Eiskalter Auftakt
Ingolstadt (DK) Es wird ein frostiger Empfang für den Tabellenführer. Temperaturen zwischen minus neun und minus 15 Grad sind für Samstag angesagt, wenn Zweitligist FC Ingolstadt um 13 Uhr Primus Fortuna Düsseldorf erwartet. „Wir werden bis in die Haarspitzen motiviert sein“, sagt Trainer Tomas Oral.

Kopfbedeckungen sind am Samstag nicht erlaubt: Florian Heller (links) trainierte während der Woche gut verhüllt, während Teamkollege Ralph Gunesch schon mal den „Ernstfall in kurz“ probte - Foto: Bösl
FC-Kapitän Stefan Leitl mag sich von den ungemütlichen Umständen jedoch nicht den Spaß verderben lassen. „Klar, die Luft in der Lunge brennt schon ordentlich bei der Kälte“, sagt der Routinier, „aber nach der langen Vorbereitung ist die Vorfreude so groß, dass ich froh bin, wenn es endlich wieder losgeht.
Mit Handschuhen, dünnen langen Hosen und wärmender Salbe werden sich die Ingolstädter Spieler also auf die Verhältnisse einstellen, damit für das Projekt Klassenerhalt nach Möglichkeit schon zum Rundenauftakt die ersten Zähler gesammelt werden können. „Die Verhältnisse sind nicht optimal, aber das bringt der Job als Fußballer nun mal mit sich. Wir sollten uns durch das Thema nicht verrückt machen lassen, stattdessen Gas geben und gewinnen“, sagt Manuel Schäffler.
Ob es der Neuzugang gleich zum Auftakt in die Startelf schafft, wollte Trainer Oral am Freitag noch nicht verraten. In der Vorbereitung hatte der Ex-Löwe noch an der Seite des ebenfalls neu zum FC-Kader hinzu gekommenen Adam Nemec (1. FC Kaiserslautern) gestürmt. Ob dies auch am Samstag der Fall sein wird, hängt davon ab, inwieweit Oral die eigene Hintermannschaft gegen die offensivstarken Düsseldorfer stärken will. Entscheidet sich der Coach für zwei defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler (Marvin Matip und Jose-Alex Ikeng), dürfte Leitl als hängende Spitze mit Nemec beginnen.
Auch wenn er erst seit dieser Woche in Ingolstadt ist, hat derweil Innenverteidiger Ralph Gunesch bereits seinen Platz in der Innenverteidigung sicher. „Er ist fit, steht durch die Einheiten bei Pauli voll im Saft. Also kann er auch spielen“, so Oral. Gunesch, der sein erstes Training trotz der eisigen Temperaturen ohne Mütze und in kurzer Hose bestritt, freut sich über das Vertrauen. „Aber ich bin natürlich auch hier hingekommen, um sofort zu helfen.“ Als vierter Neuzugang in der Startformation dürfte der bundesligaerfahrene Ex-Mainzer Florian Heller auf der Außenbahn beginnen.
Ob Gunesch, Nemec oder Heller, die bei ihren Ex-Vereinen eine besondere Heimatmosphäre gewohnt waren – alle hoffen natürlich auch bei ihrem Debüt in Ingolstadt auf den „Zwölften Mann“, sprich die Unterstützung der eigenen Fans. „Wir spielen zu Hause, und so muss das am Samstag auch aussehen“, sagt Nemec. Unabhängig von der Stärke des Gegners stehen für ihn die Chancen daheim vor den eigenen Fans „immer 50:50“. Außerdem müsse man im Kampf gegen den Abstieg vor allem im eigenen Stadion punkten. „Sonst wird es ganz schwer.“
Rund 7000 Zuschauer werden am Samstag im Audi Sportpark erwartet, rund 1500 davon kommen aus der rheinischen Landeshauptstadt. Einen Fußball-Leckerbissen dürfen sie auf dem durch die Rasenheizung vom Frost befreiten Rasen zwar nicht erwarten. Dafür haben sie aber das Mitgefühl des Ingolstädter Trainers. „Die Spieler können sich wenigstens bewegen, wenn ihnen kalt ist. Für die Zuschauer ist das nicht so einfach“, meinte Oral mit einem Grinsen. Geben seine Spieler genügend Anlass zum Beifall klatschen, dürften beide Seiten die „Kälteprüfung“ jedoch gut überstehen.
Von Norbert Roth
Kommentare
Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden und mitmachen!








