"Ich freue mich auf die Aufgabe"
Ingolstadt (DK) Gestern Morgen trug er zum ersten Mal das Trikot des FC Ingolstadt 04. Nur einen Tag nach seiner Vertragsunterzeichnung stand Marvin Matip (24), jüngste Neuverpflichtung des Zweitligisten, mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Trainingsplatz und konnte sich einen Eindruck von seinem neuen Arbeitgeber machen.

Erstes Training in Ingolstadt: Neuzugang Marvin Matip schwitzte gestern bei der Vormittagseinheit des FC 04. - Foto: Bösl
Unser Redakteur Norbert Roth unterhielt sich anschließend mit dem bundesligaerfahrenen Ex-Kölner.
Hallo Herr Matip, Sie waren beim 1. FC Köln zuletzt der dienstälteste Spieler. Ist Ihnen der Abschied schwer gefallen?
Marvin Matip: Zum Ende hin nicht wirklich. Ich hatte vier gute Jahre, keine Frage. Aber seit der Hinrunde der vergangen Saison war es dann nicht mehr so zufriedenstellend, sodass das Angebot aus Ingolstadt genau richtig kam. Ich will einfach wieder regelmäßig spielen.
Bis zum Vollzug des Wechsels wurde es noch einmal richtig knapp. Der FC Ingolstadt hat erst drei Minuten vor Ablauf der Frist Ihre Unterlagen zur DFL gefaxt.
Matip: (grinst) Ja, das wurde es am Ende ganz schön hektisch, weil ich auch noch ein Testspiel mit den Kölnern hatte. Als ich zurück in die Kabine kam, musste ich dann schnell die Papiere unterschreiben. Es war eine Sache von Minuten, aber am Ende ist ja alles gut gegangen.
Was hat aus Ihrer Sicht für Ingolstadt gesprochen?
Matip: Die Gespräche mit dem Trainer und dem Manager. Ingolstadt wollte mich, man hat mir in Aussicht gestellt, dass ich die Elf mit führen kann. Hier spielt eine junge hungrige Mannschaft, und das passt, glaube ich, ganz gut zu mir.
Sie haben in Köln verschiedene Positionen in und vor der Viererkette gespielt. In welcher Rolle sehen Sie sich in Ingolstadt?
Matip: Ich bin gelernter Innenverteidiger, und sehe dort auch meine Stärken. Dann habe ich das Spiel vor mir, um meine Teamkollegen zu coachen, Sicherheit und Rückhalt zu geben.
Sie haben zunächst für ein Jahr unterschrieben. Wollen Sie so schnell wie möglich zurück in die Bundesliga?
Matip: Mittelfristig ist die Bundesliga sicher das Ziel. Aber jetzt geht es erstmal darum, wieder in den Rhythmus zu kommen und zu eigener Stärke zu finden. Wir werden uns hier ja auch erst einmal kennen lernen, und dann sehen, wie es passt. Ich sage jetzt auf keinen Fall, dass ich nach einem Jahr wieder weg bin. Wenn es passt und wir erfolgreich sind, kann man sicher auch über eine weitere Zusammenarbeit sprechen.
Mit Moritz Hartmann und Sebastian Zielinsky spielen zwei ehemalige Kölner Vereinskollegen in Ingolstadt. Waren die Beiden an Ihrer Entscheidungsfindung beteiligt?
Matip: Ja, ich habe am Montag mit Moritz telefoniert und mich über die Stadt, den Verein, den Trainer und das Training informiert. Das war alles rundum positiv – auch die Rückmeldung von "Zille" –, sodass mir der Wechsel leicht fiel.
Sie haben insgesamt 35 Länderspiele für deutsche Nachwuchs-Nationalmannschaften gemacht. Warum ist Ihre DFB-Karriere ins Stocken geraten?
Matip: Das ist im Nachhinein immer schwierig zu sagen. Irgendwie fehlte eben der Anschluss.
Die Fortsetzung der internationalen Karriere bleibt aber sicher noch ein Ziel, oder?
Matip: Aber nicht in der deutschen Nationalmannschaft. Mein großes Ziel ist, wie mein kleiner Bruder Joel Nationalspieler für Kamerun zu werden. Daran will ich hier arbeiten. Ich habe mich jetzt auch offiziell für den Verband Kameruns entschieden und einen Pass bekommen. Jetzt geht es darum, dass ich in Ingolstadt wieder spiele. Alles weitere wird sich dann ergeben.
Ihr Bruder Joel spielt, genauso wie Christoph Metzelder, bei Schalke 04 in der Bundesliga. Haben Sie schon mit Ihrem neuen Teamkollegen Malte über eine Fahrgemeinschaft nach Gelsenkirchen unterhalten, falls Sie mal gemeinsam Ihre Brüder besuchen wollen?
Matip: Ich habe da auch schon drüber nachgedacht. Oder wenn wir im Pokal vielleicht auf die beiden treffen würden, das wäre es natürlich (lacht). Mal sehen, ich kenne die Teamkollegen hier ja erst seit ein paar Stunden, da ergibt sich bestimmt noch was. Der erste Eindruck war jedenfalls sehr, sehr positiv. Ich freue mich auf die Aufgabe.
Donaukurier
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