FC Ingolstadt sieht Rot
Ingolstadt (DK) Es bleibt dabei – Spitzenmannschaften liegen dem FC Ingolstadt. Auch der Tabellenzweite Greuther Fürth bekam das gestern im Audi-Sportpark zu spüren, denn der Aufstiegsanwärter kam über ein schwer erkämpftes 0:0 nicht hinaus. Der FC 04 bleibt somit in der Rückrunde ungeschlagen.
Auf der Gegenseite sah Steinhaus dann aber in der Nachspielzeit darüber hinweg, dass Asen Karaslavov den anstürmenden Andreas Buchner im Strafraum zu Fall brachte und ließ weiterspielen. Trainer Tomas Oral und die gesamte Ingolstädter Ersatzbank forderten vehement Elfmeter – vergeblich. Für den lautstarken Protest sah auch Oral „Rot“ und wurde von Steinhaus auf die Tribüne verwiesen.
FC 04 - Greuther Fürth 0:0 Fotostrecke
„Wenn ich mich nach zwei so gravierenden Entscheidungen gegen uns nicht aufrege, dann bin ich fehl am Platz“, erklärte Oral die Szenen hinterher. Mit den Worten „Das ist lächerlich“ hatte Oral zuvor nach eigener Aussage den nicht gegebenen Strafstoß gegenüber Steinhaus kommentiert und musste sichtlich erregt von seinen Spielern und Sportdirektor Thomas Linke zurückgehalten werden, um der Unparteiischen nicht noch deutlicher die Meinung zu sagen.
Oral erhielt von Linke Unterstützung. „Das waren zwei klare Fehlentscheidungen gegen uns. Schlimm ist, dass die Mannschaft nicht nur um ihre Siegchance gebracht wurde, sondern nachträglich auch noch bestraft wird, weil der DFB ja seine Schiedsrichter schützt und es nicht zulässt, dass ein Spieler nicht gesperrt wird“, schimpfte Linke erbost.
Die Spieler selbst reagierten besonnener. „Ob es ein klarer Elfmeter war, weiß ich nicht. Mit etwas Glück bekommen wir ihn, aber leider hatte die Schiedsrichterin wegen der Roten Karte davor kein schlechtes Gewissen“, meinte der Gefoulte, Andreas Buchner. Torwart Ramazan Özcan zeigte sich sogar milde. „Es ist blöd, jetzt den Schiedsrichter zu beschuldigen, das sind auch Menschen. In der realen Geschwindigkeit sah das Foul schon heftig aus“, sagte er über die Aktion von Biliskov. Und Marvin Matip war hin- und hergerissen: „Wenn Biliskov Rot sieht, kann man auch den Elfmeter geben. Düsseldorf hätte ihn wohl bekommen.“
Abgesehen von der hitzigen Schlussphase bekamen die 7010 Zuschauer – darunter gut 2000 Fürther – wenig geboten. Oral wollte kein Risiko gehen und bestückte das zentrale Mittelfeld mit zwei defensiven Kräften, Marvin Matip und Jose-Alex Ikeng. „Wir mussten gegen Fürth höllisch aufpassen, darum wollte ich nicht alles über den Haufen werfen“, erklärte Oral, warum er den Ex-Fürther Leo Haas, der zuletzt beim 1:1 gegen den FSV Frankfurt den Ausgleichstreffer vorbereitet hatte, auf der Bank ließ.
Der Erfolg gab ihm insofern recht, als dass Fürth kaum zu Chancen kam. Das lag auch an der guten Zusammenarbeit auf den Außenbahnen, die jeden Vorstoß der sonst so gefürchteten Fürther Wirbelwinde, Stephan Schröck und Sercan Sararer, im Keim erstickten.
Lediglich zu Beginn der zweiten Hälfte, in der die Mittelfranken mehr Tempo ins Spiel brachten und den Ball schneller zirkulieren ließen, kam der FC 04 etwas in Bedrängnis. Vor allem, als Biliskov gegen den beweglichen Occean zwei Mal zu langsam war – doch verzog der SpVgg-Torjäger jeweils (46. und 51.). Außerdem lenkte Özcan einen gefühlvollen Heber von Schröck über die Latte (66.). Das war’s aber auch an Halbchancen für die Gäste.
Auf der Gegenseite taten sich aber auch die Ingolstädter sehr schwer. Im ersten Durchgang versuchte es einzig Ahmed Akaichi, doch richtig gefährlich konnte sich der Tunesier nicht in Szene setzen. Nach der Pause scheiterte Adam Nemec nach einer Ecke von Stefan Leitl per Kopf an SpVgg-Keeper Max Grün (50.). Buchner traf nach einem der wenigen gelungenen Spielzüge über Matip und Leitl nur das Außennetz (67.).
Obwohl der FC 04 nun seit fünf Spielen unbezwungen ist, kommt er in der Tabelle nicht vom Fleck. Ein Sieg am Freitag beim Schlusslicht Hansa Rostock wäre also dringend nötig, um den engen Kontakt zu den rettenden Plätzen zu wahren. „Es ist eine gefährliche Situation, weil wir nicht gewonnen haben. Wir dürfen uns nicht blenden lassen“, meinte Innenverteidiger Ralph Gunesch, der zu allem Überfluss ausgerechnet in Rostock auf seinen dann gesperrten Nebenmann Biliskov verzichten muss.
Von Gottfried Sterner
Kommentare
Derby, kommen etwas über 7000 Zuschauer. 2000 davon
waren aus Fürth.
Es ist unheimlich schade, dass das Interesse so gering ist. Grundsätzlich ist langsames, solides Wachstum besser als ein all zu rasantes.
Zum Verhalten einiger Fans zur Schiedsrichterin:
Natürlich kann man über Schiedsrichter/innen streiten.
Auch leidenschaftlich. Dabei sollte man sachkritisch sein und nicht unter die Gürtellinie gehen.
Eine Fan-Gruppe in der Süd-Kurve interessierte Fairness nicht. Sie wurde unfair und sogar ordinär, in dem sie "Schiedrichterfotze" rief. Hier hätte der Fan-Beauftragte
bzw. Stadionsprecher des FCI eingreifen müssen. Auch der "Anfeuerer" hätte hier "Fingerspitzengefühl" zeigen können. So etwas darf nicht sein und sollte sich in Zukunft nicht wiederholen.
Deshalb die Bitte an den FCI, solchen Fehlent-wicklungen, die mit richtiger Kritik nichts zu tun haben, rechtzeitig, z. B. in Fan-Schulungen, entgegenzutreten.
Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden und mitmachen!

Beitrag kommentieren






