Joshua Kimmich und Mats Hummels rauschten wortkarg an den wartenden Journalisten vorbei. Was gerade im Fall von Mats Hummels erstaunlich ist. Denn der Verteidiger ist nicht nur einer der technisch beschlagensten Spieler auf seiner Position, sondern auch rhetorisch ziemlich begabt - was er auch weiß und deshalb gerne zur Schau stellt. Nicht so am Dienstag. "Ihn hat wohl geärgert, dass wir nicht 5:1 gewonnen haben", wiegelte Bayern-Trainer Jupp Heynckes ab.

Aber nicht nur das nackte Ergebnis schien den Spielern sauer aufzustoßen. Nach 70 Minuten stand es 3:1, es fehlten zwei Tore zum Gruppensieg. "Vom Ergebnis hätten wir nichts zu verlieren gehabt. Es war die Vorgabe des Trainers, dass wir das Spiel in jedem Fall gewinnen wollen", sagte ein schlecht gelaunter Thomas Müller, das Sprachrohr des Teams. Klingt wie ein indirekter Vorwurf mangelnder Risikobereitschaft. Eine kleine Stichelei gegen die Mitspieler? Oder doch ein Seitenhieb gegen den Coach?

Reizklima bei den Bayern - wieder nach einer Partie gegen Paris! Das ist Zufall. Wirklich merkwürdig ist, dass mit Hummels und Müller zwei Antreiber des Ancelotti-Rauswurfs auch unter dem jetzigen Trainer ihren Unmut nach außen tragen. Das zeigt: Auch in Heynckes' vierter Amtszeit bei den Bayern herrscht trotz Siegen in Serie nicht nur eitel Sonnenschein. Erste Risse sind erkennbar.