34 gelbe Karten, drei gelb-rote und eine rote - der STV Deutenbach ist Letzter in der Fairnesswertung der Bezirksliga Süd und hat dementsprechend eine Visitenkarte in Greding hinterlassen. Die Schwarzachstädter diskutierten nach dem Spiel nicht den Endstand, sondern darüber, mit welchen Mitteln Partien beeinflusst werden können. "Ich habe die Beschimpfungen und Beleidigungen von außen nicht so mitbekommen, denn ich habe dort andere Aufgaben. Auf jeden Fall wollten wir Fußball spielen, der Gegner nach einer halben Stunde nicht mehr. Eines kam zum anderen, weitere Tore fallen nicht, dafür meine Spieler, die sich gegen die fiesen Attacken von hinten nicht wehren konnten", sagt TSV-Trainer Tobias Kratzer. "Dazu kamen angetrunkene Gästefans. Wir sollten aber das Augenmerk auf uns richten, denn wir haben nicht genügend Tore geschossen." Kratzer hatte nach dem Doppeljubel zum 2:0 direkt auf den dritten Treffer gehofft, vergeblich. "Ich habe gewusst, dass sich das rächt, wenn man wieder vor dem Tor unglaubliche Szenen abliefert und die Fans sich im Minutentakt die Haare raufen. Ich war selbst Stürmer und kann das schon in gewisser Weise nachvollziehen. Es ist aber gut, dass wir uns Chancen erarbeiten."

Jetzt geht die Fahrt zum SV Pölling und Kratzer misst dieser Begegnung eine hohe Bedeutung bei. Verliert die Mannschaft nämlich, wirken sich die drei vergangenen Remis äußerst negativ aus. Dazu kommt, dass mit den Pöllingern aus Gredinger Sicht absolut nicht zu spaßen ist. Der einzige Sieg in den letzten elf Begegnungen bei den Oberpfälzern rührt vom 1. August 2010 her. Ein unvergesslicher Tag. Der 2:0-Erfolg war zugleich Kratzer letztes Spiel seiner erfolgreichen Karriere. Mit einer schweren Knieverletzung musste er damals ausgewechselt werden. Die Truppe des Ex-Nürnbergers Thomas Brunner ist noch immer auf Formsuche und hat in den vergangenen sechs Partien nur das Derby gegen den FC Holzheim gewonnen. Das 0:2 in Freystadt zuletzt unter den Augen von Christoph Biedermann war eher Magerkost. Mit Philipp Kunze, Dominik Lettenbauer und Michael Knipfer kann der Gegner jedoch auf eine gefährliche Offensive zurückgreifen.