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Mittwoch, 30.05.2012 |

 

31.01.2012 21:36 Uhr | 368x gelesen
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Der schwere Abschied vom Kiez


Bild: Der schwere Abschied vom Kiez. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Er ist gekommen, um zu spielen. Und das wird Ralph Gunesch auch. Schon am Samstag. Der fünfte und letzte Winterneuzugang des FC Ingolstadt, der für seinen Ex-Klub FC St. Pauli sowie beim FSV Mainz 05 und Alemannia Aachen 29 Erst- und 88 Zweitligaspiele absolviert hat, trainierte gestern zum ersten Mal mit seinen neuen Teamkollegen. Am Wochenende wird es ernst für ihn. „Er spielt“, legte sich Trainer Tomas Oral vor dem dem Rundenstart gegen Fortuna Düsseldorf auf seinen neuen Innenverteidiger fest. In einem entspannten Gespräch mit unserem Redakteur Norbert Roth plauderte Gunesch über seine ebenso besondere wie zufällige Verbindung zu FC-Hauptsponsor Audi, die weitreichenden Folgen eines „Ja“ und eine überraschende Beziehung zu Lena.

Ingolstadt (DK) Er ist gekommen, um zu spielen. Und das wird Ralph Gunesch auch. Schon am Samstag. Der fünfte und letzte Winterneuzugang des FC Ingolstadt, der für seinen Ex-Klub FC St. Pauli sowie beim FSV Mainz 05 und Alemannia Aachen 29 Erst- und 88 Zweitligaspiele absolviert hat, trainierte gestern zum ersten Mal mit seinen neuen Teamkollegen. Am Wochenende wird es ernst für ihn. „Er spielt“, legte sich Trainer Tomas Oral vor dem dem Rundenstart gegen Fortuna Düsseldorf auf seinen neuen Innenverteidiger fest. In einem entspannten Gespräch mit unserem Redakteur Norbert Roth plauderte Gunesch über seine ebenso besondere wie zufällige Verbindung zu FC-Hauptsponsor Audi, die weitreichenden Folgen eines „Ja“ und eine überraschende Beziehung zu Lena.


Ingolstadt: Der schwere Abschied vom Kiez
Auf zu neuen Zielen: Nach siebeneinhalb Jahren beim FC St. Pauli hat Ralph Gunesch beim FC 04 angeheuert. - Foto: Bösl
Er spielt, legte sich Trainer Tomas Oral vor dem dem Rundenstart gegen Fortuna Düsseldorf auf seinen neuen Innenverteidiger fest. In einem entspannten Gespräch mit unserem Redakteur Norbert Roth plauderte Gunesch über seine ebenso besondere wie zufällige Verbindung zu FC-Hauptsponsor Audi, die weitreichenden Folgen eines und eine überraschende Beziehung zu Lena.


Herr Gunesch, Sie sind bekennender Autonarr. In einem Interview haben Sie schon mal gesagt, dass Ihnen vor allem die Fahrzeuge „mit den vier Ringen aus Ingolstadt“ besonders gut gefallen. Sind Sie etwa wegen der Audis zum FC Ingolstadt gewechselt?

Ralph Gunesch: Es stimmt schon, dass Autos eine Leidenschaft von mir sind. Ich fahre jetzt auch den sechsten, vielleicht sogar achten Audi in Folge. Aber der Wechsel hat natürlich mit den Autos überhaupt nichts zu tun gehabt.

 

Das Autothema begleitet Sie schon länger. Sie tragen den Spitzname „Felgen-Ralle“. . .

Gunesch: Ja, das ist auch so eine Erfindung der „Bild“-Zeitung und wird dann gerne aufgegriffen. Für mich ist das auch okay, weil es tatsächlich ein Hobby von mir ist. Ich schraube zwar nicht mehr selbst, fahre aber nun mal gerne schöne Autos.

 

Laut den „St. Pauli Nachrichten“ und „Bild“ sollen Sie auch schon in fünf verschiedenen Autos Sex gehabt haben.

Gunesch: Moment, die Geschichte stimmt so nicht. Ich bin von den „St. Pauli Nachrichten“ – wie auch Guy Demel vom HSV, die Boxerin Susianna Kentikian und weitere Schauspieler und Moderatoren aus Hamburg – zu meinem Verhältnis zum Thema Auto befragt worden. Es ging um verschiedene Fahrzeugtypen, Autozeitschriften, und dass ich gerne mal auf eine Rennstrecke würde. Im letzten Absatz habe ich dann die Frage, ob ich schon mal Sex in einem Auto hatte, nur knapp mit „Ja“ beantwortet. Das ist für mich heute noch nicht verfänglich. Aber im konkreten Fall hat die „Bild“ einen Vorabdruck bekommen und aus einem Halbsatz ihr Ding gemacht.

 

Zum Sportlichen: Sie haben nach siebeneinhalb Jahren – mit einjähriger Unterbrechung beim Bundesligisten Mainz 05 – für den Kultklub St. Pauli gespielt. Man kann annehmen, dass Ihnen die Entscheidung nach Oberbayern zu kommen, nicht ganz leicht gefallen ist.

Gunesch: Es ging alles sehr schnell, war im Grunde eine Aktion von wenigen Stunden. Aber gerade menschlich ist es mir sehr schwer gefallen, weil ich bei St. Pauli alle Höhen und Tiefen erlebt habe. Als ich 2003 nach St. Pauli gekommen bin, waren wir beim ersten Training mit der Regionalligamannschaft zwölf Mann mit zehn Bällen auf dem Platz und wussten kaum, wie es weitergeht. Dann kamen Aufstiege bis in die Bundesliga, und mit dem DFB-Pokal-Halbfinale 2006 haben wir den Verein saniert. Das verschweißt dich schon irgendwo mit dem Klub. Wenn ich außerdem die Einträge im Internet sehe, dann merkt man schnell, welche Bedeutung man für die Fans dort hatte.

 

Mit Neuzugang Lasse Sobiech und Rückkehrer Carlos Zambrano hatte Pauli zuletzt fünf Innenverteidiger. Ihre Chancen, regelmäßig zu spielen, standen nicht mehr so günstig.

Gunesch: Ich bin mit 28 in einem Alter, in dem ich spielen möchte. Auch wenn ich in der Hinrunde zwölf Spiele gemacht habe, sehe ich in Ingolstadt bessere Chancen, zu spielen. Und da Pauli bereits jetzt Florian Mohr aus Paderborn für die kommende Saison geholt hat, kam der Anruf aus Ingolstadt genau zum richtigen Zeitpunkt.

 

Womit hat man Sie überzeugt?

Gunesch: Es mag doof klingen, aber ansonsten hat niemand angerufen. Ich habe ja auch nicht aktiv gesucht. Die Ingolstädter waren einfach schnell und dann habe ich eine rein sportliche Entscheidung getroffen.

 

Dennoch bleibt die Verbindung nach Hamburg erhalten. Sie sind Mitglied im Pauli-Fanklub „Die feuchten Biber“.

Gunesch: Ja genau. Seit einer Auswärtsfahrt im Jahr 2003, als mich die Fans im Zug angesprochen haben, bin ich Ehrenmitglied dort. Tolle Leute, die reichlich Selbstironie mitbringen und mit denen ich auch privat mitunter Kontakt habe.

 

Sie sind Liebhaber des englischen Fußballs. Entsprechend lautet Ihr Motto: „Football does’nt build characters, it shows, who’s got it“.

Gunesch: Ein Ausspruch von Bill Shankly vom FC Liverpool. Ich finde eben, wie man sich auf und neben dem Platz verhält, sagt eine Menge über einen Menschen aus.

 

Und wie würden Sie Ihren Charakter beschreiben?

Gunesch: Puuh, sich selber zu charakterisieren, finde ich immer sehr schwer. Das sollen eigentlich andere machen. Aber wenn man acht Jahre bei einem Verein bleibt, beschreibt das vielleicht schon eine Eigenschaft. Außerdem würde mir noch „humorvoll“ einfallen, weil ich sicher auch über mich selbst lachen kann.

 

Beim Namen Lena denken die meisten an den Songcontest. Sie haben da vermutlich eine andere Person im Blick.

Gunesch: Ja, das hat 2006 in Mainz angefangen, da war Lena 15 oder 16 Jahre alt. Sie gehörte zu einer Clique, in der sich jedes Mädel einen Lieblingsspieler ausgesucht. Sie hat eben mich ausgesucht und dann angefangen diese Homepage über mich zu gestalten (www.ralph-gunesch.ag.vu). Das war schon klasse damals, vor allem auch, weil sie immer sehr nett und nie nervig war.

 

Dort kann man auch lesen, dass Sie nach Ihrer aktiven Karriere Testfahrer bei Audi werden wollen.

Gunesch: Das hab ich wirklich mal gesagt, stimmt. Im Moment ist meine erste Leidenschaft mein Beruf, wenn ich danach meine zweite erneut zu meinem Beruf machen könnte, wäre das schon witzig. Aber das Karriereende ist noch weit weg. Erst einmal stehen sportliche Dinge an, und da will ich mit dem FC Ingolstadt in die sicheren Tabellenregionen vorstoßen. Und das Ganze bitte so schnell wie möglich.

 


Donaukurier

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