Eichstätt: Der dritte Torwart muss ran
Schmerzen und Schwellungen: Während Wade und Knöchel von Torhüter Jonas Herter (rechts) inzwischen wieder abschwellen, hat es Benjamin Schmidramsl böse erwischt. Er muss für mindestens vier Wochen aussetzen. ‹ŒArchivfotos (2): Traub
Eichstätt

Die Auslosung der Pokalpaarungen war live im Internet übertragen worden. Als sich der TV Aiglsbach, Kreissieger des Fußballkreises Landshut, den VfB Eichstätt als Gegner aussuchte, freute sich Julian Kügel. Der 20-Jährige war erst im Sommer von Aiglsbach in die Domstadt gewechselt. "Ein Spiel gegen den Ex-Verein ist immer etwas Besonderes. Vor allem, weil mir die Mannschaft in den vergangenen beiden Jahren an das Herz gewachsen ist", sagt er.

Der 1,89 Meter große Mittelfeldspieler spielte in der Jugend für den SV Manching und schloss sich 2015 dem TVA an. Für den Bezirksligisten erzielte er in zwei Spielzeiten 22 Treffer und stieg in die Landesliga auf. Nun kommt er mit dem VfB zurück in den Landkreis Kehlheim.

Kügel war aber auch in den vergangenen Wochen immer mal wieder auf dem Sportplatz in Aiglsbach anzutreffen. "Wenn es bisher zeitlich gepasst hat, dann habe ich mir Spiele angeschaut", sagt er. Schließlich habe er aus der gemeinsamen Zeit dort viele Freunde. Deshalb sei er über das Pokal-Los dann doch nicht ganz so glücklich gewesen. "Denn wir werden Aiglsbach aus dem Wettbewerb schmeißen", sagt er, um dann mit dem nötigen Ernst fortzufahren: "Wir sind der Favorit, dürfen sie aber nicht auf die leichte Schulter nehmen."

Dass der Pokal seine viel zitierten eigenen Gesetze hat, weiß Kügel aus seiner Aiglsbacher-Zeit nur allzu gut. Im August 2016 setzte sich der TVA in der zweiten Runde dieses Wettbewerbs gegen den damaligen Drittligisten SSV Jahn Regensburg mit 5:4 (0:2, 2:2) nach Elfmeterschießen durch und sorgte so für eine faustdicke Überraschung. Kügel hatte seinerzeit in der regulären Spielzeit den 1:2-Anschlusstreffer erzielt. Im Achtelfinale scheiterten die Aiglsbacher dann am späteren Finalisten SV Wacker Burghausen mit 2:5.

VfB-Trainer Markus Mattes nimmt den Wettbewerb ernst. "Wir wollen eine Runde weiterkommen", sagt er. Eine B-Elf werde er deshalb nicht auf den Platz schicken. Und das ist auch gar nicht möglich. "Denn es dürfen nur Spieler zum Einsatz kommen, die auf der Regionalliga-Spielerliste stehen", erklärt der 42-Jährige.

Im Tor wird wohl erstmals in dieser Saison Max Dörfler stehen. Der momentane Stammkeeper Thomas Bauer wurde in der Partie gegen den FC Augsburg II verletzungsbedingt zur Halbzeit ausgewechselt. "Er hatte Leistenprobleme. Wir wollten kein Risiko eingehen und haben deshalb gewechselt", sagt Mattes. Bitter, dass sich dann auch noch der zweite Keeper, Jonas Herter, am Knöchel verletzte (siehe auch unten).