"Schafkopfen muss ich ihnen beibringen"
Belek (DK) Bevor Fußball-Zweitligist FC Ingolstadt am Samstag in Belek/Türkei sein erstes Testpiel gegen den Drittligisten 1. FC Heidenheim bestreitet, hat Trainer Tomas Oral sein Team bereits ordentlich schwitzen lassen. In Gruppen mussten die Spieler einen Fitnessparcours durchlaufen, daneben Stand die Zweikampfschulung auf dem Programm.

Hat sich bis 2013 an den FC Ingolstadt gebunden: Florian Heller, hier beim Training in Belek - Foto: Samwald
Herr Heller, Sie sind quasi auf Mittelmeertournee. Vor ein paar Tagen waren Sie noch mit dem FSV Mainz im Trainingslager in Mallorca, jetzt sind Sie in der Türkei. Wo gefällt es Ihnen denn besser?
Florian Heller: Spanien liegt mehr schon mehr, aber ich bin ja nicht im Urlaub. Jetzt geht es ums Sportliche.
Aber Sie haben ja schon eine Woche Trainingslager hinter sich. Dürfen Sie sich jetzt manche Übungseinheit vom Liegestuhl aus ansehen?
Heller: Nein, ich darf mich leider nicht zurücklehnen. Außerdem ist es zwar sonnig, aber kalt. Gestern ging es gleich intensiv los, und es geht ja auch darum, dass ich mich schnell in meine neue Mannschaft integriere.
Fällt Ihnen das Programm nach der Woche in Mallorca leichter oder schwerer?
Heller: Das ist leichter, weil jetzt wieder Spaß dabei ist. Den hatte ich zuletzt verloren, und dann schlägt das auf den Kopf.
Sie sind Rosenheimer, und wie man hört, richtiger Bayer. Haben Sie schon eine Schafkopfrunde zusammengestellt?
Heller: Ich bin gerade dabei. Das war auch eine Sondervereinbarung in meinem Vertrag. Wie ich herausgefunden habe, kann es der Zeugwart ein wenig, der Stefan Leitl kann es nicht, probiert's aber, und der Leo Haas wurschtelt sich so durch. Also, so wie's aussieht, muss ich das denen erst beibringen.
Mit Leo Haas haben Sie beim FC Bayern in der damaligen Regionalliga Süd zusammengespielt. Wen kennen Sie denn noch aus dem FC-Kader?
Heller: Mit Andy Görlitz habe ich in der Junioren-Nationalmannschaft zusammengespielt, und gegen den Andreas Schäfer habe ich in der 2. Liga oft gespielt.
Sie haben beim FC 04 einen Vertrag bis 2013 unterschrieben. Was sind Ihre Ziele?
Heller: Ganz wichtig ist, dass wir jetzt die Punkte zusammenkratzen und die Klasse erhalten. Und dann wollen wir in der neuen Saison einen neuen Anlauf nehmen. Das Ziel muss es sein, dass sich der FC Ingolstadt in der 2. Bundesliga etabliert und nicht permanent gegen den Abstieg spielt.
Sie haben in Ihrer Karriere vom Verteidiger bis zum Außenstürmer alles gespielt. Welche Rolle sollen Sie denn beim FC 04 spielen?
Heller: Ich habe mich darüber natürlich auch mit dem Trainer unterhalten. Ich fühle mich ganz klar auf der Außenbahn am wohlsten. In Mainz habe ich zwar 30 Bundesligaspiele als rechter Außenverteidiger bestritten, aber das ist nicht meine Position. Ich habe da nur die Chance genutzt, mich im Team festzuspielen.
Wie kam der Wechsel zum FC 04 zustande?
Heller: Das ging ganz schnell. Ich habe über meinen Berater aktiv nach einem neuen Verein gesucht. Am Donnerstag vor einer Woche gab es dann das erste Gespräch mit Thomas Linke und Tomas Oral. Danach war für mich klar, dass das mein neuer Verein wird.
Womit hat der FC 04 Sie überzeugt?
Heller: Der Verein hat eine gute Perspektive, und ich wollte in erster Linie wieder Fußball spielen. Ich stand im letzten halben Jahr keine Sekunde in der Bundesliga auf dem Platz, da muss man die Signale deuten, und mein Vertrag wäre am Saisonende eh ausgelaufen.
Kennen Sie Ingolstadt schon?
Heller: Ich war das letzte Mal mit 18 Jahren da und habe meinen Grundwehrdienst abgeleistet. Jetzt habe ich nur das Hotel und den Audi-Sportpark gesehen. Der ist übrigens sehr schön.
Wie sind Ihre ersten Eindrücke vom Team und vom Trainingslager?
Heller: Die Anreise und die letzten Tage waren für mich sehr anstrengend, auch vom Kopf her. Und in Belek ging es gleich richtig zur Sache. Ich glaube, die Jungs verfolgen ein Ziel, da ist richtig Feuer drin.
Donaukurier
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