Jens Keller musste überraschend bei Union Berlin gehen Jens Keller musste überraschend bei Union Berlin gehen
Jens Keller musste überraschend bei Union Berlin gehen
© 2017 SID

Lutz Munack, Geschäftsführer des Fußball-Zweitligisten Union Berlin, hat die Entlassung des Trainers Jens Keller gerechtfertigt. "Wir haben uns aufgrund der sportlichen Entwicklung dazu entschieden. Wir haben trotz aller Investitionen eine klare sportliche Linie nicht erreicht", sagte Munack im Gespräch mit dem RBB: "Wir hatten zum zweiten Mal in dieser Saison eine Phase, in der wir keinen sportlichen Halt gefunden haben."

Zu den Umständen der überraschenden Trennung am Montag sagte Munack, Keller habe "das Gespräch abgebrochen, daher hat es nur 20 Sekunden gedauert. Von meiner Seite aus gab es ein Gesprächsangebot." Der frühere Bundesligatrainer (Stuttgart, Schalke) hatte zuvor gesagt: "Der Verein hat mir seine Entscheidung gesagt - was soll man da als Trainer noch groß reden. Ich habe das zur Kenntnis genommen und mich dann verabschiedet."

Anschließend sei er in die Kabine zu den Spielern gegangen, um sie darüber zu informieren. "Die Mannschaft konnte das auch nicht nachvollziehen, weil wir intern ein sehr gutes Verhältnis hatten, sehr respektvoll. Alle waren sehr überrascht", berichtete Keller. Munack meinte dazu: "Es gibt zwei Dinge: das normale Tagesgeschäft, in dem Emotionen frei werden und die Entscheidung anhand fachlicher Dinge. Die Mannschaft und der Trainer hatten kein Zerwürfnis."

Dennoch sei die Entscheidung unumgänglich gewesen, auch wenn Munack verstehe, "dass es einen Moment der Überraschung gab. Ich verstehe auch, dass die Konsequenz, mit der wir das vollzogen haben, für viele überraschend ist."

Kellers Nachfolger Andre Hofschneider traue er zu, die "Chancen für das Ziel Bundesliga aufrecht zu erhalten". Hofschneider sei jemand, "der den Verein und den Kader kennt und der zum jetzigen Zeitpunkt den Funken Mentalität einbringt, der uns deutlich fehlt". Nach drei Spielen ohne Sieg hat Union als Vierter den Anschluss an das Top-Trio der Liga verloren.

Keller selbst trat den Gerüchten entgegen, er habe während seiner Zeit bei Union mit anderen Klubs verhandelt. "Ich habe jegliche Angebote und Anfragen mit dem ersten Anruf abgewiegelt, weil ich mich hier wohl gefühlt habe und mit dem Verein und der Mannschaft etwas aufbauen wollte", sagte er dem RBB. Bei Sport1 fügte Keller hinzu, er habe derzeit noch keinen Plan für die nähere Zukunft: "Ich mache mir auch noch keine Gedanken, verarbeite die Dinge in aller Ruhe und lasse alles auf mich zukommen. Und ich möchte betonen, dass ich aktuell keinen Kontakt zu irgendeinem Verein habe."