Mittwoch, 30.05.2012 |

 

19.02.2012 21:02 Uhr | 2442x gelesen
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Pekharts 16-Punkte-Kopfball


Nürnberg (DK) Weit mehr als die drei schnöden Punkte und Platz 12 hat der 1. FC Nürnberg mit seinem 2:1-Heimsieg am Samstag gegen den 1. FC Köln erobert. Als einziges erfolgreiches Team aus der unteren Tabellenhälfte verschaffte sich der Club einen Sieben-Punkte-Abstand zur Abstiegszone.


Trainer Dieter Hecking wusste sofort, was los ist. Ein lauter Ton, ein schneller Blick nach links oder nach rechts, und schon war die Hoffnung wieder ein Stück größer geworden. Der Ergebnisdienst des 1. FC Nürnberg im Frankenstadion, so viel steht fest, ist uneingeschränkt erstligatauglich. Ein Kompliment von Dieter Hecking hätten sich deshalb nicht nur die prominenten Angestellten des 1. FC Nürnberg verdient gehabt, die am Samstag für die Spielgestaltung auf dem Rasen zuständig waren, sondern auch die unbekannten Mitarbeiter, die sich um die Gestaltung der Anzeigetafel kümmern. Schließlich erfüllten auch sie ihre Aufgabe zur absoluten Zufriedenheit des Cheftrainers.

Gemeinsam mit den 38 101 Zuschauern sah also Hecking im Verlauf der beiden Halbzeiten, dass vielleicht die größte Stunde für den Club in der gesamten Saison 2011/12 geschlagen hatte. Erst leuchtete die Leverkusener Führung gegen Augsburg auf, kurz darauf die Gladbacher Führung gegen Kaiserslautern, und schließlich auch noch die Dortmunder Führung gegen Berlin. Selbst wer die Tabelle vor diesem 22. Spieltag nur grob im Kopf hatte, der ahnte bei diesen Zwischenständen: Der Club kann tatsächlich zum großen Gewinner dieses Bundesliga-Wochenendes werden, was ja nun auch nicht alle Tage passiert.

Das zwischenzeitliche Problem für Dieter Hecking und den Großteil der Zuschauer: Im Frankenstadion standen die Zeichen nicht ständig auf Heimsieg gegen den 1. FC Köln, sondern über weite Strecken nur auf Remis. Denn nach einem bescheidenen Beginn beider Teams, dem wuchtigen Führungstreffer von Alexander Esswein (28.) und mehreren vergebenen Großchancen zum 2:0 glückte den Gästen mit der ersten ernsthaften Torannäherung prompt der 1:1-Ausgleich von Milivoje Novakovic (67.). „Da haben wir für ein paar Minuten die Kontrolle über das Spiel verloren, und auch bei den Zuschauern ist Unruhe aufgekommen“, sagte später Hecking über diese kritische Phase. Der allseits befürchtete Knacks im Club-Spiel blieb am Samstag allerdings aus.

Schon der Pfostentreffer des eingewechselten Daniel Didavi zeigte, dass es die Nürnberger in der Schlussphase wirklich wissen wollten (70.). Tatsächlich geschafft war es dann in der 85. Minute, als Alexander Esswein von der linken Seite flankte, Tomas Pekhart in luftiger Höhe köpfte und der Ball diesmal vom Pfosten zum 2:1-Siegtreffer in den Kölner Kasten prallte. „Das zeigt doch, dass die Mannschaft an sich glaubt und auch in der Lage ist, solche Big Points zu machen“, sagte Hecking, der sich besonders für die beiden Matchwinner Esswein und Pekhart freute, die unter der Woche noch so heftig von den Nürnberger Medien kritisiert worden waren.

Doch worüber sich der Trainer des 1. FC Nürnberg natürlich am meisten freute: „Wenn uns die Bayern noch einen Gefallen tun, dann war das heute unser Spieltag.“ Und da war die Münchener Nullnummer am Samstagabend schon Gefallen genug für den Club. Denn es machte den Nürnberger Siegtreffer von Tomas Pekhart zu einem 16-Punkte-Kopfball im Kampf um den Klassenerhalt: Jeweils zwei Zähler gutgemacht auf Mainz und Freiburg, und jeweils drei Zähler auf Kaiserslautern, Augsburg, Berlin und Köln. Ergibt ein aktuelles Sieben-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze. „Das sind zweieinhalb Spiele Vorsprung“, rechnete Hanno Balitsch vor, der am Samstag einen ordentlichen Einsatz im Club-Trikot feierte. „Aber es sind noch zwölf Spiele, also ist noch nichts erreicht“, ergänzte Dieter Hecking, der auch mitten im Nürnberger Siegesjubel stets wusste, was wirklich los ist.

 


Von Jochen Münch

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