Torschütze Adam Zrelak (links) und Club-Trainer Michael Köllner ließen sich nach dem 1:1 beim FC Ingolstadt vor der Nürnberger Fankurve feiern. Rund 4000 Club-Anhänger sorgten im Derby bei den Schanzern für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Torschütze Adam Zrelak (links) und Club-Trainer Michael Köllner ließen sich nach dem 1:1 beim FC Ingolstadt vor der Nürnberger Fankurve feiern. Rund 4000 Club-Anhänger sorgten im Derby bei den Schanzern für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Gebert
Ingolstadt
"Das war ein Big Point", meinte der 23-jährige Slowake, der sein Team mit seinem ersten Treffer im Club-Trikot vor einer Niederlage bewahrt hatte. "Schade, dass es nicht der Siegtreffer war. Aber ich bin sehr erleichtert über mein erstes Tor. Jetzt fühle ich mich besser", sagte Zrelak, der eine lange Leidenszeit hinter sich hat. Bereits nach dem vierten Spieltag brach sich der Mittelstürmer den Mittelfuß und musste lange pausieren. Erst vor fünf Wochen absolvierte der Millioneneinkauf des vergangenen Sommers seinen ersten 90-Minuten-Einsatz, nun klappte es in seinem neunten Zweitliga-Spiel mit dem ersten Tor.

"Adam hat eine harte Zeit hinter sich. Das Tor wird ihm ein Riesenselbstvertrauen geben für die letzten Spiele. Wir waren uns von Beginn an sicher, dass es ein guter Transfer war", sagte Trainer Michael Köllner und lobte seinen Stürmer: "Er hat im Training Gas gegeben und hat das Herz am richtigen Fleck."

Auch Verteidiger Georg Margreitter freute sich für seinen Mitspieler. "Das war ein ganz wichtiger Punkt. Adam hat ein super Tor gemacht. Ich hoffe, dass der Knoten nun bei ihm aufgegangen ist und ihm das Tor Auftrieb gibt. Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass er's kann - auch mit dem rechten Schlappen", sagte der Österreicher über den Linksfuß.

Ansonsten schrieb der Innenverteidiger, der nach 48 Sekunden per Kopf die erste große Gelegenheit des Spiels verbuchte, den Punktgewinn vor allem der Kampfkraft seines Teams zu. "Wir hatten nicht unseren besten Tag, vor allem in der ersten Halbzeit. Aber wir haben uns mit Kampf den Punkt erarbeitet. Es ist eine Qualität von uns, dass wir zurückbeißen, wenn wir in Rückstand sind. Das sind auch Tugenden, die man braucht, wenn man hochwill", meinte Margreitter, der zusammen mit dem wieder einsatzberechtigten Ewerton im Abwehrzentrum wie eine Wand stand. Obwohl die Schanzer mehr Ballbesitz hatten und das Spiel dominierten, prallten ihre Offensivbemühungen weitgehend ab.

Umgekehrt ließen die Nürnberger, bei denen lediglich Linksverteidiger Tim Leibold Offensivdrang zeigte, Eigeninitiative nach vorne vermissen. Und so wussten sie auch, bei wem sie sich bedanken mussten. "Wenn Kutschke den reinmacht, wird's schwer", meinte Margreitter und spielte auf die Szene in der 63. Minute an, als der FCI-Stürmer alleine auf Club-Keeper Fabian Bredlow zulief, diesen aber nicht überwinden konnte.

"Der Punkt fühlt sich noch ein bisschen wertvoller an, weil Düsseldorf verloren hat. Wir sammeln die Punkte momentan sehr zäh und schwer. Aber wir verlieren nicht. Die Konkurrenz lässt auch Punkte liegen. Das ist in dieser Saison so, weil die Liga so ausgeglichen ist. Das sollte uns am Ende zugutekommen", sagte Margreitter und blickte optimistisch auf die nächste Aufgabe bei Verfolger Holstein Kiel. "Wir schauen nicht auf den Abstand nach unten, denn ein Vermeidungsziel pusht uns nicht. Wir versuchen, ganz oben hinzukommen."

Damit spricht er auch seinem Trainer aus der Seele, der die Meisterschaft als Ziel ausgegeben hat und deshalb Stammsechser Patrick Erras aus der Startelf rotierte. "Er sollte eine Pause bekommen vor den letzten Spielen", begründete Köllner die Maßnahme. In Kiel muss er zudem den dann gelbgesperrten Leibold ersetzen. "Das tut weh. Aber wer hätte nach seiner Verletzungsgeschichte gedacht, dass er mal so ein Dauerbrenner wird", meinte Köllner. "Wir haben genügend andere, die ihn ersetzen können."