Hilpoltstein: Das Team der Stunde in der Oberliga
In herausragender Verfassung: Kapitän Andreas Wechsler (links) und Spielertrainer Darius Kabacinski haben großen Anteil an den Heimsiegen gegen Passau und Windsbach. - Foto: Tschapka
Hilpoltstein

Damit sind die Mannen um Kapitän Andreas Wechsler das Team der Stunde und dürften sich sogar ein bisschen ärgern, dass sie in der Hinserie so viele Punkte haben liegen lassen. Denn in der jetzigen Form dürften sich die Hilpoltsteiner sogar berechtigte Chancen ausrechnen, ganz oben reinzurutschen in der Tabelle. In der Realität dürfte dieser Zug längst abgefahren sein, schließlich rangierte man vor zwei Monaten noch mit 3:11 Punkten auf dem vorletzten Platz. Doch acht Wochen und sage und schreibe sieben Siegen später sieht die TV-Welt ganz anders aus. Statt der immer wieder kehrenden Frage nach der Entledigung der Abstiegssorgen werden die Burgstädter inzwischen immer häufiger gefragt, wer sie noch stoppen soll in der restlichen Oberligasaison.

Viele hatten dafür den mittelfränkischen Rivalen aus Windsbach auf dem Zettel, der am Samstagabend in Hilpoltstein antrat. Eine berechtigte Einschätzung, zählen die Windsbacher doch zu den vier Teams, die den anderen Mannschaften schon enteilt sind. Doch gegen Hilpoltstein hatten die Gäste von Anfang an keine Chance, zur Entfaltung zu kommen. Einen wichtigen 2:1-Vorsprung nach den Doppeln dank zweier Erfolge von Golavsek/Hörmann sowie Kabacinski/Wechsler bauten die Gastgeber binnen einer Stunde auf 6:2 aus. Auch zwei Niederlagen von Andreas Wechsler gegen den starken Bulgaren Kostatin Kostadinov sowie Jaka Golavsek gegen Tobias Ehret konnten Hilpoltstein nicht bremsen. Denn in der Folge durften wieder die drei seit Wochen überragenden TV-Akteure Hannes Hörmann, Sebastian Hegenberger und Tomek Kabacinski in die Box gehen.

Und wie schon in der gesamten Rückserie konnte sich Teammanager Uli Eckert auf das Trio verlassen: Hannes Hörmann stellte zunächst gegen den jungen Tschechen Denis Benes auf 7:4. Nachdem er zuvor schon den Gäste-Einser Tobias Ehret mit einer fehlerfreien Vorstellung entzaubert hatte, machte er im zweiten Einzel einen 1:2-Satzrückstand wett und siegte noch zweimal glatt. Nicht minder stark war Sebastian Hegenberger, der wie alle TV-Talente zuletzt eine tolle Entwicklung genommen hat. Dass er Martin Bindac derart glatt bezwingen würde, war bemerkenswert. Dass er den zweiten Tschechen, Waldemar Pal dann spielerisch niederhalten würde und auch noch im Kopf so stark war (13:11 im Entscheidungssatz), war ein kleines Meisterstück des Realschülers. Dass zudem Spielertrainer Tomek Kabacinski nach seiner Verletzung immer besser in Tritt kommt und in der Mitte zu den Besten gehört, belegen seine beiden 3:1-Siege vom Samstagabend. Den neunten Zähler hatte zuvor bereits das dritte TV-Talent, Matthias Danzer, geholt: er schlug Kapitän Andreas Staudacher locker mit 3:0.

Der 9:1-Sieg gegen Passau wenige Stunden zuvor war zu diesem Zeitpunkt schon fast vergessen, obgleich auch diesem eine starke Mannschaftsleistung vorausgegangen war. Wie gegen Windsbach hatten die Paarungen Golavsek/Hörmann und Kabacinski/Wechsler für eine 2:1-Führung gesorgt. Der am Abend etwas müde wirkende Frontmann Jaka Golavsek hatte mit zwei glatten Siege gegen Christoph Mader und Martin Schauer den auf dem Papier größten Anteil am Erfolg, derweil sich auch alle seine Mannschaftskameraden schadlos hielten. Hervorzuheben inmitten zahlreicher starker Leistungen war der Auftritt von Andreas Wechsler. Der Mannschaftsführer ließ Torsten Schaller, seit Jahrzehnten eine Bank in der Oberliga, keinen Stich.

Lohn für zwei tolle Mannschaftsleistungen ist nun der vorübergehende Sprung auf Tabellenplatz drei, wenngleich das aufgrund der gegenüber der Konkurrenz mehr absolvierten Spiele vermutlich nur eine Momentaufnahme ist. Dennoch genoss Hilpoltsteins Manager Uli Eckert den Moment wie sein überglückliches Sextett. Wie es denn zu der Leistungsexplosion und Entwicklung zur Mannschaft der Stunde binnen weniger Wochen kommen konnte, wurde der frühere Oberligaakteur gefragt. "Wir haben hier eine tolle Mischung von außergewöhnlichen Talenten, die allesamt enorm ehrgeizig und trainingsfleißig sind, daneben mit Jaka Golavsek einen starken Einser und mit Darius Kabacinski einen überragenden Mann in der Mitte.", sagte Eckert. "Da sich auch unser Kapitän Andreas Wechsler toll in deer Oberliga akklimatisiert hat, haben wir keinen Schwachpunkt. Und die Bodenhaftung wird bei uns sicher keiner verlieren."