Neustart im Audi-Sportpark
Ingolstadt (DK) Der Auftrag ist klar: Bei der Saisonpremiere im Audi-Sportpark will der FC Ingolstadt gegen Erzgebirge Aue (heute 18 Uhr) einen neuen Anlauf nehmen, das heimische Stadion zu einer Festung auszubauen. Bisher waren die Schanzer nämlich das zweitschwächste Heimteam der 2. Bundesliga.

FC-04-Neuzugang Leo Haas, hier mit einer Chance im Testspiel gegen den HSV, fordert von seinen Teamkollegen, mit der vergangenen Saison abzuschließen. „Es zählt jetzt nichts mehr, dass die Mannschaft in der Rückrunde einen guten Job gemacht hat.“ - Foto: Bösl
20 Punkte holte der FC 04 im Austiegsjahr und lag damit nur vor Absteiger Arminia Bielefeld (13 Punkte). Eine Bilanz, die Trainer Benno Möhlmann gar nicht gefällt und die er so schnell wie möglich verbessern möchte. „Das ist eine wesentliche Zielsetzung in dieser Saison. Wir wollen zusammen mit den Fans eine tolle Atmosphäre schaffen und einige Fußballfeste erleben“, sagte Möhlmann bei der gestrigen Pressekonferenz und nimmt sich und die Mannschaft in die Pflicht. „Wir müssen vorangehen und mit Einsatz, Mut und Teamgeist den Funken rüberbringen, damit die Fans mit uns gehen“, erklärte der 56-Jährige weiter.
Personell steht dem nichts im Weg. Nur hinter Tobias Fink, der wegen eines Nasenbeinbruchs mit Gesichtsmaske spielen müsste, steht noch ein Fragezeichen. „Ich weiß nicht, wie er damit zurechtkommt. Momentan tendiere ich dazu, ihn noch pausieren zu lassen“, meinte Möhlmann. Andererseits ist gerade die linke Abwehrseite nach wie vor ein Sorgenkind. Trotz etlicher Alternativen und Spezialisten – Neuzugang Andreas Schäfer und Rekonvaleszent Ronald Gercaliu sind Linksverteidiger – griff Möhlmann zuletzt auf Rechtsfuß Moise Bambara zurück.
„Die Neuen müssen zeigen, dass sie besser sind. Diesen Eindruck hatte ich nicht bei allen“, begründete Möhlmann, dass er zum Auftakt beim 0:2 gegen St. Pauli mit Leo Haas nur eine einzige Neuverpflichtung einsetzte. „Ich bin sicher, dass sie sich in den nächsten Wochen noch steigern werden“, meinte Möhlmann.
So ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich weitgehend die Elf vom St.-Pauli-Spiel für den unbefriedigenden Auftritt rehabilitieren darf. „Die Art und Weise wie wir gegen St. Pauli aufgetreten sind, hat mir nicht gefallen. Da haben wir verschiedene Dinge angesprochen“, sagte Möhlmann und erklärte, wie er der erwartet defensiv eingestellten Mannschaft von Erzgebirge Aue begegnen will. „Wir wollen mit viel Bewegung, mit Positionswechseln und gutem Passspiel Lücken reißen. Aue ist ein anspruchsvoller Gegner“, erklärte der erfahrene Fußballlehrer.
Leo Haas, der gegen St. Pauli eine sehr offensiv Rolle spielte, spricht noch einen anderen Aspekt an. „Es ist wichtig, dass wir mit der vergangenen Saison abschließen. Dass die Mannschaft in der Rückrunde einen guten Job gemacht hat, zählt jetzt nichts mehr. Davon darf man sich nicht blenden lassen, es geht bei Null los“, sagt Haas und fordert volle Konzentration. Zudem hofft er, dass er seine angestammte Position als zweiter Sechser wieder einnehmen darf. „Da fühle ich mich am wohlsten. Aber das weiß der Trainer auch.“
Von Gottfried Sterner
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