Hilpoltstein: Sahnehäubchen auf eine grandiose Saison
Erschöpft aber glücklich im Ziel: Mit dem 122. Platz unter 1431 Frauen bei der Ironman 70.3. Weltmeisterschaft in den USA geht für Theresa Wild eine erfolgreiche Triathlonsaison zu Ende. - Foto: Wild
Hilpoltstein

Wild zeigte sich mit ihrer Platzierung zufrieden, sammelte bei diesem besonderen Wettkampf aber insbesondere viel Erfahrung. Sie war mit ihrem Bruder Andi nach Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee geflogen. Den begehrten WM-Slot hatte sie sich im August letzten Jahres bei der 70.3 Ironman Europameisterschaft in Wiesbaden mit ihrem Titelgewinn in der Altersklasse W18-24 geholt, in Chattanooga wollte sie nun ihre erfolgreiche Saison beenden.

Doch dort mussten die Triathleten erst mal mit den heißen Temperaturen zurecht kommen. Bereits beim Schwimmen im Tennessee River war das Wasser 24 Grad warm. In Deutschland hätte das Neoprenverbot bedeutet, bei der WM durfte mit Neo geschwommen werden. Theresa fand über die 1,9 Kilometer im Wasser nicht ihr gewohntes Tempo und stieg nach 35:45 Minuten aus den Fluten. Auf der schwierigen Radstrecke verlor sie nach 60 Kilometern ihre Radflasche, was bei einem Hitzerennen natürlich fatal ist. So wechselte sie nach 90 Kilometern und einer Radzeit von 2:48 auf die Laufstrecke. Dort machten sich die Temperaturen um die 30 Grad besonders bemerkbar, zumal sechs giftige Anstiege über Brücken und Berge zu bewältigen waren. Theresa lief den abschließenden Halbmarathon trotzdem in einer guten Zeit von 1:38 und finishte somit nach 5:07:47. In dem hochkarätigen Starterfeld konnte sie sich unter 162 Starterinnen in ihrer Altersklasse W25-29 auf dem 28. Rang platzieren. Im Gesamtfeld der 1431 Frauen wurde sie 122. und war damit unter den ersten zehn Prozent aller Damen.

"Das war ein sehr hartes Rennen und dazu mega heiß. Meine lange Triathlonsaison machte sich bemerkbar und bei einer Weltmeisterschaft sind halt nur die Besten der Besten am Start. Klar hätte ich mir noch eine bessere Platzierung gewünscht, aber das ist jammern auf hohem Niveau", sagte Wild nach dem Wettkampf. "Ich hatte schließlich eine gute Zeit und die Strecke war wirklich nicht einfach." Für die 25-Jährige war der Wettkampf in den USA ein guter Abschluss einer anstrengenden Saison, die mit dem zehnten Platz beim Challenge Roth und Silber bei der Challenge-Meisterschaft in Samorin zwei Höhepunkte für sie parat hatte. Nun freut sich Wild darauf, weiter ihren Urlaub in Chattanooga genießen zu können. "Hier es gigantisch. Mein Bruder und ich hoffen sehr, dass wir von Wirbelsturm Irma verschont bleiben."

Den WM-Titel in Chattanooga holte sich der Spanier Javier Gómez in 3:49:45 Stunden. Bei den Damen heißt die neue Weltmeisterin Daniela Ryf. Die Schweizerin gewann in 4:11:49 Stunden.