Ingolstadt: "Ich fühle mich topfit"
Kurzeinsatz im Pokal: Sonny Kittel (rechts) stand im Zweitrundenspiel bei Eintracht Frankfurt 39 Minuten für den FCI auf dem Feld, konnte die 1:4-Pleite im Elfmeterschießen aber nicht verhindern. - Foto: Imago
Ingolstadt

War in der jüngeren Vergangenheit von Sonny Kittel die Rede, dann eigentlich nie ohne die Themen Verletzung und Fitness. Der 24-Jährige, der bei der Eintracht bereits 40-mal in der Bundesliga zum Einsatz gekommen war, hat nun mal an beiden Knien bereits vier schwere Verletzungen gehabt. Schon vor seinem Wechsel nach Ingolstadt im vergangenen Sommer war deshalb klar, dass er zunächst ein aufwendiges Reha-Programm zu absolvieren hat. "Ich fühle mich topfit, auch für 90 Minuten. Ich will spielen, ich will dabei sein", sagt Kittel inzwischen. Dass es am Samstag gegen seinen Ex-Klub geht, ist für ihn gar nicht so wichtig. Hauptsache, er kann wieder auf dem Platz stehen.

Ob Trainer Maik Walpurgis ihm diesen Wunsch erfüllen kann, wollte der FCI-Trainer gestern noch nicht verraten. Die Aussichten Kittels auf einen Einsatz scheinen indes so gut zu sein wie lange nicht mehr. "Von der Fitness her ist er absolut ein Kandidat für die Startelf", lobt Walpurgis den Blondschopf, der schon seit einiger Zeit ohne jede Einschränkung mit der Mannschaft trainiert. "Sonny hat auch neben den Einheiten unheimlich hart mit unserem Athletiktrainer gearbeitet. Ich bin sehr froh, dass sein Knie inzwischen so stabil ist", erklärt der Coach.

Angesichts von bislang erst 17 Saisontoren, Tabellenrang 17 und einer zuletzt nicht gerade vor Gefährlichkeit strotzenden Offensive wird der für sein frisches und freches Offensivspiel bekannte Ex-Frankfurter somit zur Alternative. "Sonny hat eine Klasse, die die Mannschaft weiterbringen wird", sagt Walpurgis.

Kittel, der in der Offensive am liebsten auf der linken Seite oder hinter den Spitzen spielt, beschreibt sich so: "Ich bin kreativ, gehe mit Tempo ins Eins-gegen-Eins, bin mutig und habe einen sehr guten Torabschluss." Das sind durch die Bank Fähigkeiten, von denen das zuweilen sehr auf Sicherheit bedachte Ingolstädter Spiel zuletzt keinesfalls zu viel bot. Kittel muss diese Dinge allerdings auch auf den Platz bringen. Der gebürtige Gießener, der in der Vorbereitung schon mal über die vollen 90 Minuten auf dem Feld stand, "brennt" natürlich darauf, sich sofort zu zeigen.

Mitunter ist er sogar zu verbissen. So wie in der Vorwoche, als ihn Trainer Walpurgis für das Heimspiel gegen den FC Bayern aus dem Kader nahm. "Sonny ist sehr ehrgeizig und zugleich auch sehr kritisch mit sich. Manchmal muss er die Kritik an sich selbst aber etwas eindämmen. Diese negativen Gedanken sind einfach nicht förderlich für seine Leistung", sagt der Trainer. Kittel zeigt sich einsichtig. "Ich hatte ein gutes Gespräch mit dem Trainer. Im Nachhinein konnte ich seine Maßnahme verstehen. In der abgelaufenen Woche habe ich jetzt zwar nicht den Clown gespielt. Ich hoffe aber, dass ich dennoch das umsetzen konnte, was der Trainer von mir erwartet. Ich bin mir sicher, dass ich der Mannschaft helfen kann."

Zu fünf Kurzeinsätzen und insgesamt 85 Spielminuten hat es Kittel in dieser Bundesliga-Saison beim FC Ingolstadt gebracht. In der Startelf stand er noch gar nicht. Klagen will er dennoch nicht. "Ich habe wirklich schon andere Zeiten erlebt, in denen ich im Bett lag und mich gar nicht bewegen durfte. Jetzt kann ich trainieren, meinen Traum vom Fußballprofi leben und fühle mich fit", sagt Kittel vor dem Wiedersehen mit seinen ehemaligen Eintracht-Kumpels Marc Stendera, Timothy Chandler und Alex Meier, zu denen er immer noch regelmäßig Kontakt hat.

Natürlich würde er dem Trio am liebsten von der ersten Spielminute an auf dem Platz begegnen. Entsprechend versucht er, weiter optimistisch zu bleiben. "Jeder weiß", sagt Kittel, "im Fußball kann alles ganz schnell gehen."