Über 50 Teilnehmer reisten von nah und fern, aus Berlin und vom Bodensee, aus Bonn, Aschaffenburg, München und Feucht an. Alle mit demselben Ziel: Die Pfeile möglichst oft in die goldene Mitte der Zielscheibe zu blasen und damit sieben Punkte abzuräumen. Wie jedes Jahr setzt sich das Teilnehmerfeld aus einer bunten Truppe zusammen. Schließlich gibt es bei dieser besonderen Sportart keine Einschränkungen. Die jüngste Teilnehmerin war elf, der älteste 82 Jahre alt. Sowohl Frauen als auch Männer messen sich an den Rohren und auch Menschen mit Handicap stellen sich jedes Jahr der Herausforderung. So auch die Gruppe des Franziskuswerks Schönbrunn, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die von der Blasrohr-Open nicht mehr wegzudenken sind.

So ist die Gredinger Blasrohr-Open, die immer Anfang des Jahres stattfindet, auch eine Art Treffpunkt von alten Bekannten. Doch die Truppe wächst: "In diesem Jahr sind wieder rund zehn neue Teilnehmer dabei", sagt der Gredinger Schützenmeister Wilfried Stautner, der auch für die Führung und Auswertung der Punktelisten verantwortlich ist.

Ein Wettkampf besteht aus insgesamt drei Sätzen, die jeweils aus sechs Runden bestehen. Am Ende hat jeder Teilnehmer 90 Schuss absolviert.

Sabine Wittmann ist nervös. Die junge Frau versucht heute zum ersten Mal ihr Glück am Blasrohr. Die anderen Teilnehmer stehen ihr beratend zur Seite: "Einfach pusten, als ob du eine Kerze ausbläst", kommt es von der einen Seite. "Und immer das Ziel im Blick behalten", heißt es von der anderen Seite. Dann kommt der entscheidende Tipp: "Zeige mit dem Finger genau auf das Ziel. Genauso hältst du das Rohr." Sabine Wittmann schießt - und trifft immerhin die Zielscheibe. Am Ende macht sie 201 Ringe und belegt damit den sechsten Platz in der Auswertung der Damen.

Die Nase ganz vorne hat Ruth Göttlinger mit 508 Ringen, gefolgt von Jennifer Johnston-Stautner mit 375 Ringen. Bei den Herren bleibt der Sieg heuer in Greding: Wilfried Stautner führt mit 572 Ringen das Rennen an, dicht gefolgt von Georg Bergmann, der im letzten Jahr die Siegerscheibe erhielt. In der Gruppe "Spezial", zu der Menschen mit Handicap zählen, führt Leonhard Krebs mit 446 Ringen die Liste an. Platz zwei geht an Christian Hoffmann mit 429 Ringen.

Bei den Jugendlichen sieht die Siegertabelle ähnlich wie im vergangenen Jahr aus: Jason Dorr gewinnt mit 618 Ringen, gefolgt vom Zweitplatzieren Jakob Dittmer mit 510 Ringen. Zwar schießen die unter 16-Jährigen nur aus einer Entfernung von sieben Metern und nicht, wie die Erwachsenen, aus zehn Metern, "618 aus 630 möglichen Ringen sind aber trotzdem der Wahnsinn", sagt Stautner. Es wird interessant zu beobachten sein, ob der Teilnehmer im nächsten Jahr sein persönliches Ziel von 620 Ringen erreicht.

Am Ende des Turniers gibt es noch ein Highlight, auf das sich die Teilnehmer besonders freuen: das Spaßschießen. Dafür hat Hermann Sammiller eine Art Dartscheibe erstellt, die es zu treffen gilt. Der krönende Abschluss eines aufregenden Tages im Schützenhaus.

Doch nach dem Turnier ist vor dem Turnier, denn Blasrohrschießen erfreut sich immer größerer Beliebtheit und darum finden bereits in naher Zukunft weitere Wettkämpfe statt. So wollen einige Gredinger unter anderem beim 2. Unterfranken-Pokal in Neubrunn bei Würzburg (24. Februar) an den Start gehen und am 25. März findet die Franken Blasrohr Open in Feucht statt. Einen Höhepunkt gibt es dann vom 20. bis 22. April, wenn zum ersten Mal eine Europameisterschaft im Blasrohrschießen ausgetragen wird. Dabei können sich Teilnehmer jeden Alters in Österreich gegen internationale Gegner im 3D-Blasrohrschießen - hier wird auf Kunststofftiere im Gelände geschossen - messen. Und wie sollte es auch anders sein - die Gredinger Schützen sind natürlich auch hier mit am Start.