Bei der Partie am Millerntor wäre der ehemalige Innenverteidiger gerne dabei gewesen, in seiner Funktion als Kommentator für das Streaming-Portal DAZN ist er am Wochenende allerdings in der Premier League in Liverpool und London im Einsatz. „Ich werde das Spiel aber auf alle Fälle am Liveticker verfolgen“, sagt er. 
  • Tor: Als „ausgeglichen“ bezeichnet Gunesch das Duell zwischen St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann und FCI-Torhüter Örjan Nyland. Himmelmann, der sich in der Vorbereitung gegen Philipp Heerwagen durchgesetzt hat, zeichne vor allem seine Ruhe aus. Mit Nyland als alter, neuer Nummer eins „hat Stefan (Interimstrainer Leitl, d. Red.) die richtige Entscheidung getroffen“.
 
  • Verteidigung: Mit Lasse Sobiech, der bei den Hanseaten nach überstandener Gehirnerschütterung wieder eine Option ist, und Marvin Matip verfügen beide Mannschaften laut Gunesch über „ruhende Pole in der Defensive“. Zudem habe der FCI mit Christian Träsch einen Spieler dazubekommen, „an dem sich die anderen dank seiner Erfahrung von 207 Bundesliga-Spielen orientieren können“. Insgesamt schätzt Gunesch bei den Schanzern die Rückkehr zur Viererkette als wichtiges Zeichen ein. „Die Jungs sind davon mehr überzeugt“, meint er. 
 
  • Mittelfeld: „Es wird entscheidend sein, welche Mannschaft sich im Mittelfeld ein Übergewicht erspielt. Wem das gelingt, der hat gute Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden“, prophezeit Gunesch eine umkämpfte Partie und ergänzt: „Nur mit Hacke, Spitze wird es nicht funktionieren“. Mit Almog Cohen und Mats Möller Daehli, der am Montagabend beim glücklichen Auswärtssieg gegen den 1. FC Nürnberg (1:0) allerdings erst zur zweiten Halbzeit ins Spiel kam, würden beide Mannschaften über Spielertypen verfügen, die dafür bestens geeignet sind. „Beide sind Terrier und Wühler.“ Die brauche es auch, damit beispielsweise Ingolstadts Sonny Kittel seine Stärken einbringen kann, so Gunesch: „Er ist ein überragender Fußballer, braucht aber auch seine Räume.“
 
  • Angriff: Ähnlich wie die Ingolstädter (4 Tore) hadern die Hanseaten (5 Tore) mit ihrer Ausbeute. Trotz des „spielstarken Angriffs“ um Cenk Sahin, Sami Allagui, Waldemar Sobota oder Aziz Bouhaddouz – der Marokkaner laboriert noch an den Folgen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk – „hat das bislang noch nicht so funktioniert, wie sich das die Verantwortlichen vorgestellt haben“, meint Gunesch. Zwar holte St. Pauli mit zehn Punkten fast schon so viele Zähler wie nach der kompletten Hinrunde in der Vorsaison, die drei Siege kamen allerdings durch knappe 1:0-Erfolge zustande. „Auf Ingolstädter Seite bleibt abzuwarten, wie sie es dieses Mal angehen wollen“, sagt Gunesch, spricht sich gleichzeitig aber für Dario Lezcano und Stefan Kutschke aus. „Beide binden immer zwei Gegenspieler“, erklärt er und ergänzt zu Kutsche: „Ich habe damals schon gehasst, gegen ihn zu spielen.“
 
  • Fazit: Am liebsten wäre es Gunesch, wenn er vor dem Duell seiner beiden Ex-Klubs keine Prognose abgeben müsste. Denn obwohl er auf St. Pauli den Großteil seiner Karriere absolvierte und nach wie vor ein enges Verhältnis zum Klub und Umfeld pflegt, ist ihm auch der FC Ingolstadt in seiner Wahlheimat ans Herz gewachsen. „Ich wünsche mir für Stefan einen Sieg“, sagt er, nachdem er unter dem Interimstrainer noch bei der U 21 mittrainierte. „Aber ich tippe mal auf ein Unentschieden. Schließlich will ich keinem auf die Füße treten“, scherzt er.