Nasser Al-Khelaifi ist weiterhin im Visier der Behörden Nasser Al-Khelaifi ist weiterhin im Visier der Behörden
Nasser Al-Khelaifi ist weiterhin im Visier der Behörden
© 2017 SID

Neue Enthüllungen im Korruptionsskandal um den Präsidenten des französischen Fußball-Erstligisten Paris St. Germain, Nasser Al-Khelaifi, und den früheren FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke: Wie die italienische Polizei am Freitag mitteite, hat sie eine Villa in Porto Cervo auf Sardinien durchsucht und beschlagnahmt. Nach Angaben der Ermittler soll Al-Khelaifi diese Valcke als "Mittel zur Bestechung" im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten für Fußball-Weltmeisterschaften zur Verfügung gestellt haben.

Die "Villa Bianca" besitzt nach Polizeiangaben einen Wert von rund sieben Millionen Euro und ist im Besitz einer internationalen Immobilien-Agentur. Mehrere Personen, die mit der Agentur in Verbindung stehen, seien befragt worden. Die Razzia soll im Beisein eines "Repräsentanten der Schweizer Regierung" durchgeführt worden sein. Valckes Anwalt Stephane Ceccaldi sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP am Freitag, sein Mandant habe für die Villa Miete bezahlt.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte am Donnerstag ein Strafverfahren gegen Valcke, den früheren Generalsekretär des Weltverbandes, und Al-Khelaifi, der gleichzeitig Geschäftsführer des Medienkonzerns beIn-Sports ist, eröffnet. Es geht um den Verdacht der Bestechung, des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung.

Valcke soll, so der Vorwurf des bereits im März eröffneten, aber erst jetzt bekannt gewordenen Strafverfahrens, bei der Rechtevergabe "für bestimmte Länder an den Weltmeisterschaften von 2026 und 2030 von Nasser Al-Khelaifi nicht gebührende Vorteile angenommen" haben.