FC 04 macht sich Mut
Ingolstadt (DK) Nur nicht den Mut verlieren, lautet die Devise des FC Ingolstadt vor dem Derby am Sonntag (13.30 Uhr) gegen die schier übermächtige SpVgg Greuther Fürth. FC-Trainer Tomas Oral tritt gegen den Tabellenzweiten deshalb die Flucht nach vorne an und sagt: „Wir wollen gewinnen.“

Konzentration auf den Ball: Beim 0:3 im Hinspiel sah FC-Verteidiger Andreas Görlitz in dieser Szene nicht so gut aus – wenig später erzielte Christopher Nöthe (rechts) nämlich das 0:2. Doch für die Ingolstädter besteht Hoffnung: Nöthe fehlt am Sonntag, und die Abwehr des FC 04 stand zuletzt sicherer - Foto: imago
Tomas Oral beschäftigt sich natürlich nicht mit solchen Spielereien, sondern erwartet von seinem Team schlichtweg vollen Einsatz. „Wir müssen 100-prozentige Aggressivität zeigen, sowohl offensiv als auch defensiv. Wir sind in einer Situation, in der wir punkten müssen, egal wie“, fordert der FC-Trainer eine klare Steigerung gegenüber der schwachen Vorstellung des Tabellen-16. beim 1:1 gegen den FSV Frankfurt.
Personell kann Oral fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Florian Heller wird seine Oberschenkelzerrung wohl nicht bis zum Sonntag auskurieren können und deshalb fehlen. Dafür sind Moritz Hartmann (Innenbandanriss im Knie) und Caiuby (Muskelfaserriss in der Wade) nach wochenlanger Pause wieder einsatzbereit. „Die Aufstellung spielt aber keine so große Rolle. Wichtig ist die Einstellung“, meint Oral.
Auch Andreas Görlitz sieht das so. „Es kommt auf unser Verhalten auf dem Platz an. Wir haben in Frankfurt Moral gezeigt und nach dem Rückstand noch einen Punkt geholt. So ein Spiel hätten wir in der Vorrunde noch verloren“, sagt der Außenverteidiger und nimmt sich selbst in die Pflicht. „Fürth ist für mich die beste Mannschaf unter den Spitzenteams. Wir müssen konsequent nach vorne verteidigen und versuchen, sie so gut wie möglich von unserem Tor fernzuhalten“, erklärt Görlitz.
Immerhin gelang dies den Ingolstädtern vor allem in den Heimspielen gegen die Spitzenteams ganz gut. 1:1 gegen Düsseldorf, 1:1 gegen Eintracht Frankfurt und 1:0 gegen St. Pauli lauten die bisherigen Ergebnisse gegen die Top Fünf der Liga. Außerdem verweisen die FC-Spieler gerne darauf, dass sie in der Rückrunde noch ungeschlagen sind. Drei Unentschieden und einen Sieg holte das FC-Team zuletzt. Nicht zu vergessen die neue Stabilität der Hintermannschaft. In den sieben Spielen unter Trainer Oral kassierten die Schanzer nur fünf Gegentore. Zuvor waren es in 14 Spielen 34.
Ob es Oral wagt, den Fürthern offensiver zu begegnen und von Beginn an Leo Haas als zentralen Mittelfeldstrategen zu bringen, ist noch offen. „Es zeichnet eine gute Mannschaft aus, dass sie auch von der Ersatzbank nachlegen kann“, orakelt Oral und erklärt: „Wir sind mit unserem 4-4-2-System grundsätzlich schon offensiv ausgerichtet. Es entspricht auch nicht meinem Naturell, nur mit einem Punkt zufrieden zu sein. Ich will gewinnen.“ Und wenn’s am Ende gegen den klaren Favoriten und erklärten Aufstiegskandidaten doch nur ein Punkt wird, wäre man im FC-Lager wohl trotzdem sehr zufrieden.
Von Gottfried Sterner
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