Thomas Linke
Thomas Linke
DK
Ingolstadt

 

  •  . . . die lange Unklarheit, ob die Testspielreise stattfindet: Unser Teamkoordinator hat in den vergangenen Tagen gewirbelt und hatte einige schlaflose Nächte, um noch ein drittes Testspiel auf die Beine zu stellen. Ursprünglich war eine Reise nach Udine angedacht. Dort wären wir auch länger geblieben. Der Klub im Nordosten Italiens musste uns wegen einer Grippewelle absagen. Dazu war leider unser Cheftrainer Maik Walpurgis in den vergangenen Tagen erkrankt und lag mit Grippe im Bett. Auch unser Co-Trainer Ovid Hajou ist angeschlagen. Die Gefahr war groß, dass sich die Viren auf die Mannschaft ausbreiten. Wir mussten also abwarten, bis das Infektionsrisiko gering ist. Am Montagabend kam dann das Okay vom Ärzteteam, dass keine Ansteckungsgefahr mehr für die Mannschaft besteht. Nachdem sich in Italien die Wetterlage gebessert hatte, wollten wir in die Abruzzen fliegen, nach Pescara. Ein Team aus der Serie A, das mit Dreierkette spielt. Somit wäre Pescara ein perfekter Gegner für uns gewesen. Doch leider ließ die Platzsituation die Reise am Ende doch nicht zu.

 

  •  . . . den Vorteil einer Testspielreise gegenüber einem Trainingslager im Süden: Zuerst einmal haben wir in Ingolstadt optimale Trainingsbedingungen. Durch die kurze Vorbereitung auf die Rückserie der Bundesliga würden wir durch die An- und Abreise wichtige Zeit verlieren. Deshalb stand ein Trainingslager im Süden nicht zur Debatte. Die Testspielreise nach Pescara wäre dagegen eine kurze Reise gewesen. Die Flugzeit beträgt 80 Minuten. Der Ablauf ähnelt dem eines Bundesligaspiels: Man bereitet sich tagsüber vor, trainiert und fliegt abends zum Gegner. Am nächsten Tag findet das Spiel statt. Anschließend fliegt man wieder zurück. Dadurch hätten wir keine Zeit verloren. Ins Trainingslager reist ein ganzer Personaltross. Es erfordert eine viel größere Planung und Organisation. Man ist dazu abhängig von Linienflügen. Das fällt bei einer Testreise alles weg.

 

  •  . . . den Plan hinter der nun geplatzten Testspielreise: Der nächste Gegner in der Bundesliga, Schalke, spielt häufig mit einer Dreierkette, deshalb war unser Wunsch, bei einem dritten Testspiel gegen eine Mannschaft mit Dreierkette zu spielen, um diesen Ernstfall zu simulieren. Bei Mannschaften mit Dreierkette ist die Auswahl aber überschaubar. Bundesligisten fallen in der Regel aus, weil man gegen diese Teams in der Liga noch antreten muss. Die meisten Zweitligisten spielen ohne Dreierkette oder befinden sich aktuell in einem Trainingslager. Gegen Würzburg - die auch gerne mit Dreierkette auflaufen - hatten wir bereits ein Testspiel. Somit lag eine Mannschaft aus Italien nahe, weil diese Teams häufig mit Dreierkette spielen. Selbstverständlich kann man eine Dreierkette auch im Training simulieren, oder in einer Partie gegen die zweite Mannschaft. Der Nachteil ist: Man kennt seine Gegenspieler gut. Effektiver ist ein Testspiel gegen einen anderen Verein unter Wettkampfbedingungen.

 

  •  . . . die bisherige Vorbereitung: Bislang bin ich zufrieden mit der Vorbereitung. Die Trainingseinheiten haben wir auch dank der Arbeit unserer Greenkeeper so gestaltet wie geplant und auch das Testspiel gegen Heidenheim hat uns wichtige Erkenntnisse gebracht. Selbstverständlich hofft man weiterhin, dass die Spieler gesund bleiben und sich keiner verletzt. Bislang hatten wir dabei Glück. Der Konkurrenzkampf ist angefacht, und natürlich sollte dies auch weiter so bleiben. Wichtig ist auch, dass die Spieler, die bislang wenig zum Einsatz gekommen sind, sich weiter zeigen und da sind, wenn sie gebraucht werden. ‹ŒFoto: von Erichsen/dpa