Gerade nach den beiden Auftaktniederlagen in der Liga und dem Rauswurf der abwanderungswilligen Profis Florent Haderdjonaj und Marcel Tisserand ist das auch dringend nötig. „Die Gier auf den Erfolg ist bei uns nach den Niederlagen umso größer. Wir sind von unserer Qualität überzeugt und wissen, dass wir noch Entwicklungspotenzial haben. Wir sind heiß auf den ersten Sieg“, sagte Walpurgis bei der Pressekonferenz vor dem Spiel und ging dabei auch noch einmal auf die Personalentscheidungen ein. „Wir wussten, dass uns in der Sommerpause diese Dinge beschäftigen werden. Leider konnten wir einige Spieler nicht auf Kurs bringen. Wir haben es alle versucht, und waren von ihnen überzeugt, deswegen sind wir umso mehr enttäuscht, dass sie den Weg mit uns nicht weitergehen wollen und ihre Vertragssituation nicht beachten. Deswegen war es wichtig, dass wir Klarheit schaffen“, sagte Walpurgis, der sich dafür praktisch bei der Mannschaft bedankte. „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, indem sie die Spieler gefragt hat, ob sie den Weg mitgehen. Die Spieler haben sich gegen die Mannschaft entschieden.“

Das bestätigte auch der Kapitän. „Wir wissen, dass wir uns auf die Jungs, die jetzt da sind, verlassen können, dass sie mit uns durchs Feuer gehen wollen. Jetzt herrscht 100-prozentige Klarheit, und darüber sind wir glücklich. Ich empfinde im Training eine noch klarere Linie, und die brauchen wir auch aktuell. Das tut unserem Spiel gut, und das wird man auch am Sonntag sehen“, sagte Marvin Matip. Für den 32-Jährigen ist das Treffen mit den Löwen das Derby schlechthin. „Der Gegner ist in meinen Augen perfekt. Das ist das Derby, das mich in meiner Zeit beim FCI am meisten emotionalisiert hat. 1860 ist auch in der Regionalliga der große Rivale, und ich freue mich tierisch auf das Spiel. Ich weiß, dass es den Fans extrem viel bedeutet. Den Spielern, die neu hier sind, habe ich das schon erklärt.“

Personell wird es wohl einige Umstellungen geben. Zum einen fallen Alfredo Morales (Oberschenkelzerrung) und Marcel Gaus (Entzündung in der Hüfte) voraussichtlich aus. Zum anderen wird Walpurgis vom bisherigen 3-5-2-System abweichen und wohl wieder zum in der Bundesliga praktizierten 3-4-3 zurückkehren. Im Tor hat sich der FCI-Trainer ohnehin auf Örjan Nyland festgelegt.

Rund 1200 FCI-Anhänger werden ihre Mannschaft im mit 12.500 Zuschauern ausverkauften Grünwalder Stadion unterstützen und mithelfen, den Pokal-Fluch, der auf den Schanzern liegt, zu bannen. Bereits zweimal sind die Ingolstädter bei Regionalligisten gescheitert – ein drittes Mal soll es nicht geben. „Warnungen hatten wir genug, ob in Offenbach oder Unterhaching. Aber wenn wir über 90 Minuten an unsere Grenze gehen, dann kann es nur einen Sieger geben“, sagt Matip und ist vom Einzug in die nächste Runde überzeugt.

Mehr dazu lesen Sie hier: Aufbauhilfe im Pokal?

Am Nachmittag gab der FCI einen Neuzugang bekannt: Der Japaner Takahiro Sekine verstärkt künftig das Schanzer Mittelfeld.