Inzwischen trägt Mölders mit Leidenschaft das Trikot des größten Bayern-Rivalen und wird am Sonntag (15 Uhr) zum ersten Mal seit August 2015 wieder in der Arena auflaufen. "Sollte ich ein Tor schießen, werde ich auch jubeln", sagt der 32-Jährige vor seiner Rückkehr, bei der zugleich eine neue Rekordmarke aufgestellt wird.

20.000 Zuschauer, so viele wie nie zuvor in einer Regionalliga-Partie, werden erwartet, wenn die zweite Mannschaft des Bundesligisten gegen den Regionalliga-Tabellenführer antritt, der noch vor Kurzem von Erstliga-Duellen mit dem FCA träumte. Mölders war dabei, als die Löwen von der Zweiten in die Vierte Liga durchgereicht wurden. "Es war die schlimmste Zeit, die ich im Fußball erlebt habe", sagt er und betont: "Jetzt macht's aber wieder richtig Spaß." Nicht ganz so viel allerdings wie beim FC Augsburg, wo Mölders seine sportlich beste Phase erlebt hatte. Das Spiel am Sonntag verbindet vor einer bundesligareifen Kulisse auf ungewöhnliche Art und Weise Mölders' Karriere seit 2011.

Inzwischen ist der Stürmer Löwe durch und durch. Auch, weil er selbst eine entscheidende Rolle beim Höhenflug der Sechziger spielt. Acht Tore und sieben Vorlagen hat Mölders (wenn auch nicht in körperlicher Top-Form) beigetragen. Gewinnen die Löwen in Augsburg zum insgesamt 13. Mal in dieser Saison, ist ihnen der unbedeutende Herbstmeister-Titel nicht mehr zu nehmen. "Wir sind der Favorit und diese Rolle müssen wir annehmen", sagt Mölders.

Wie es am Saisonende, nach einem möglichen Aufstieg, weitergehen wird? Mölders ist in diesem Punkt ebenso unsicher wie ein Großteil des Kaders. Insgesamt laufen zwölf Verträge im nächsten Sommer aus, auch der des Stürmers. "Ich habe mit Daniel Bierofka gesprochen. Wir machen das jetzt bis Sommer und dann schauen wir", sagt der 32-Jährige, der betont: "Zwei bis drei Jahre möchte ich auf jeden Fall noch spielen." Und die Löwen anschließend auch als Tattoo auf seiner Brust verewigen? Bislang vertreten sind dort Rot-Weiß Essen (Heimatverein), der MSV Duisburg (erste Bundesliga-Station), der FSV Frankfurt (erstes Zweitliga-Tor) und der FC Augsburg (erstes Bundesliga-Tor) "Bei 1860 muss auch was Außergewöhnliches passieren", lacht Mölders. Möglicherweise ja schon am Sonntag vor rund 20.000 Zuschauern in seiner alten Heimat.