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Mittwoch, 23.05.2012 |

 

02.09.2011 20:01 Uhr | 1191x gelesen
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"Vielleicht noch einmal Nationaltrainer"


Bild:

Cala Millor/Mallorca (DK) Gut 30 Grad, zwölf Uhr mittags. Kinder spielen konzentriert Fußball. Eltern sitzen im Schatten, leiden aber mehr, wenn ihre Kinder nicht so gut spielen, wie sie es sich wünschen. Mittendrin statt nur dabei: Trainer Horst Köppel.


: "Vielleicht noch einmal Nationaltrainer"
Kurze Trainingspause: Horst Köppel mit mehr oder weniger talentierten Nachwuchskickern in Rudi Völlers Fußball-Schule auf Mallorca. - Foto: Konze
Der ehemalige Coach des FC Ingolstadt 04 (April bis November 2009) kommentiert und korrigiert das Treiben der jungen Kicker cool:. „Super gehalten, toll gemacht, schade, weg das Ding, da müsst ihr helfen.“

Köppel zählt seit 2007 zur namhaften Trainer-Garde von „SuperSoccer“, der Fußball-Schule von Rudi Völler auf Mallorca. Im Ferienort Cala Millor hat der 63-Jährige „Spaß, mit Kinder zu arbeiten“, wie er im Gespräch mit unserem Redakteur Oliver Konze verrät. Er hat aber auch noch weiter reichende Wünsche: „Nationaltrainer, vielleicht in einem afrikanischen Land“ könnte sich Köppel zum Ende seiner Karriere vorstellen.

Herr Köppel, wie kommen Sie als Trainer zur Fußball-Schule von Rudi Völler nach Mallorca?

Horst Köppel: Eines Tages habe ich mit Rudi und Michael Kutzop, der die Schule hier auf Mallorca leitet, darüber gesprochen. Und seit 2007 bin ich wochenweise im Frühjahr, Sommer und Herbst hier – wenn es zeitlich passt.

Zeitlich passt es bei Ihnen derzeit, weil Sie keinen Verein trainieren.

Köppel: Ich bin Realist genug, zu wissen, dass ich ein gewisses Alter erreicht habe, in dem es schwierig wird, etwas Vernünftiges zu bekommen.

Aber Jupp Heynckes...

Köppel: Der hat das Glück, Uli Hoeneß zu kennen und sich mit ihm zu verstehen.

Also war es das mit Trainer Horst Köppel?

Köppel: Nein, das Ausland wäre noch eine Option.

Was schwebt Ihnen vor?

Köppel: Alles würde ich nicht mehr machen. Es soll nun keineswegs überheblich klingen: Aber ich bin schon etwas verwöhnt.

Also: Wo würden Sie schwach?

Köppel: Bei einem Posten als Nationaltrainer. Zum Beispiel ein afrikanisches Land. Ich habe zuletzt lange mit Finnland verhandelt, auch wenn am Ende nichts daraus wurde.

Wobei es in Afrika ja viele Unruhen gibt.

Köppel: Natürlich müsste es ein politisch stabiles Land sein. Interessant wären zum Beispiel Ghana, Nigeria oder die Elfenbeinküste.

Sie beobachten aber weiter die erste und zweite Fußball-Bundesliga?

Köppel: Natürlich kenne ich mich aus und weiß Bescheid.

Gibt es Überraschungen?

Köppel: Trotz der Niederlage gegen Schalke sicherlich Mönchengladbach. Nach dem Urlaub mit der Familie und der Trainerwoche hier schaue ich mir die Borussia am nächsten Spieltag das erste Mal in der Saison live an. Und dann am liebsten jedes Heimspiel.

Sind Sie von Bremen überrascht?

Köppel: Eigentlich nicht. Wenn ein Verein so viele Jahre international spielt und es dann ein Jahr nicht läuft, muss man wohl nicht die Mannschaft auswechseln, die zuvor für die Erfolge verantwortlich war. Das macht wenig Sinn.

Kein Trainerwechsel in Bremen, wo erwarten sie den ersten?

Köppel: Also wenn der HSV im nächsten Spiel wieder eine Klatsche kassiert, dann wackelt der Stuhl von Michael Oenning sicherlich noch mehr.

Sehen Sie Überraschungen in der Zweiten Liga?

Köppel: Die Saison ist eigentlich noch zu jung. Und alles ist noch so eng beieinander, da kann man wenig sagen.

Der FC Ingolstadt vielleicht, der erst am sechsten Spieltag den ersten Sieg geschafft hat?

Köppel: Nein, der FC fängt sich. Ich bin mir sicher, dass der FC nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.

Haben Sie noch Kontakte zum FC 04?

Köppel: Ja, vor meinem Urlaub war ich in Ingolstadt, weil ein Freund Geburtstag gefeiert hat. Und in der vergangenen Saison habe ich mir auch noch ein Spiel im Stadion angeschaut. Wir sind ja nicht im Streit auseinander gegangen.

Zurück nach Mallorca. Ihnen macht die Arbeit mit den Kindern sichtlich Spaß.

Köppel: Ja, die Kinder wollen was lernen, sie hören mir zu, wenn ich was erkläre. Und ich kann beim Spiel Einfluss nehmen.

Also ist es problemloses Arbeiten für sie?

Köppel: Arbeit ist das nicht, ich sehe es eher als Hobby. Aber so ganz ohne Probleme geht es nicht immer.

Zum Beispiel?

Köppel: Wenn Kinder ohne jegliches Talent zu uns kommen. Da wird es schwierig, etwas Vernünftiges mit ihnen zu machen.


Von Oliver Konze

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