Präsident Köppel?
Gladbach (DK) Seine alte Liebe Borussia Mönchengladbach lässt ihn nicht los. Rund 14 Jahre war Horst Köppel (Foto) als Spieler und Trainer beim Bundesligisten unter Vertrag, sodass dem 62-Jährigen die aktuelle sportliche Talfahrt natürlich nahe geht. "Seit Jahren ist da schon nichts mehr wirklich vorwärts gegangen", sagt Köppel, der nun möglicherweise in einer dritten Funktion für die Gladbacher aktiv werden will. Die "Initiative Borussia", die unter anderem Stefan Effenberg als neuen Sportdirektor beim Bundesligisten installieren will, hat Köppel als neuen Präsidentschaftskandidaten des Klubs vorgesehen. Heute will man auf einer Pressekonferenz das Konzept vorstellen. Unser Redakteur Norbert Roth hat mit dem ehemaligen Trainer des FC Ingolstadt gesprochen.
Herr Köppel, stimmt es, dass sich auch die Ex-Borussen Günter Netzer und Berti Vogts der "Initiative Borussia" angeschlossen haben?
Horst Köppel: Grundsätzlich ja, wobei die beiden sicher keine offizielle Funktion übernehmen können. Berti Vogts ist schließlich immer noch Trainer in Aserbaidschan und Günter Netzer beruflich sehr stark eingespannt. Aber wir wollen einen Beirat gründen, in dem uns beide mit ihren Kontakten sicher sehr helfen können.
Sie machen sich offenbar große Sorgen um die Borussia.
Köppel: Ganz ehrlich, der Verein spielt nun schon seit Jahren gegen den Abstieg. Zwei Mal ist man ja auch abgestiegen, 1999 übrigens unter Trainer Rainer Bonhof (der aktuelle Vizepräsident, der ebenfalls abgelöst werden soll, Anmerk. d. Red.). Mit der Tradition, dem Stadion, den Fans und den Sponsoren muss die Borussia mehr erreichen und sich zumindest in der ersten Liga etablieren können.
Was muss sich ändern?
Köppel: Zunächst müssten sicher der Vorstand und der Sportdirektor gewechselt werden. Stefan Effenberg wäre als neuer Mann jemand, der etwas bewegen kann, der Ahnung hat, ein Leader ist und die entsprechende Autorität mitbringt.
Ist Ihr mögliches Engagement unabhängig von der Spielklasse?
Köppel: Klar, wobei es natürlich besser wäre, wenn wir die Liga halten würden. Wenn wir die restlichen beiden Spiele gewinnen, ist zumindest der Relegationsplatz machbar. Bei einem Abstieg müsste man erstmal sehen, welcher Spieler dann überhaupt noch einen Vertrag hat. In solche Dinge haben wir bislang ja keinen Einblick.
Sie benötigen auf der Jahreshauptversammlung am 29.Mai eine Zweidrittel-Mehrheit, um die Ideen durchzusetzen. Ist das zu schaffen?
Köppel: Leider muss man sagen: Wenn wir absteigen ja, wenn wir drin bleiben, wird es ganz schwer.
Bei einem Abstieg würden Sie wieder auf den FC Ingolstadt treffen. . .
Köppel: Ja (lacht). Ich war gegen Hertha BSC zum ersten Mal im neuen Stadion. Nächste Woche bin in Ingolstadt zu einem Geburtstag eingeladen, die Verbindung besteht also immer noch.
Donaukurier
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