FC Ingolstadt 04 - 1. FC Nürnberg
Umkämpftes Derby: Der FC Ingolstadt (links, mit Stefan Kutschke) und der FC Nürnberg (mit Kevin Möhwald) schenkten sich am Sonntagnachmittag nichts.
Andreas Gebert (dpa)
Ingolstadt

Stefan Kutschke erhielt im Angriff der Schanzer den Vorzug vor Dario Lezcano und Moritz Hartmann. Das erste offensive Schlaglicht setzten die Nürnberger - und wie! Den Franken bot sich bereits in der ersten Minute eine Riesen-Doppelchance zur Führung. FCN-Verteidiger Georg Margreitter scheiterte mit einem Kopfball an FCI-Keeper Örjan Nyland, den Nachschuss von Ewerton klärte Almog Cohen auf der Linie.

Nur zwei Minuten später hatte Kevin Möhwald die nächste Großchance für die Gäste, doch der Kopfball des Mittelfeldakteurs aus kurzer Distanz stellte Nyland nicht vor Probleme. Nach genau einer Viertelstunde musste FCN-Schlussmann Fabian Bredlow sein ganzes Können aufbieten, um die Führung der Schanzer zu verhindern. Cohen hatte auf Kutschke geflankt, doch den Schuss des FCI-Angreifers konnte Bredlow mit einem Klasse-Reflex abwehren.

Die Partie war gerade in der Anfangsphase kämpferisch auf allerhöchstem Derbyniveau, aber dennoch nicht unfair. Die erste Gelbe Karte der Partie zückte Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) nach 27 Minuten gegen FCN-Verteidiger Tim Leibold. Nach einer halben Stunde gönnte sich das Spiel eine Verschnaufpause, ehe Thomas Pledl mit einem abgefälschten Schuss aus 20 Metern wieder für einen offensiven Akzent der Gastgeber sorgte - bevor es torlos in die Halbzeitpause ging.

Der zweite Durchgang begann nicht ganz so schwungvoll wie der erste. Doch waren es wieder die Gäste mit der ersten Gelegenheit. Die Direktabnahme des wieder genesen Top-Stürmers Mikael Ishak ging deutlich über das FCI-Tor (49.). Besser machte es im Gegenzug Robert Leipertz, Der erneut starke Flügelstürmer nutzte ein Missverständnis in der Gästeabwehr aus und schob den Ball zum 1:0 für die Schanzer ins Tor (50.).

Angestachelt vom Rückstand drückten die Nürnberger nun aufs Tempo. Nyland verhinderte mit einer Glanzparade den Ausgleich durch einen Kopfball Möhwalds (55.). Die Hausherren lauerten nicht durchweg auf Konter, sondern ergriffen selbst die Initiative. So hatte Kutschke in der 63. Minute nach einem feinen Zuspiel von Christian Träsch freie Bahn, scheiterte aber alleine vor Bredlow und vergab so eine Vorentscheidung des Derbys. 

Als das Spiel gänzlich auf Seiten der Schanzer zu kippen schien, wechselte Club-Coach Michael Köllner Ishak aus - und den Schützen des 1:1-Ausgleichs ein (70.). Denn Zrelak war es, der nur vier Minuten auf dem Platz stand, als er den Ball aus 14 Metern unhaltbar ins Tordreieck der Schanzer drosch (74.). Beide Mannschaften spielten fortan auf Sieg. Unter anderem köpfte Cohen haarscharf am Club-Tor vorbei (84.).
Ein weiteres Tor sollte in diesem rassigen Derby jedoch nicht mehr fallen.

Durch das 1:1 beträgt der Rückstand des FCI (42 Punkte) auf Relegationsrang drei nunmehr sieben Zähler, die Nürnberger bleiben Zweiter. Sowohl für den FC Ingolstadt als auch die Franken steht bereits kommende Woche das nächste Spitzenspiel an. Die Schanzer treten am Sonntag (13.30 Uhr) bei Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf an, der Club spielt am Montagabend (20.30 Uhr) bei Holstein Kiel.

Stimmen

Stefan Leitl (Trainer FCI): "Am Anfang haben wir Glück, nicht früh in Rückstand zu geraten. Das waren gute Standards der Nürnberger. Dann haben wir mehr Kontrolle über das Spiel bekommen. Es war ein sehr intensives Spiel, ein richtiges Derby. Letztendlich leben wir mit dem Punkt, ich glaube, dass er auch gerecht ist."

Michael Köllner (Trainer FCN): "Ein intensives und turbulentes Derby. Ich denke, die Zuschauer haben ihr Kommen nicht bereut. Auch für die Verantwortlichen war es anstregend. Wir können mit dem Punkt leben. Der Torwart von Ingolstadt hat überragend gehalten. Jetzt drücken wir dem FCI in Düsseldorf die Daumen."

Marcel Gaus (FC Ingolstadt): "Schwierig, das Spiel einzuordnen. In der Anfangsphase sind wir geschwommen, dann haben wir uns gefangen und sogar Chancen auf das 2:0. Dann wäre die Partie wohl entschieden gewesen.

Georg Margreitter (FC Nürnberg): "Mit dem Unentschieden in Ingolstadt können wir grundsätzlich gut leben. Es war ein starker Gegner. Das 1:1 von Zrelak war ein Super-Tor. Ich hoffe, dass bei ihm der Knoten endlich geplatzt ist."

Bilder zum Spiel folgen.