Ingolstadt: FCI hortet Transfererlöse
Der frühere FCI-Verteidiger Marcel Tisserand wurde beim VfL Wolfsburg auf Anhieb zum Stammspieler. Daher fließt wohl bald die Ablösesumme von neun Millionen Euro nach Ingolstadt. - Foto: Thienel/Eibner
Ingolstadt

Das gilt sogar in mehrfacher Hinsicht. Sportlich kann Stefan Leitls Team den Rheinländern die zweite Saisonniederlage beibringen und näher an die Aufstiegsränge heranrücken, zumal wenigstens einer der unmittelbaren Konkurrenten 1. FC Nürnberg (Vierter) und Holstein Kiel (Zweiter) im direkten Duell Federn lassen wird.

Und finanziell winkt dem FCI bei einem wohl erstmals vollen Audi-Sportpark eine stattliche Einnahme, die von dem Rekordtransfer Marcel Tisserands bald gekrönt werden dürfte. Der ehemalige FCI-Innenverteidiger, der zunächst an den VfL Wolfsburg ausgeliehen ist, erfüllt demnächst wohl die vereinbarte Anzahl an Einsätzen (bisher acht), damit dann die Ablösesumme in Höhe von rund neun Millionen Euro fällig wird.

"Transfermodalitäten kommentieren wir grundsätzlich nicht. Außerdem muss das Geld erst einmal wirklich da sein", meint FCI-Sportdirektor Angelo Vier, der zudem mit einer zweiten Großeinnahme rechnen kann. Florent Hadergjonaj, der zunächst an den englischen Premier-League-Aufsteiger Huddersfield Town ausgeliehen ist, hat zuletzt beim 1:0-Sieg gegen West Brom seinen ersten Liga-Einsatz über 90 Minuten absolviert. Setzt sich der 23-jährige Schweizer durch, winkt auch hier demnächst eine Ablöse in Höhe von rund sieben Millionen Euro.

Was macht der FCI-Sportdirektor mit all dem Geld? "Erlöse werden nicht immer nur in Beine investiert. Da gibt es auch andere Projekte", sagt Vier und hält sich mit Ankündigungen zurück, zumal auch sein Trainer keine Forderungen stellt. "Wir haben qualitativ einen großen und guten Kader und sind gerade dabei, dass sich eine Struktur herauskristallisiert. Wir schauen, dass sich die Gruppe stabilisiert. Aktuell ist es eher vorstellbar, dass wir Spieler anderswo Spielpraxis sammeln lassen, wenn es für beide Seiten passt", sagt der 45-Jährige.

Umgekehrt beunruhigt Vier auch nicht, wenn FCI-Profis wie Sonny Kittel, der mit je sieben Toren und Vorlagen als Topscorer der Liga ins Rampenlicht gerückt ist, Begehrlichkeiten wecken. Angeblich sind hier bereits Vereine aus England an dem noch bis 2021 an die Schanzer gebundenen Techniker dran. "So ist das Geschäft. Wir machen das umgekehrt auch, dass wir uns umsehen. Es zeigt ja auch, dass wir Spieler mit Qualität haben. Grundsätzlich haben die meisten Spieler aber bei uns Verträge über die Saison hinaus. Da werden wir nicht nervös", sagt Vier.

Vielmehr freut er sich auf die Partie gegen Düsseldorf. "Das Spiel ist deshalb so interessant geworden, weil sich die Mannschaft das erarbeitet hat. Jetzt kann sie sich mit dem Spitzenreiter messen. Das macht Spaß", meint Vier, hängt den Ausgang der Partie aber nicht zu hoch. "Eine Saison hängt nicht von einem Spiel ab. Letztlich geht es um Punkte, gegen wen man die holt, ist egal", sagt Vier und schaut nicht auf den Abstand zur Konkurrenz, sondern auf den eigenen Punkteschnitt. "Die einfache Regel lautet, dass man unter die ersten Drei kommt, wenn man zwei Punkte im Schnitt erreicht. Düsseldorf und Kiel liegen derzeit weit darüber. Tun sie das weiterhin, hat man keine Chance mehr, dann muss man gratulieren. Unsere Ausbeute ist zuletzt konstanter geworden. Bleibt das so, kann es noch interessant werden", rechnet Vier vor.

In Zahlen: Nach 13 Spielen liegen Düsseldorf (30 Punkte) und Kiel (29) klar über Viers Kalkulationsmarke. Der FCI mit 20 Zählern noch klar darunter. Allerdings: Seit Leitl, der erst am vierten Spieltag die bis dahin punktlosen Schanzer übernahm, erreichen die Ingolstädter exakt den Zwei-Punkte-Schnitt. Mehr noch: In den vergangenen fünf Spielen holten sie 13 von 15 möglichen Zählern - die Formkurve zeigt also nach oben.

"Wir haben die Qualität, jeden Gegner zu schlagen. Deshalb liegt es an uns. Das hat die Mannschaft jetzt verinnerlicht", meint Vier und schließt nach jetzigem Stand einen Wintertransfer weitgehend aus. "Ich bin kein so großer Freund davon. Ein Wintertransfer muss immer gleich funktionieren, das ist relativ schwierig. Er muss in eine bestehende Mannschaft integriert werden, das muss wohlüberlegt sein. Bei uns geht es jetzt in die richtige Richtung", sagt Vier. Sprudeln bald Transfererlöse ins Haus, werden sie wohl erst einmal auf dem Festgeldkonto geparkt.