Last-Minute-Gegentor verhindert FC04-Sieg
Ingolstadt (dk) Schade! Der FC Ingolstadt präsentierte sich im Heimspiel gegen den Aufstiegsfavoriten Eintracht Frankfurt vor 9843 Zuschauern im Audi-Sportpark deutlich verbessert, kassierte nach zwischenzeitlicher Führung aber in der sechsten Minute der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich.
Die Eintracht begann forsch, doch Gekas' Chance gleich nach drei Minuten - Kirschstein konnte locker abwehren - sollte die größte im ersten Durchgang bleiben. Die Gäste hatten zwar deutlich mehr Spielanteile (Ballbesitz insgesamt: 64 zu 36 Prozent für Frankfurt), die Großchancen jedoch konnten die Hausherren für sich verbuchen. Buddles Kopfball nach Leitl-Flanke strich knapp am linken Pfosten vorbei (5.), Biliskovs Kopfball nach Ecke von rechts ging haarscharf über die Querlatte (12.). Die dickste Möglichkeit ergab sich für Stefan Leitl nach 17 Minuten. Der emsige Moritz Hartmann steckte den Ball für den Kapitän durch, Leitl stürmte Richtung Eintracht-Tor, doch Keeeper Oka Nikolov konnte den zu schwach getretenen Schuss ohne große Mühe abwehren.
Die Begegnung war bis zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich - aber spannend! Frankfurt stand hinten gut, präsentierte sich im Spiel nach vorn aber ideen- und harmlos. Folgerichtig ging's torlos in die Kabinen.
Führung durch Leitl
Edson Buddle spielte mittlerweile in bester Dieter-Hoeneß-Manier mit einem Turban, nachdem er bei einem Kopfballduell mit Frankfurts Anderson zusammengerasselt war (64.). Nun war Zunder drin in der Partie, nun wachte auch der Schanzer Anhang auf, der bis dato stimmlich quasi nicht stattgefunden hatte.
Kurz vorm Spielabbruch

Frankfurts Erwin Hoffer traf Sascha Kirschstein mit einem satten Schuss aus kürzester Distanz mitten im Gesicht. Der FC-Keeper musste minutenlang behandelt werden - und wirkte noch nach dem Abpfiff benommen.
Im Anschluss daran - Kirschstein ließ sich Zeit für seinen Abschlag - flogen Gegenstände der Eintracht-Anhänger aufs Spielfeld. Der Unparteiische schickte FC 04-Kapitän Leitl zu Stadionsprecher Italo Mele, und der sprach eine Warnung in Richtung Eintracht-Fans aus: Beim nächsten Wurfgeschoss drohte der Spielabbruch. "Fischer, du Hurensohn"-Sprechchöre der hessischen Fans waren die Folge. "Da hatten wir Glück, dass die Partie nicht abgebrochen wurde", meinte Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen nach dem Spiel gegenüber donaukurier.de.
Doch mittlerweile wollte Ingolstadt die Begegnung nicht am grünen Tisch, sondern aus eigenen Stücken gewinnen. Moritz Hartmann jagte aus 18 Metern einen Hammer knapp am rechten Pfosten vorbei (88.). Aufgrund diverser Spielunterbrechungen entschied Schiri Fischer auf satte sechs Minuten Nachspielzeit. Frankfurt schlug die Bälle hoch und weit nach vorn, die Spieler des FC Ingolstadt warfen sich dem entgegen.
FC 04-Stürmer Moritz Hartmann nach dem Spiel
| 1. | Hätten Frankfurt erste Niederlage beifügen müssen.mp3 | 0:31 |
| 2. | Sehr viel Positives aus dem Spiel mitnehmen.mp3 | 0:14 |
| 3. | Die Kommunikation auf dem Feld hat gestimmt.mp3 | 0:25 |
| 4. | Das war heute ein guter Neustart.mp3 | 0:22 |
Frankfurts Ausgleich in letzter Sekunde
FC 04-Keeper Sascha Kirschstein nach dem Spiel
| 1. | Aus drei Metern den Ball in die Fresse.mp3 | 0:31 |
| 2. | Malte ist Meier bis auf die Toilette gefolgt.mp3 | 0:30 |
| 3. | Das Gegentor - einfach bitter.mp3 | 0:45 |
| 4. | Am Freitag können wir alles wieder gutmachen.mp3 | 0:36 |
Eine Anmerkung am Rande: Im Audi-Sportpark gesehen wurden Dietmar Beiersdorfer und Thomas Linke - zwei Anwärter auf den Posten des Sportdirektors beim FC Ingolstadt.
Nächster Gegner der Schanzer ist der Karlsruher SC, das Auswärtsspiel beginnt am kommenden Freitag um 18 Uhr. donaukurier.de tickert wieder live.
Die Trainerstimmen
Armin Veh, Eintracht Frankfurt
Mir war von vornherein klar, dass es ein schwieriges Spiel wird. Meine Mannschaft hatte 120 schwere Minuten im Pokal gegen Kaiserslautern. Ingolstadt hatte den größeren Druck, trotzdem war es für sie einfacher zu spielen. Sie standen tief, und wir haben keine Mittel gefunden, waren körperlich nicht so frisch. Wir waren zwar wesentlich mehr im Ballbesitz, haben aber nicht zwingend genug agiert.
Wir hätten beim Gegentor bessser verteidigen müssen, wir haben auch nicht klug weiter gespielt, nicht über außen, wie ich es mit meinen Wechseln eigentlich bewirken wollte. Im Endeffekt ist der späte Ausgleich glücklich, vom Spielverlauf her aber waren wir diejenigen, die das Spiel kontrolliert haben. Dass das bitter für Ingolstadt ist, kann ich nachvollziehen.
Benno Möhlmann, FC Ingolstadt
Mit einem 0:0 nach 90 Minuten wäre ich absolut zufrieden gewesen. Mit dem 1:1 - das ist ja die gleiche Ausbeute - bin ich es nicht. Wir haben es heute geschafft, 90 Minuten unsere Linie zu halten, in allen Mannschaftsteilen. Wir haben defensiv wenig zugelassen und hatten offensiv unsere Möglichkeiten, wenn auch nicht so zwingend, wie ich es mir gewünscht hätte. Mit einem sehr schönen Weitschuss sind wir in Führung gegangen und haben es danach geschafft, unseren Torwart größtenteils rauszuhalten aus den Aktionen der Eintracht.
Leider haben wir in der Verlängerung das Tor kassiert, das ist ärgerlich und tut schon weh. Wir waren nicht clever genug, hätten im Ballbesitz etwas mehr auf Ballsicherung spielen können. Wenn und Aber zählt nicht, insofern müssen wir mit dem Ergebnis und dem Punkt leben.
Ich hoffe, dass die Mannschaft gesehen hat, dass sie selbst gegen sehr gute Mannschaften bestehen kann, wenn alle über 90 Minuten eine gemeinsame Linie verfolgen.
FC Ingolstadt
Kirschstein - Görlitz, Biliskov, Matip, Fink - Buchner, Metzelder, Leitl (90. Quaner), Bambara - Mo. Hartmann (90. +5: Pisot), Buddle (80. Caiuby)
Eintracht Frankfurt
Nikolov - Jung - Anderson, Schildenfeld, Djapka - Schwegler - Rode (78. Korkmaz, Köhler (71. Matmour) - Meier - Gekas (78. Hoffer), Idrissou
Tore
1:0, 73., Leitl
1:1, 90. + 6, Matmour
Schiedsrichter
Christian Fischer (Hemer)
Gelbe Karten
Görlitz (50., Foul), Leitl (63., Foul - 5. Gelbe, ein Spiel gesperrt) - Djakpa (90. +2, Foul)
Zuschauer
9843
Uwe Ziegler, Online-Redaktion
- Momentaufnahmen, Lachnummern und Denkzettel
- Rakic-Tor entscheidet das Derby
- Die Belohnung fällt zu mickrig aus
- Euphorie und Nervenzusammenbruch
- FC04 - Rostock: 3:1
- Wunder der Lust- und Konzeptlosigkeit: Was erlaube Ingolstadt?
- Es ist noch viel zu tun

- 3:1 – Erster Schritt auf einem langen Weg!
- Der Kapitän richtet’s
- FC04 - FSV Frankfurt: 1:1
- FC04 gegen FSV - Englwirt 89ers gegen die SpVgg Stüberl-Detter
- FC Ingolstadt spielt Remis gegen den FSV Frankfurt
Kommentare
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Ausgleich in letzter Minute
Die Mannschaft war nicht wiederzuerkennen. Jeder war
lauffreudig und scheute keinen Zweikampf. Die Räume
wurden eng gemacht und der Gegner zu Fehlern gezwungen. So war es OK.
Wenn der FCI sich auch künftig auf jedes einzelne Spiel fokussiert, dann werden die Erfolge nicht ausbleiben.
Schön, dass das Unentschieden mit der Mannschaft geklappt hat, die die Rückrunde erfolgreich gespielt hat.
Die linke Verteidigerseite sollte noch dieses Jahr ver-
stärkt werden. Unbedingt.
lauffreudig und scheute keinen Zweikampf. Die Räume
wurden eng gemacht und der Gegner zu Fehlern gezwungen. So war es OK.
Wenn der FCI sich auch künftig auf jedes einzelne Spiel fokussiert, dann werden die Erfolge nicht ausbleiben.
Schön, dass das Unentschieden mit der Mannschaft geklappt hat, die die Rückrunde erfolgreich gespielt hat.
Die linke Verteidigerseite sollte noch dieses Jahr ver-
stärkt werden. Unbedingt.
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