Die Favoriten setzten sich sonst allenthalben durch, mal mit mehr oder weniger Mühe - nur eine faustdicke Überraschung gab es eben durch den Hamburger SV. Die Norddeutschen, sowieso schon gebeutelt von vielen negativen sportlichen Tiefpunkten in den vergangenen Jahren, schafften es mal wieder, den Saisonstart völlig zu versieben. Dabei lief es im Grunde ideal für den Bundesligisten in der Partie beim Drittligisten Osnabrück. Bereits nach 18 Spielminuten musste Marcel Appiah nach einer Roten Karte vom Platz. Doch der HSV schaffte es nicht, die kämpferischen Osnabrücker mit einem Mann mehr auf dem Platz zu besiegen. Eine absolute Blamage! Sie sind wieder einmal das Gespött Fußball-Deutschlands.

Der erste Spieltag der Bundesliga wird zwar erst am kommenden Wochenende angepfiffen - doch bei den Norddeutschen ist bereits jetzt Feuer unter dem Dach. Es dürfte nicht lange dauern, bis sich Investor Klaus-Michael Kühne wieder in die Personal- und Transferpolitik des Vereins einmischt. Jener Kühne, der zwar den klammen Klub durch seine Millionen seit Jahren am Leben hält, verhindert durch seine Einmischungen allerdings, dass sich der vom Europapokal träumende Verein bescheiden neu sortieren kann. Das rächt sich wieder. Der HSV kommt deshalb nicht aus der Negativspirale heraus.

Sollte man nun wenigstens etwas Positives aus dem Erstrunden-Aus des Hamburger SV hervorheben, so bleibt die Tatsache, dass sich die Norddeutschen nun voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren können. So wie es aussieht, wird es wieder ein schwerer Kampf gegen den Abstieg. Geerdet und demütig dürften nun zumindest alle beim HSV nach dem peinlichen 1:3 in Osnabrück sein.