"Wir sind dankbar für jeden Zuschauer"
Ingolstadt Ingolstadt (DK) Im Nachklang zum Spitzenspiel der 3. Liga am Samstag war man beim FC Ingolstadt ein wenig ernüchtert. Abgesehen vom verdienten Siegtor, das den Schanzern nach einer guten Leistung gegen den VfL Osnabrück (0:0) verwehrt blieb, fehlte die richtige Kulisse für ein wahres Topspiel.
"Wir sind dankbar für jeden Zuschauer, der ins Stadion kommt, aber es wäre natürlich schön, wenn es ein paar mehr wären", sagt "Zecke" Neuendorf und liefert die pragmatische Begründung gleich dazu. "Wenn da der entsprechende Druck von den Rängen kommt, fällt manche Entscheidung des Schiedsrichters auch einmal zugunsten der Heimelf aus, und diesen Vorteil haben wir meistens nicht."
In der Partie gegen Osnabrück gab es beispielsweise kurz vor Schluss eine strittige Szene, als Verteidiger Tobias Nickenig im Strafraum den Ball mit der Hand spielte – doch der Elfmeterpfiff blieb aus. In Dresden, Braunschweig oder Osnabrück stehen da in solch einem Moment im Schnitt 10 000 Zuschauer hinter ihrem Team und beeinflussen den Unparteiischen vielleicht bei seiner Entscheidung. Beim FC 04 dagegen waren es am Samstag nur 2852, darunter rund 150 Gästefans.
"Wir können nicht mehr tun, als gut zu spielen", meint Trainer Michael Wiesinger. "Wir wissen, dass wir um jeden Zuschauer kämpfen müssen." Ansonsten sprach man in der Mannschaft nicht so gerne über dieses Thema, zu enttäuschend waren die Kulisse und das Resultat.
Fanbetreuer Hans-Martin Kurka versucht Erklärungen. "Natürlich ist die Zahl traurig, aber das Wetter, der Fasching und die unsichere Situation, ob das Spiel wirklich stattfindet, haben wohl doch einige Zuschauer abgehalten", mutmaßt Kurka und verweist lieber auf die positive Gesamtentwicklung. "Wir haben jetzt bereits zwölf offizielle Fanklubs. Am Ende der Zweitligasaison waren es nur vier." Auch sei die Zahl der Auswärtsfahrer von zunächst 50 in der Vorsaison auf nun 150 bis 200 gestiegen. "Es gibt sogar welche, die am Samstag nach Dortmund fliegen. Ich rechne damit, dass wir auch da wieder 50 FC-Fans sind, obwohl es keinen gemeinsamen Bus gibt, sondern alle individuell anreisen", sagt Kurka und ergänzt optimistisch: "Wir müssen eben jetzt noch ein bisschen durchhalten. Sobald es Frühling wird, kommen auch die Fans wieder. Und dann haben wir ja bald ein überdachtes Stadion.
An den Sportpark knüpfen sich auch die Hoffnungen des Vereins. "Das wird uns einen Schub geben. Wir haben ja auch die Eintrittspreise moderat gestaltet", sagt Sportdirektor Harald Gärtner und setzt auf Überzeugungsarbeit. "Wir wollen ein volksnaher Verein zum Anfassen und der Verein für die Region sein."
Sein Geschäftsführerkollege Franz Spitzauer, der für die Finanzen zuständig ist, ergänzt: "Ich glaube, dass wir viel tun, darum weiß ich auch nicht, was am Samstag los war. Aber wir werden unseren Weg konsequent weiter gehen." Neben Ticketaktionen für die umliegenden Vereine soll es ab März auch öffentliche Führungen durch den künftigen Sportpark geben. Außerdem hat der FC 04 am Samstag seinen neuen Imagefilm für potenzielle Sponsoren präsentiert, der demnächst auch direkt auf der Homepage zu sehen ist (derzeit noch über einen Link zu YouTube).
Bis die Werbemaßnahmen greifen, bleibt den Schanzern wohl nichts anderes übrig, als durch gute Spiele zu überzeugen. So wie am Samstag bei Schmuddelwetter, ohne das Glück eines Elfmeterpfiffs und letztlich ohne Torerfolg.
Von Gottfried SternerKommentare
Ein Stehplatz im neuen Stadion kommt für mich nicht in Frage, da ich nicht hinter den Toren stehen will, also werde ich mir in Zukunft die Spiele halt im Fernsehen anschauen müssen.
Übrigens nochmal zu dem Vorfall vom Wehen Spiel:
Wenn sich ein ganzer Block (C1) von einem Verrückten mit Megaphon beschimpfen und beleidigen lassen muß, braucht sich der Verein nicht wundern, wenn solche Aktionen wie die 1 Eurokarten nach hinten losgehen und potentielle Zuschauer vergrault werden
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