Am Ende zählte vor allem das Ergebnis. "Es war sicher keine Partie mit vielen Torszenen, eher schon ein typisches FC-Spiel, in dem um jeden Zentimeter gekämpft wurde", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. 90 Minuten harte Arbeit hatten die Fans zu sehen bekommen. Nicht nur für Gäste-Trainer Martin Schmidt war es "lange Zeit ein typisches 0:0-Spiel", das am Ende durch einen viel diskutierten Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) und den anschließenden Treffer von Hartmann entschieden wurde. Für die Ingolstädter völlig okay. "Es war ganz wichtig, mit einem Sieg zu starten, das gibt uns einen enormen Schub für die Rückrunde", meinte Pascal Groß. Aufgrund des konstant hohen Engagements war der Erfolg der Gastgeber auch nicht unverdient.

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Schnell wurde klar, dass beide Mannschaften an diesem Tag großen Respekt vor dem Umschaltspiel des Gegners hatten. Entsprechend vermieden die Kontrahenten in der Vorwärtsbewegung übergroßes Risiko, sodass beide Abwehrreihen leichtes Spiel hatten. Zahlreiche Zweikämpfe im Mittelfeld bestimmten somit das Bild, weil sich beide Mannschaften nur selten bis zum Strafraum durchkombinieren konnten.

Alfredo Morales (10. Minute) hatte bei einem Fernschuss die erste Ingolstädter Möglichkeit. Yunus Malli (17.), der in aussichtsreicher Position seinen Teamkollegen Danny Latza anschoss, ließ für die Mainzer die bis dahin einzige Chance ungenutzt.

Dann rückte Schiedsrichter Meyer mit zwei zweifelhaften Entscheidungen in den Fokus. In der ersten Szene hatte Hartmann nach einer Ecke ein Zuspiel von Mathew Leckie zunächst an die Latte verlängert, beim anschließenden Klärungsversuch bugsierte FSV-Abwehrmann Gaetan Bussmann deutlich sichtbar den Ball mit der Hand zur Seite. Der Pfiff von Meyer blieb jedoch aus (19.). Rund zwanzig höhepunktfreie Minuten später folgte die vermeintliche Konzessionsentscheidung des Unparteiischen: Dieses Mal hatte Groß im Strafraum abgezogen, Verteidiger Stefan Bell warf sich in den Schuss und wurde dabei am Arm getroffen. Während Groß von einem "klaren Handspiel" sprach, haderte der Mainzer Bell: "Das geht so schnell, ich habe überhaupt keine Möglichkeit, den Arm irgendwo hinzuheben, wo er vielleicht nicht sein darf."

Schiedsrichter Meyer zögerte kurz, zeigte dann aber auf den Elfmeterpunkt. Aus Sicht der Mainzer eine harte Entscheidung, die Hartmann mit einem platzierten Schuss ins linke Eck zum Treffer des Tages nutzte. "Ganz stark. Da passte kein Blatt mehr zwischen Ball und Pfosten", lobte Teamkollege Robert Bauer die Ausführung. Mit der Führung im Rücken hatten es die Ingolstädter gegen die weiterhin ideenlos auftretenden Gäste in der Folgezeit natürlich wesentlich leichter. Einmal noch, bei einem Abschluss von Christian Clemens (45.), musste FCI-Torwart Ramazan Özcan eingreifen, in der zweiten Hälfte passierte vor beiden Toren praktisch nichts mehr.

Angesprochen auf die wenig kreative, zugleich aber gnadenlos effektive Spielweise seines Teams, verdeutlichte Trainer Hasenhüttl anschließend, dass im Kampf um den Klassenerhalt der Zweck die Mittel heiligt. Einen Grund, zukünftig anders aufzutreten sieht er nicht. "Solange ich hier Trainer bin, wird sich das nicht ändern", stellte er klar.

Positiv fiel indes das Debüt von Rekordtransfer Dario Lezcano aus. Der Paraguayer kam in der letzten halben Stunde für den zwar verbesserten, am Ende aber glücklosen Elias Kachunga und wurde gleich mit wohlwollendem Applaus begrüßt. Den erhielt er auch für seine engagierte Spielweise und seinen Einsatz. "Für mich war es perfekt. Ich hatte meinen ersten Einsatz und wir haben gewonnen", freute sich der 25-jährige ehemalige Luzerner nachher. Im Vergleich zur Schweizer Liga müsse er aber "mehr laufen und mehr arbeiten", stellte er fest. Dass er noch nicht von Anfang an dabei sein durfte, schien ihn nicht zu ärgern. "Ich warte auf meine Chance, der Trainer entscheidet das."

Einziger Wermutstropfen für den FC Ingolstadt blieb an diesem Abend die fünfte Gelbe Karte für Groß. Der Mittelfeldspieler wird somit am kommenden Samstag (15.30 Uhr) beim Highlight-Spiel in Dortmund fehlen. "Das ist bitter. Ich habe als Kind immer ein Trikot vom BVB gehabt", ärgerte sich der 23-Jährige. Trainer Hasenhüttl hatte einen Rat: "Dann muss Pascal in den übrigen Spielen eben dafür sorgen, dass wir im kommenden Jahr wieder in Dortmund spielen", meinte er mit breitem Grinsen. Spielt der FCI weiterhin so effektiv wie am Samstag, dann sollte das eigentlich gelingen.