An den Ambition der Ingolstädter lässt Leitl keinen Zweifel: „Wir wollen an das gute Heimspiel gegen Fürth (3:0, Anmerk. d. Red.) anknüpfen und nach Möglichkeit den nächsten Sieg einfahren“, erklärte der Ingolstädter Coach beim offiziellen Pressetermin am Donnerstag. Mit welchem Personal er das Vorhaben umsetzen kann, ist indes offen. Vor allem in der Vierer-Abwehrkette drohen gleich zwei Umstellungen.

Wer ersetzt Marcel Gaus?

Fest steht, dass Marcel Gaus, der in Aue die fünfte Gelbe Karte gesehen hat, am Samstag gesperrt ist. Erster Nachrücker auf der Linksverteidigerposition dürfte Paulo Otavio sein, der gegen St. Pauli vor seinem sechsten Saisoneinsatz steht. „Ich weiß nicht, wie der Trainer entscheidet. Ich kann nur sagen: Ich bin fit und werde versuchen, meine Chance zu nutzen“, meinte der Brasilianer im Vorfeld. Die in dieser Saison bereits praktizierte Variante mit Rechtsverteidiger Tobias Levels auf links erscheint dagegen unwahrscheinlich, weil die Defensivreihe dann noch mehr Umbesetzungen erfahren würde.

 

Wird der Kapitän rechtzeitig fit?

Fraglich war am Donnerstag nämlich auch noch der Einsatz von Innenverteidiger Matip, der am Donnerstag sein erstes Training in dieser Woche vorzeitig abbrechen musste. „Wir müssen jetzt schauen, wie sein Körper reagiert. Ob er spielen kann, entscheidet sich erst kurzfristig“, erklärte Leitl. Sollte Matip, dem eine Magen-Darmgrippe zu schaffen macht, nicht zur Verfügung stehen, legte sich der Cheftrainer bereits auf Hauke Wahl als Ersatzmann fest. In der Innenverteidigung gesetzt ist Tobias Schröck, dem Leitl seit der Hereinnahme vor zwei Wochen „zwei sehr gute Spiele“ bescheinigte. Überdies holt Routinier Patrick Ebert immer mehr auf und könnte gegen St. Pauli erstmals in der Startelf stehen.
 

Ein alter Bekannter

Eine besondere Note erhält die Partie natürlich durch das Wiedersehen mit einem alten Bekannten. So kehrt mit den Hamburgern der im November 2016 beim FCI entlassene Chefcoach Markus Kauczinski erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Ich freue mich riesig, ihn wiederzusehen und kann von unserer Zusammenarbeit nur Gutes erzählen“, sagt Leitl über seinen ehemaligen Vorgesetzten. Auch wenn Kauczinski in der Saison 2016/17 nach zehn sieglosen Bundesligapartien bereits wieder entlassen wurde, so empfand Leitl – seinerzeit U23-Trainer – das (kurze) Miteinander als nahezu optimal. „Die Tür stand immer offen, so wie man sich das als Trainer der 2. Mannschaft überhaupt nur wünschen kann“, erinnert sich Leitl.

Wohl auch aus Respekt vor Kauczinski erwartet der Ingolstädter Coach deshalb am Samstag eine schwere Aufgabe für sich und seine Mannschaft. „Das Spiel der Hamburger gegen Nürnberg, das sie aus meiner Sicht klar gewinnen müssen, hat es noch einmal deutlich gezeigt: Markus hat St. Pauli stabilisiert und dort definitiv etwas bewirkt“, sagt Leitl. Beim 0:0 im eigenen Stadion stand der Kiezklub defensiv auffallend sicher, konnte die eigenen Konterchancen aber nicht für den erhofften Sieg nutzen.

Die von Kauczinski installierte Defensivtaktik lässt dabei erahnen, dass sich die Zuschauer – 9300 Tickets waren bis Donnerstag verkauft, davon 1500 nach Hamburg – auch am Samstag in Ingolstadt auf ein Geduldspiel mit einem tief stehenden Gast einstellen können. Für die Ingolstädter, die als Tabellenfünfter derzeit drei Zähler hinter Aufstiegsrelegationsplatz drei liegen, geht es dennoch darum, mit einem Erfolg den Anschluss nach oben zu halten.