Nach 24 Punkten in einer überzeugenden Hinrunde will der FC Augsburg gut in die zweite Saisonhälfte starten. Kontrahent Hamburg ist einer der Lieblingsgegner der Schwaben. Allerdings wiegt der Ausfall des Torjägers Nummer 1 schwer. Denn Alfred Finnbogason, der isländische Fußball-Nationalstürmer, muss wegen Achillessehnenproblemen und einer Erkältung passen. Die Augsburger hätten die Dienste des Isländers gut gebrauchen können. Denn eine der Schwachstellen der Hamburger ist die Torhüter-Position. Und dort gibt es zum Rückrunden-Auftakt gleich eine Veränderung. Julian Pollersbeck ist die neue Nummer eins im Tor der Hanseaten, der gegen Augsburg seinen ersten Bundesliga-Einsatz feiern wird. Was sich alles beim FCA in der Winterpause und der Vorbereitung getan hat, zeigt unser Überblick.

 

  • Die Vorbereitung: Die Pause war kurz, aber wichtig. "Für den Kopf und den Körper war es gut, mal ein paar Tage nichts zu machen", sagt Trainer Manuel Baum. Eine knappe Woche verbrachte der FCA dann Anfang Januar auf Teneriffa. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Trainingslager", so Baums Fazit. Weil die Mannschaft ohnehin in einem guten Fitnesszustand ist, wurden dort weniger athletische Grundlagen gelegt, sondern vielmehr taktische Inhalte aus der Hinrunde verfeinert und zudem der Gemeinschaftssinn im großen Kader gestärkt. Auf Testspiele verzichteten die Augsburger. "Das hat in unserer Situation einfach nicht gepasst", so Baum.

 

  • Die Aussichten: Den FCA trennen vor dem Auftakt nur vier Punkte von einem Champions-League-Platz, doch natürlich möchte Baum - wie es sich in Augsburg "gehört" - zunächst einmal "schnellstmöglich den Klassenerhalt fixieren". Seine Vorgabe für die Rückrunde möchte er dabei nicht in Punkten bemessen. "Es kann auch mal punktemäßig schlechte Phasen geben. Wichtig ist dann vor allem die Art und Weise, mit der man auftritt", so der Trainer. Grundsätzlich fordert der, sich in Augsburg auf das Wesentliche zu konzentrieren. "Wir sind jetzt viel gelobt worden und Spieler stehen in verschiedenen Rankings auch zu Recht weit oben", erklärt Baum. Viele dieser Statistiken würden sich aber vor allem auf Offensivqualitäten beziehen. "Das Bewusstsein muss vor den Spielen in unseren Kopf, dass wir uns über die Defensive definieren, aber das eine das andere auch nicht ausschließt." Gelingt das, stünde den Augsburgern wohl auch eine ebenso erfolgreiche Rückrunde bevor.

 

  • Die Hoffnungsträger: Es könnte das Jahr des Alfred Finnbogason werden: die WM-Teilnahme mit Island und aktuell Platz drei in der Torschützenliste der Fußball-Bundesliga (elf Treffer). Auch 2018 setzt der FCA auf seinen sympathischen Torjäger, der allerdings zum Auftakt wegen einer Erkältung und Achillessehnenproblemen ausfällt. "Es macht keinen Sinn, ihn auf die Bank zu setzen. Er soll sich in Ruhe auskurieren", sagt Baum. Finnbogasons kongenialer Partner, Ex-HSV-Profi Michael Gregoritsch, wird deshalb wohl von der Zehnerposition ins Sturmzentrum rücken. Auch der Österreicher spielt die beste Bundesliga-Hinrunde seiner Karriere. "Dass er gut mit dem Ball umgehen kann, wussten wir", lobt Baum. "Dazu ist aber mittlerweile seine Arbeit gegen den Ball viel ausgeprägter." Bislang bringt es Gregoritsch auf acht Tore und vier Vorlagen. Mit Linksverteidiger Philipp Max spielt zudem der beste Vorbereiter der Liga (zehn Assists) beim FCA.

 

  • Der Auftakt: "Der HSV ist eine richtig gute Pressing-Mannschaft, hat eine hohe Intensität auf dem Platz und ist sehr gefährlich bei Umschalt-Aktionen", warnt Baum vor dem Tabellenvorletzten. Auch der ehemalige Hamburger Gregoritsch betont: "Keiner bei uns in der Kabine wird dieses Team unterschätzen." Ein Heimsieg zum Auftakt ist dennoch das erklärte Ziel. "Das nimmt gleich mal ein bisschen den Druck raus und man muss nicht sofort etwas ausbessern", sagt Gregoritsch. Mit drei Punkten stünde der FCA schon zwölf Zähler vor den Hamburgern.