Ingolstadt: Unicorns eine Nummer zu groß
Grün-weiße Übermacht: Thomas Schmidt (Mitte) und die Ingolstadt Dukes konnten gegen Schwäbisch Hall wenig ausrichten. - Foto: Lüger
Ingolstadt

Weil die TV-Footballer massive Personalprobleme haben, mussten sie sogar zwei Jugendspieler mit in den Kader nehmen, die sich aber genauso gut schlugen wie die Back-up-Spieler, die dieses Mal ausreichend Einsatzzeiten erhielten. "Die haben sich zu 80 Prozent sehr gut verkauft", war Headcoach Eugen Haaf zufrieden.

Defense-Koordinator Mike Wittmann hatte für einen der bisherigen Backups ein besonderes Lob parat: "Alex Langgartner hat eine hervorragende Leistung geboten. Da macht sich jetzt bezahlt, dass er in jedem Training dabei ist. Er hat immer gezeigt, dass er will, und damit hat er sich reingearbeitet." So konnte auch Wittmann ein positives Fazit ziehen: "Für das Personal, das wir heute zur Verfügung hatten, bin ich sehr zufrieden, wie es gelaufen ist."

Verärgert waren alle Trainer aber über die Art und Weise, wie den Gästen unnötig Punkte geschenkt wurden. Zweimal misslang der Puntversuch vor der eigenen Endzone aufgrund eines stümperhaften Snaps, was die cleveren Haller zu zwei Touchdowns nutzen konnten. "Das sind 14 Punkte, die wir uns hätten sparen können", kritisierte Haaf, wobei er sich aber mit seinen Kollegen einig war, dass das nicht spielentscheidend war, denn die Unicorns hätten sicher nach der Pause noch nachlegen können.

So aber setzten sie vermehrt Back-ups ein und verwalteten den souveränen Vorsprung, den sie sich im zweiten Viertel herausgespielt hatten. Denn wie schon in den vorangegangenen Begegnungen standen die Dukes auch dieses Mal in einem Quarter neben sich. Nach einer 3:0-Führung durch ein Fieldgoal von Zoran Sisak, einem Touchdown der Gäste durch Maurice Schüle und einem weiteren Fieldgoal Sisaks hieß es zu Beginn des zweiten Viertels 6:6, doch mit einem energischen Zwischenspurt zogen die Haller dank dreier Touchdowns des überragenden Nathaniel Robitaille, eines Fieldgoals von Tim Stadlmayr und eines weiteren Touchdowns von Tyler Rutenbeck auf 36:6 davon.

Zeit für den ungeschlagenen Tabellenführer, einen Gang zurückzuschalten. Immerhin gaben sich die Dukes nicht auf, gestalteten das dritte Viertel ausgeglichen und waren im letzten Durchgang sogar erfolgreicher als die Unicorns, denen durch Stadelmayr nur noch ein Fieldgoal gelang, während Lorenz Regler für die Dukes noch zwei Touchdowns erzielen konnte.

Was auch auf eine starke Leistung von Keith Hilson zurückzuführen war, der für den verletzten Rick Webster als Quarterback eingesetzt wurde. Im ersten Viertel hatte er es vielfach mit mutigen Läufen versucht, die zunächst auch einigen Raumgewinn brachten. Doch schnell hatten sich die Haller darauf eingestellt, sodass er nicht mehr weit kam. Deshalb setzte er zunehmend auf lange Pässe, die auch meist ihr Ziel fanden. "Wir haben in der zweiten Halbzeit etwas umgestellt, um ihn besser abzusichern. Dadurch hatte er mehr Zeit für seine Pässe", meinte Offense-Koordinator Luca Daumenlang nach dem Spiel und lobte ihn weiter: "Er hat gekämpft wie ein Löwe."

Auch Headcoach Haaf war mit seinem Spielmacher nach der Partie überaus zufrieden: "Er hat echt hart gespielt und sich selbst nie geschont. Er hat alles dafür getan, um zu gewinnen. Dadurch musste er etliche knallharte Hits einstecken. Davor habe ich ihn zwar gewarnt, aber das hat er ignoriert. Er will eben immer alles geben."

Und schnell haben alle das Spiel schon wieder abgehakt und konzentrieren sich auf die nächste schwere Aufgabe am kommenden Sonntag in Frankfurt. "Wir werden dort alles versuchen und wollen unser Bestes rausholen. Wir fahren jedenfalls nicht dahin, um uns die nächste Niederlage abzuholen", gibt sich Wittmann kämpferisch. Und auch Daumenlang gibt die Partie nicht vorab verloren: "Wir fahren nach Frankfurt, um zu gewinnen. Ich glaube schon, dass wir eine Chance haben. Wir haben uns ja schon im Hinspiel gut geschlagen. Nur müssen wir dieses Mal vier Quarter lang Football spielen."

Und vielleicht endlich mal die ärgerlichen Snaps abstellen, die das Team in dieser Saison schon etliche Punkte gekostet haben. "Da ist bei uns einfach der Wurm drin. Dabei haben wir das im Training zuletzt intensiv geübt, und da hat es immer geklappt. Ich habe keine Ahnung, warum das im Spiel so oft schiefgeht", zeigt sich Haaf ratlos. Viel Zeit bleibt nicht, um dieses Manko abzustellen. Und auch nicht, um die zahlreichen Verletzungen auszukurieren. Immerhin - auch das ist nach der Niederlage gegen Hall als positiv abzuhaken - kamen keine neuen Verletzungen hinzu.