Mittwoch, 30.05.2012 |

 

16.02.2012 20:35 Uhr | 647x gelesen
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"Es läuft einfach richtig gut"


Fürth (DK) Er lässt die gegnerischen Verteidiger regelmäßig behäbig aussehen, ist enorm sicher in der Ballannahme, spielt körperbetont und elegant. Elf Tore in der zweiten Liga und zwei im Pokal hat er bereits erzielt. Für den Kanadier Olivier Occean könnte die Saison bei der SpVgg Greuther Fürth kaum besser laufen.


Am kommenden Sonntag im Derby beim FC Ingolstadt (13.30 Uhr) zählen die Kleeblätter wieder auf ihren Torjäger.

Fußballspielen lernte er in Montreal, durch ein Stipendium kam er zum Sportstudium in die USA. Bei einem Trainingslager in Spanien entdeckte ihn ein norwegischer Verein und holte Occean nach Europa. Von Norwegen über Kickers Offenbach schließlich kam er vergangenen Juli zur SpVgg Greuther Fürth. Eine ungewöhnliche Investition für die Franken, die eigentlich auf junge, gut ausgebildete und ablösefreie Spieler setzen. Für den damals 29-Jährigen aus der 3. Liga legte der Verein 200 000 Euro auf den Tisch. Doch bereits jetzt hat sich jeder Euro bezahlt gemacht.

In Fürth wollten sie den Kanadier unbedingt und stachen in ihrem Werben auch finanzkräftigere Zweitligisten wie den VfL Bochum aus. „Es war ein gutes Gefühl hierher zu kommen. Wegen der Gespräche mit dem Trainer, Manager und Präsidenten“, erzählt Occean. „Wir wollten ihn, weil er von seinem Spielerprofil perfekt zu uns passt“, sagt sein Trainer Mike Büskens. „Er ist sehr gut in der Ballbehauptung, stark im Kopfballspiel und hat die nötige Abgeklärtheit vor dem Tor.“

Noch in der Vorbereitung im Sommer allerdings wirkte Occean bisweilen wie ein Fremdkörper in der Mannschaft. Mit dem Saisonstart aber legten er und sein derzeit verletzter Sturmpartner Christopher Nöthe los. 20 Tore schossen die beiden bis zur Winterpause, viele waren sehenswert herausgespielt. Wie auch das entscheidende Tor im Viertelfinale des DFB-Pokals, als Occean die Hoffenheimer Abwehr schwindelig spielte und die SpVgg erstmals ins Halbfinale schoss. Die Fans haben den unaufgeregten, freundlichen Kanadier ins Herz geschlossen. Jedes zweite verkaufte Trikot trug in den ersten Monaten seine Nummer, die 25. „Er ist ein Teamplayer und hat eine gute Übersicht, weiß, wann er selbst abschließen oder besser abgeben sollte“, sagen die Fans über ihn.

Der kanadische Nationalspieler ist kein Lautsprecher. Mit seiner Frau und den zwei und fünf Jahre alten Söhnen wohnt der 30-Jährige in Nürnberg. „Er ist generell zurückhaltend“, sagt sein Trainer über ihn. Auch deswegen passt er gut zu diesem Verein, der in dieser Saison bislang attraktiven, schnellen Fußball zeigt und Superlative liefert. 47 geschossene Tore bei nur 18 Gegentreffern – beides Bestwerte in der 2. Bundesliga. Nicht der Einzelne spielt die Hauptrolle, sondern das Team. Auch wenn zurzeit Neuzugang Gerald Asamoah die Schlagzeilen beherrscht. „Mir ist das ganz recht so“, sagt Occean und lächelt. Beide haben am vergangenen Sonntag beim 5:1-Sieg die Paderborner Abwehr aufgemischt – gerade so, als würden sie schon lange zusammen spielen. „Es läuft einfach richtig gut im Moment“, sagt Occean und lächelt wieder.

 


Von Sandra Mönius

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