Eine Woche lang hat sich Zweitligist Nürnberg im türkischen Belek auf die restlichen 15 Spiele vorbereitet. Es lief fast alles nach Plan, Trainer Rene Weiler zog ein positives Fazit. Der Tabellen-Dritte kehrte am Montag ordentlich motiviert zurück nach Franken. Nach fünf Siegen in Serie zum Abschluss des Jahres 2015 ist der 1. FC Nürnberg aktuell Dritter - und möchte das auch unbedingt bleiben. Bestärkt von einem erfolgreichen Trainingslager in der Türkei glauben die Nürnberger an ihre Rolle im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg. Allerdings sei man vom Aufstieg „weit entfernt“, betonte Weiler. Rang drei sei „eine schöne Momentaufnahme“.

Die Stimmung könnte nicht besser sein. „Produktiv“ nennt Weiler die Atmosphäre rund um seine Mannschaft, die in Belek zweimal gewann. Gegen den SV Grödig (2:0) und Ujpest Budapest (2:1). Gegen die Ungarn erzielte Winter-Zugang Zoltan Stieber seinen ersten Treffer für den neuen Arbeitgeber; bis Saisonende ist der offensive Mittelfeldspieler vom Hamburger SV ausgeliehen. Sollte es etwas mit dem so ersehnten Aufstieg werden, könnte ihn der Club sogar fest verpflichten.

In der Hinserie durfte der Ex-Fürther Stieber, der Alessandro Schöpf nach dessen millionenschweren Transfer zum FC Schalke ersetzen soll, lediglich sieben Minuten spielen in der Bundesliga. „Mir war klar, dass ich in der Winterpause was machen muss“, sagte er in Belek. Als die Anfrage aus Nürnberg kam, habe er nicht lange überlegen müssen. Stieber will sich auch noch für einen Platz im EM-Aufgebot seiner Ungarn empfehlen.

Ob der 1. FC Nürnberg bis zum Wochenende noch weitere Verstärkungen holen wird, hängt von möglichen Entwicklungen auf dem Transfermarkt ab. Der Aufstiegskandidat ist noch auf der Suche nach einem Stürmer fürs Zentrum und nach einem rechten Verteidiger. „Vielleicht gibt's noch ein Schnäppchen, eine ideale Konstellation“, sagt Weiler, „man soll niemals nie sagen“. Platz wäre im Kader, nachdem Stefan Kutschke (Dynamo Dresden), Willi Evseev (Holstein Kiel) und Jakub Sylvestr (SC Paderborn) verliehen wurden. „Wir wollen es uns möglichst lange offen lassen und vielleicht auf etwas reagieren, was wir jetzt noch gar nicht wissen können“, ergänzt Sportvorstand Bornemann.

Auch mit dem vorhandenen Personal fühlt sich der „Club“ stark genug, um bis zum Schluss oben dabei zu bleiben. Die Eindrücke aus Belek sprechen dafür. „Wir hatten Glück mit dem Wetter, wir hatten Glück, dass sie niemand ernsthaft verletzt hat“, sagte Weiler. Nur Kevin Möhwald muss wegen einer Bänderverletzung noch ein paar Tage kürzer treten. „Die Einheiten waren intensiv, der Geist war gut, wir haben eine homogene Gruppe“, fand Weiler. Beinahe ideale Voraussetzungen, um ab dem 6. Februar bei 1860 München nochmal richtig anzugreifen.