Staatspräsident Alexander Lukaschenko Staatspräsident Alexander Lukaschenko
Staatspräsident Alexander Lukaschenko
© 2013 SID

Eine Intervention des Europäischen Parlaments gegen die Austragung der Eishockey-WM 2014 in Weißrussland hat Alexander Lukaschenko auf den Plan gerufen. Der Staatspräsident wies die WM-Organisatoren nach Informationen des sportpolitischen Branchendienstes insidethegames an, alles zu tun, um einen Boykott zu verhindern und sich auch gegen eine Verlegung zu versichern.

Dabei ist es Lukaschenko selbst, der laut EU-Parlament mit seinen Verstößen gegen das Menschenrecht die Austragung der WM in Frage stellt. Das Europäische Parlament hat den Eishockey-Weltverband IIHF aufgefordert, die Verlegung in ein anderes Land in Erwägung zu ziehen. Dies wurde ebenso aus den USA gefordert. Auch im deutschen Bundestag hatte sich fraktionsübergreifend Widerstand gegen eine WM in Weißrussland formiert.

Weltverbands-Präsident René Fasél sprach sich jedoch gegen eine Verlegung der WM aus. Der Schweizer meinte, der Sport dürfe sich nicht zur Marionette der Politik machen. Die Statuten würden auch keine Verlegung aus politischen Gründen erlauben. Deshalb hatte die IIHF bei ihrem Kongress im Mai in Helsinki auch keine Initiativen in dieser Richtung ergriffen. Uwe Harnos hatte als Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gefordert, dass die IIHF gegenüber Weißrussland "Klartext" reden sollte, aber nicht für die Verlegung plädiert.

Weißrusslands Präsident Lukaschenko steht wegen der gewalttätigen Niederschlagung von Protesten sowie der Inhaftierung zahlreicher Oppositionspolitiker international in der Kritik. Entsetzen hat die Hinrichtung zweier junger Männer ausgelöst, die in einem international kritisierten Verfahren als Urheber eines Anschlags auf die Minsker U-Bahn verurteilt worden waren.