Rakic-Tor entscheidet das Derby
Ingolstadt (dk) Am Ende hatten sie sich wenig vorzuwerfen: Der Einsatz stimmte, nach vorne fehlte aber die Durchschlagskraft. Der FC Ingolstadt hat das Derby gegen 1860 München vor 13.850 Zuschauern im Audi-Sportpark durch ein Tor von Rakic (20.) mit 0:1 verloren.
Özcan ist die neue Nummer eins
Tomas Oral überraschte Fans und Medienvertreter bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz an der Seitenlinie für den FC Ingolstadt mit einer mutigen Aufstellung. Ramazan Özcan bekam den Vorzug vor Sascha Kirschstein, der bekanntlich beim letzten Heimspiel gegen die "Löwen" den 1:1-Ausgleich der Münchner in der letzten Minute verschuldet hatte, indem er sich das Leder ins eigene Gehäuse geklatscht hatte. Der 27-Jährige hat bei Oral die Nase vorn - Oral legte sich nach der Partie fest (O-Töne unten): "Ich hatte nicht viel Zeit, es war eine sehr schwierige Entscheidung. Eine Entscheidung muss man aber treffen, und Özcan bleibt jetzt bis zum Winter die Nummer eins. Da gibt's kein Rumgeeiere."
FC04 einsatzfreudig - drei Gelbe nach 27 Minuten
Im fünften Aufeinandertreffen gegen die Sechzger sollte der erste Dreier her. Zumindest aber ein starker Auftritt, wie Tomas Oral ihn gefordert hatte. Und mangelnden Einsatzwillen konnte man den Schanzern an diesem kalten Novemberabend nicht vorwerfen, im Gegenteil. Leitl (9.), Buchner (15.) und Akaichi (27.) sahen den gelben Karton, noch ehe eine halbe Stunde gespielt war. Alle drei Verwarnungen des Unparteiischen Robert Kampka (Mainz) waren absolut gerechtfertigt.
Der FC 04 hatte in der Anfangsphase mehr vom Spiel, präsentierte sich im Abschluss aber ideenlos. 500.000-Euro-Einkauf Ahmed Akaichi fand keine rechte Bindung zum Spiel, wirkte übermotiviert und planlos. Fabian Gerber konnte dem Angriffsspiel der Schanzer nicht seinen Stempel aufdrücken. Stefan Leitl trieb seine Mitspieler nach vorn, doch wirklich zwingende Möglichkeiten ergaben sich nicht.
"Schäfer raus!" skandierten die "Löwen"-Anhänger ein ums andere Mal, und der Verteidiger des FC Ingolstadt wusste nicht, wie ihm geschah. Gemeint war allerdings nicht er, sondern 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer, der dem Spiel wegen Urlaubs ferngeblieben war - was die Anhänger der Münchner in unruhigen Zeiten wie diesen nicht so toll fanden.
Stattdessen machte 1860 München mit seinem ersten Angriff das Tor. Rukavina passte vom rechten Halbfeld nach innen, Rakic drehte sich um seine eigene Achse und narrte damit Pisot und auch Görlitz, sein Flachschuss zischte vorbei an Özcan ins rechte untere Eck zum zu diesem Zeitpunkt glücklichen 0:1 (20.).
Akaichi planlos, Caiuby glücklos
Die beste Chance für Ingolstadt im ersten Durchgang hatte der glücklos agierende Caiuby. Metzelder spielte ihm das Leder von rechts zu, der Brasilianer zog in Bedrängnis aus zehn Metern ab, schoss aber weit drüber (39.). Zur Halbzeit ging der knappe Vorsprung der "Löwen" dann in Ordnung, weil Lauth (33.) und Volland (45.) zwei weitere Topchancen hatten.
Das schreiben die Kollegen: "Der Abend ist wie eine Erlösung" (Süddeutsche Zeitung); Ein Schuss Erleichterung für die Löwen (Abendzeitung München)
Tomas Oral versuchte alles, brachte mit Buddle und Karl-Heinz Lappe, der sein Debüt in einem Pflichtspiel für die Profis absolvierte, zwei frische Angreifer. Doch letztendlich waren die wenigen Chancen - Buddles Schuss in der 90. Minute, der knapp drüber ging, war die beste im zweiten Durchgang - nicht zwingend genug. Die Sechziger retteten den knappen Vorsprung über die Zeit.
Weiter geht es für den Tabellenletzten am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr. Dann tritt das Team von Tomas Oral bei Energie Cottbus an.
FC04-Trainer Tomas Oral nach dem Spiel
| 1. | Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so unglücklich verloren habe.mp3 | 0:51 |
| 2. | Öczan bleibt bis zum Winter die Nummer eins.mp3 | 0:24 |
| 3. | Kalle Lappe muss sich im Training aufdrängen.mp3 | 0:57 |
| 4. | Der Schiri - ich wär fehl am Platz, wenn ich da ruhig bleib.mp3 | 0:45 |
| 5. | So viele Punkte wie möglich bis zum Winter.mp3 | 0:16 |
Trainerstimmen von der Pressekonferenz
Tomas Oral, FC Ingolstadt
Ich glaube nicht, dass 1860 verdient gewonnen hat. Das war ein sehr glücklicher Sieg. Meine Mannschaft hat bravourös gekämpft und Leidenschaft gezeigt. Wir hatten zum Schluss etwas Schusspech. Wenn wir weiterhin so weiterarbeiten und dieses Engagement zeigen, werden wir unsere Punkte einfahren.
Ich hätte mir zum Debüt mehr gewünscht, aber wichtig ist, dass ich diese Facette der Mannschaft gesehen habe. Die Jungs müssen den Kopf oben lassen, wir müssen die positiven Ansätze weiter verfolgen und uns im Training das Glück erarbeiten, das uns heute gefehlt hat. Jetzt müssen wir schauen, dass wir diese Woche so arbeiten, dass wir endlich auswärts was holen.
Reiner Maurer, 1860 München
Das war ein typisches Derby, es ging zu Beginn sehr hart zur Sache. Es war ein Spiel, geprägt von Leidenschaft. Ich bin stolz, dass wir 93 Minuten dagegengehalten haben und am Ende verdient als Sieger vom Platz gegangen sind.
Mit der Hereinnahme von Aygün waren wir hinten sehr stabil, wir haben nur sehr wenig zugelassen, obwohl der FC wesentlich mehr Anteile hatte. Nach der schönen Einzelleistung von Rakic hatten wir die Riesenchancen von Lauth und Volland, während der FC im ersten Durchgang nur die Chance durch Caiuby hatte.
In der 2. Halbzeit haben wir nicht mehr das gebracht, wozu wir eigentlich imstande sind. Ich wusste, dass Aygün nach 70 Minuten runter muss und Rakic auch angeschlagen war, er hat bravouros bis zur 85. Minute durchgehalten. Das hat mir und den Fans imponiert.
Letztendlich bin froh, dass wir das Derby gewonnen haben und uns auf den sechsten Platz gespielt haben und über die 20-Punkte-Marke gekommen sind. Damit konnten wir auch Werbung für das nächste Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt machen.
Ich glaube, dass der FC genügend Potenzial hat und hoffe, dass sie den Klassenerhalt schaffen.
FC Ingolstadt
Özcan - Görlitz, Pisot, Matip, Schäfer - Metzelder, Buchner (83. Bambara), Caiuby, Leitl - Gerber (65. Buddle) - Akaichi (80. Lappe)
1860 München
Kiraly - Rukavina, Aygün (68. Stahl), Schindler, Feick - Bülow, Bierofka - Aigner, Rakic - Lauth (67. Benjamin), Volland
Tor
0:1, 20., Rakic
Schiedsrichter
Robert Kampka (Mainz)
Gelbe Karten
Leitl, Buchner, Akaichi, Pisot - Bierofka, Feick, Kiraly
Zuschauer
13.850
Uwe Ziegler, Online-Redaktion
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Kommentare
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Anmerkungen
1. Der Transfer von Hbf zum Stadion war eine Katastrophe - viel zu wenig Busse, in denen sich die Massen reinzwängen mussten. Nicht Zweitligareif.
2. Die beiden großen Stadionfahnen in Schwarz-rot mit dem FCI (Südkurve Stehplätze) dazwischen sieht dem NPD-Logo zum Verwechslen ähnlich. Solange es diese noch gibt, sollte man darauf verzichten.
3. Das Spiel war sch..., aber ihr habt verdient verloren
2. Die beiden großen Stadionfahnen in Schwarz-rot mit dem FCI (Südkurve Stehplätze) dazwischen sieht dem NPD-Logo zum Verwechslen ähnlich. Solange es diese noch gibt, sollte man darauf verzichten.
3. Das Spiel war sch..., aber ihr habt verdient verloren
Akaichi
Was soll der Hinweis, dass dieser Spieler500000 € gekostet hat ? Man will doch nicht damit zum Ausdruck bringen, dass dies ein hoher Preis für einen Spieler ist und er deshalb außergewöhnliches in der 2. Liga leisten sollte. Der Mann ist ein Fehleinkauf wie viele andere auch .Wann kapiert man das endlich bei den Verantwortlichen. Der letzte Platz liegt nicht am Trainer, er liegt daran, dass die Mannschaft kein Zweitligaformat hat. Eigentlich gehört in der Winterpause komplett ausgemistet und neu eingekauft. Das Problem ist nur, dass die Einkäufe höher liegen als die Einnahmen aus den Spielerverkäufen. Will man aber in der 2. Liga bleiben, wird man dies in Kauf nehmen müssen
Akaichi
Den Hinweis, zu dem Preis des tunesischen Wunderstürmers kann man nicht oft genug bringen.Das man dafür besser 2 gute Abwehrspieler gekauft hätte, merkt man doch bei jedem Spiel immer wieder. Die gleichen Schwächen haben sich trotz engagierter Leistung auch gestern wieder offenbart. Akaichi planlos, sieht aus wie ein Fremkörper in der Mannschaft, hinkt noch weit hinter den Erwartungen, seiner versprochenen Leistung hinterher. Fraglich ob er in der Rückrunde helfen kann, denn im Januar, las ich, spielt er in Tunesien. Hoffentlich kommt er dann nicht verletzt wieder, um in Ingolstadt gesund gepflegt zu werden. Warum er gestern in der Startformation vor Buddle den Vorzug bekam, unverständlich. Als ich gelesen hatte, das unser neuer Trainer türkische Wurzeln hat und auch noch einen türkischen Cotrainer an seinen Seite, war mir sofort klar, das er Öczan den Vorzug gibt, weil unsere türkischen Mitbürger immer ihre Landsleute unterstützen. Schaun wir mal, ob all besser wird. Auf gehts!!!!!!!!
Zu hohe Erwartungen .
Einsatz in Ordnung .Abwehr mit großen Schwächen .
Orientierung sollte auf einen Kampf gegen den Abstieg sein .Ein Leserbrief heute im Donau-Kurier lobt die sportliche Vereinsführung und die tolle Leistung von Herrn Jackwerth .
Zum Teil richtig .War aber Benno Möhlmann wirklich der Buhmann ??Der neue Trainer hat noch viel Arbeit vor sich .Viel Glück !
Orientierung sollte auf einen Kampf gegen den Abstieg sein .Ein Leserbrief heute im Donau-Kurier lobt die sportliche Vereinsführung und die tolle Leistung von Herrn Jackwerth .
Zum Teil richtig .War aber Benno Möhlmann wirklich der Buhmann ??Der neue Trainer hat noch viel Arbeit vor sich .Viel Glück !
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