Khanin 6:11, 8:11, 11:9, 11:8, 13:11, Christ - Afanador, 11:9, 4:11, 11:8, 11:9, Flemming - Allegro 9:11, 12:10, 6:11, 9:11, David - Rasmussen 11:6, 11:9, 11:3, Dickhardt - Afanador 9:11, 8:11, 11:6, 8:11, Christ - Khanin 6:11, 10:12, 4:11-

 

Im Doppel-Heimspiel gegen die Spitzenteams aus Fürstenfeldbruck (3:9) sowie Bayern München II (2:9) hatte der Oberliga-Neuling nichts zu bestellen.

 

Zwar hatte sich das jüngste Team der Liga nach TV-Kapitän Andreas Wechsler "schon den einen oder anderen Spielgewinn mehr erhofft". Dennoch war der TV als klarer Außenseiter in die Duelle gegangen, und hat auch noch eine ungewöhnliche Anhäufung von Verletzungen im Kader zu beklagen: Johannes Stumpf fällt bereits seit Wochen mit einer Schulterverletzung aus. Die anderen Youngster Sebastian Hegenberger (Patellasehne) und Hannes Hörmann (Achillessehne) hatten zudem bereits im Training über Beschwerden geklagt, die auch am Samstag nicht zu übersehen waren. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Spitzenmann Tomek Kabacinski am Schlagarm, sodass mit Mannschaftsführer Wechsler und dem für Stumpf in die Bresche gesprungenen Nachwuchscrack Matthias Danzer nur noch zwei fitte Spieler im Kader standen.

Gegen Fürstenfeldbruck, angeführt vom Ex-Hilpoltsteiner Andras Podpinka, hatte Kabacinski noch an der Seite von Jaka Golavsek mit einem 3:0 über Joffre/Schinkel für einen gelungenen Auftakt gesorgt. Hörmann/Danzer (gegen Podpinka/Csetle) und Hegenberger/Wechsler (gegen Sampakidis/Krämer) hatten derweil keine Chance. Spätestens nachdem Kabacinski beim 1:3 gegen Joffre zu viele Chancen liegen ließ und Golavsek gegen Andras Podpinka wenig zu bestellen hatte, war der Spielverlauf vorgezeichnet. Daran konnten auch die einzigen Einzelerfolge des Spiels nichts ändern: Hörmann zeigte im Duell der Schüler gegen Sampakidis eine starke Leistung siegte 3:1. Den zweiten Zähler verzeichnete Wechsler gegen Marc Schinkel (3:0). Hegenberger und Danzer ließen danach bei ihren 1:3-Pleiten zu viele Chancen liegen. So ging es beim Stand von 3:6 in den zweiten Durchgang, in dem die Gäste schnell einen Schlussstrich setzten: Kabacinski konnte gegen Podpinka gar nicht mehr antreten. Golavsek zeigte eine prima Leistung gegen Joffre, unterlag aber knapp. Auch Hörmann verlor das sehenswerte Duell gegen Csetle, so war die 3:9-Pleite besiegelt.

Chancenlos waren die Hilpoltsteiner auch danach gegen den FC Bayern München II, der mit einem 4:0 zum Start zeigte, dass er zu den Topteams der Liga gehört. Selbstbewusst hatten die Gäste die Doppel gedreht und damit auch auf die Verletzung von Kabacinski reagiert. Golavsek/Hörmann unterlagen mit 0:3, Hegenberger/Wechsler hatten dagegen nach einer tollen Leistung Pech und verloren knapp. Nach der kampflosen Kabacinski-Niederlage gegen Daniel Rinderer konnte immerhin Golavsek den Trend stoppen und Topmann Uwe Liebchen 3:2 bezwingen. Hegenberger holte gegen Talent Nico Longhino den nächsten Punkt. Doch danach verloren Hörmann, Wechsler und Danzer allesamt mit 1:3 und die Partie war so gut wie entschieden. Da Kabacinski erneut nicht antreten konnte, besiegelte Golavseks 0:3 die 2:9-Gesamtpleite.