Die starken Leistungen wirken natürlich auch auf die aktuelle Runde. Lienen ist inzwischen auf den Posten des Technischen Direktors gewechselt, sein Werk soll nun der bisherige Co-Trainer Olaf Janßen weiterführen. Und da die Rückrunden-Elf der Vorsaison nahezu komplett gehalten, in Teilen sogar noch verstärkt werden konnte, gilt der FC St. Pauli in diesem Jahr sogar als einer der Kandidaten für den Aufstieg.

Auf solche Träume angesprochen sagt Janßen immer wieder das Gleiche: "Es ist wichtig, dass wir bescheiden blieben." Nach bislang fünf Spieltagen liegt sein Team mit zehn Punkten indes auf einem aussichtsreichen fünften Platz, nur drei Zähler hinter Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf.

Nach dem jüngsten 1:0 beim 1. FC Nürnberg ließ der Trainer dann auch zumindest ein wenig Genugtuung durchblicken. "In der letzten Saison hatten wir nach 17 Spielen elf Punkte, heute haben wir bereits nach fünf Spielen zehn Punkte. Das sagt alles."

Dabei verläuft die bisherige Saison für den Kiezklub aufgrund der Verletzungssorgen alles andere als einfach. In Nürnberg hatte St. Pauli gleich auf neun Akteure, darunter einige Führungsspieler, verzichten müssen. Mit Abwehrchef Lasse Sobiech, Mittelfeldlenker Christopher Buchtmann und Vollstrecker Aziz Bouhaddouz fehlte gleich eine komplette Achse - dennoch verbat sich Janßen vor dem Spiel jegliche Jammerei.

Mit dem dritten Saisonsieg verfestigte sich unterdessen der Eindruck, dass die Mannschaft auch unter Janßen funktioniert. St. Pauli ist voll auf Kurs.

Vor dem Duell mit dem FC Ingolstadt kommen prompt die nächsten guten Nachrichten. Denn das Lazarett bei St. Pauli lichtet sich. Stürmer Bouhaddouz und die Defensivspieler Yi-Young Park und Luca Zander sind vor dem Heimspiel am Samstag in die Mannschaft zurückgekehrt. Auch Innenverteidiger Sobiech hat nach einer überstandenen Kopfverletzung das Training wieder aufgenommen. Mittelfeldspieler Buchtmann soll ebenfalls bald zur Mannschaft stoßen. Zumindest Bouhaddouz und Zander könnten am Samstag wieder zum Einsatz kommen. Vor allem hinter dem Einsatz von Sobiech steht aber ein großes Fragezeichen, nachdem der Abwehrchef zuletzt vier Wochen pausiert hat.

"Unsere Personalsituation hat sich sehr positiv entwickelt", sagte Cheftrainer Janßen dennoch erfreut. Auch wenn der FC Ingolstadt einen Fehlstart hingelegt hat und auf Platz 15 liegt, warnt Janßen davor, den Gegner falsch einzuschätzen. "Der Tabellenplatz spiegelt nicht die Qualität dieser Mannschaft wieder. Wir treffen auf die personell bestbesetzte Mannschaft der Liga. Die werden mächtig Dampf machen."